Hannelore und Rudi Hinz im Jahr 1956 (Foto: privat)
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Rheinberg. Eine Verbindung so stabil und beständig wie Eisen 

Selten erreicht eine Ehe ein so hohes Alter. Das Paar muss zum einen früh geheiratet und zum anderen sehr viel überstanden haben, um ganze 65 Jahre zusammenzuhalten. Für Rudi Hinz, der gebürtig aus Königsberg an den schönen Niederrhein kam und in Wallach auf einem Bauernhof gearbeitet hat, war dort schon bei der ersten Begegnung mit seiner Frau Hannelore im Jahr 1952 klar: „Was für eine Frau! Die werde ich mal heiraten!“ Doch die Zukünftige, die in Duisburg-Meiderich geboren wurde, war damals erst 15 Jahre alt und damit eindeutig zu jung für eine Beziehung. Rudi Hinz konnte warten und „überbrückte“ die Zeit indem er in Mülheim bei einem anderen Arbeitgeber weitere Erfahrungen sammelte. Und es hat sich gelohnt: Nachdem sich Hannelore mit 18 Jahren auch in den feschen jungen Mann Rudi verguckt hatte, schloss das Paar am 02.02.1956 im Standesamt Borth die Ehe und feierte einen Tag später die kirchliche Trauung zunächst in der St. Mariä-Himmelfahrtskirche Ossenberg und im Anschluss im Hause der Brauteltern. Die frischgebackenen Eheleute waren selig.

Der gelernte Maurer Rudi Hinz war lange Jahre bei der Firma Solvay beschäftigt, bevor er im Jahr 1994 in den wohlverdienten Ruhestand ging. Während in den Jahren 1956 bis 1970 die drei Söhne Manfred, Jürgen und Michael und die vier Töchter Marion, Monika, Barbara und Christiane das Licht der Welt erblickten, kümmerte Hannelore sich aufopferungsvoll um die Großfamilie und das im Jahr 1963 gemeinsam erbaute Heim in Wallach. Kochen war und ist bis heute ihre Leidenschaft. Ihr war wichtig, jeden Tag eine warme Mahlzeit für ihre Lieben zuzubereiten und auch Gäste bei Familienfeiern und sonstigen Anlässen in all den Jahren mit ihrer Kochkunst zu verwöhnen. Dieses liebevolle Umsorgen – auch in schlechteren Zeiten – schätzt Ehemann Rudi bis heute ganz besonders an seiner Frau. Mittlerweile hat das Ehepaar ganze acht Enkelkinder! Diana, Marina, Celine, Paula, Volker, Marcel, Nick und Christof wurden in den Jahren 1978 bis 2001 geboren. Leider mussten auch zwei schmerzhafte Ereignisse verkraftet werden, die alle Eltern fürchten: Die Kinder Monika und Jürgen verstarben bereits. Hannelore und Rudi stützten sich gegenseitig…in guten wie in schlechten Tagen.

Gute Zeiten gab es viele. In ihrer Freizeit frönten die Eheleute gerne ihren Hobbies und engagierten sich im Borther Gartenbauverein. So packten und verteilten sie z. B. in der Adventszeit immer Weihnachtstüten für die älteren Mitglieder. Rudi Hinz begeisterte sich schon immer für Opern. Deshalb zog es die Eheleute auf ihren Reisen unter anderem nach Verona, wo sie in der Arena di Verona eine Opernaufführung besuchten. Doch auch an anderen Orten verbrachte das Jubelpaar schöne Campingurlaube, z. B. in Dieblich an der Mosel und mehrmals auf der Sonneninsel Fehmarn. Beide Eheleute rätseln sehr gerne und vergnügen sich gemeinsam mit Spielen. Ob Karten, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Halma – Spielbretter mussten aufgrund der intensiven Nutzung mehrfach ausgetauscht werden. Rudi Hinz unternimmt gerne heute noch kleinere Spaziergänge und Ausflüge in der näheren Umgebung.

Nach 57 Jahren im Eigenheim in Wallach, hat nun ein neuer Lebensabschnitt für Hannelore und Rudi Hinz begonnen: Zum Jahreswechsel 2020/2021 bezogen die beiden als eine der Ersten eine Wohnung im neuen Seniorenzentrum „Millinger Höfe“, um im Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen optimal versorgt zu sein.

Aufgrund der aktuellen coronabedingten Situation begeht das Jubelpaar diesen besonderen Hochzeitstag im ganz kleinen Rahmen. Bürgermeister Dietmar Heyde und Ortsvorsteherin Franziska Bröcking gratulierten schriftlich und wünschen dem Paar ein gutes Eingewöhnen im neuen Heim und noch viele schöne gemeinsame Jahre.

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