Zwei „Stolpersteine“ machen jetzt vor dem Haus Kölner Straße 117 auf das Schicksal des Ehepaars Frankenhaus aufmerksam, das 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde (Foto: privat)
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Ennepetal. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland der gesetzlich verankerte Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus.

Heute wurden in Anwesenheit von Bürgermeisterin Imke Heymann vor dem Haus Kölner Straße 117 zwei „Stolpersteine“ verlegt.

Sie erinnern an die Eheleute Moses Moritz (*1872) und Hedwig Frankenhaus, geb. Rosenhoff (*1875), die bis nach der Machtergreifung durch die NSDAP dort gewohnt haben.

Sie emigrierten beide in die Niederlande, 1943 wurden sie, inzwischen 71 und 68 Jahre alt verhaftet und in das NS-Vernichtungslager Sobibor in Polen deportiert und dort am 9. April 1943 ermordet.

Imke Heymann hat sich seit längerem dafür eingesetzt, dass „Stolpersteine“ an das Ehepaar aus Milspe erinnern, das dem Holocaust zum Opfer fiel und am heutigen Gedenktag konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.

Seit 1997 verlegt der Künstler Gunter Demnig, der sein Atelier im hessischen Elbenrod hat, zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus handgefertigte Stolpersteine. Sie werden am letzten selbstgewählten Wohnort der Menschen verlegt, die zwischen 1933 und 1945 Opfer der systematischen Verfolgung und industriell betriebenen Massenvernichtung der Nazis wurden.

In die Stolpersteine sind Informationen zum Lebensweg und zum Schicksal der Verfolgten eingraviert.

Nach einer Gedenkminute richtete Bürgermeisterin Imke Heymann einen Appell an die Ennepetalerinnen und Ennepetaler: „Sich an den Terror und die Gewalt der nationalsozialistischen Diktatur zu erinnern, der Opfer und Leittragenden zu gedenken und immer aufs Neue zu mahnen, dass Ähnliches nie wieder geschehen darf, ist eine Verpflichtung für uns alle. Ich hoffe, dass wir bei jedem „Stolpern“ über einen der Steine kurz entschleunigen und dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes einen Moment unserer Zeit schenken. Die Stolpersteine geben diesen Menschen ihren Namen, ihrer Würde und ihre Geschichte zurück.“

Wegen der Corona-Pandemie hat die Verlegung der Stolpersteine aus Gründen des Gesundheitsschutzes unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne den Künstler Gunter Demnig stattgefunden.

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