Anika Henschel erzielte mit einem überraschenden Abschluss das vorentscheidende 24-20 für TuS und freute sich über den wichtigen Treffer im Derby (Foto: Martin Zilse)
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Kamp-Lintfort. Die Zweitligahandballerinnen des TuS Lintfort konnten nach dem Sieg gegen den HSV Solingen nun auch ihr Nachholspiel gegen den BTV Wuppertal gewinnen. Allerdings war der 29-23 Erfolg lange Zeit hart umkämpft. Lintfort kam nur schwer ins Spiel und die motivierten Gäste führten schon nach wenigen Minuten mit 3-0 Toren. „Wir waren am Anfang einfach zu langsam und hatten keinen Druck in unseren Aktionen“, haderte TuS Trainerin Bettina Grenz-Klein mit der Startphase ihrer Mannschaft. Die Gäste aus Wuppertal nutzen diese Schwäche konsequent mit vielen einfachen Toren oder Gegenstößen. „Wir konnten mit viel Aufwand auf 5-5 ausgleichen, aber irgendwie war Wuppertal in der ersten Halbzeit einfach besser. Ich war schon froh, dass wir uns mit einem knappen Rückstand in die Pause gerettet haben“, erklärte Grenz-Klein nach dem Spiel.

Zuvor musste die Lintforter Bank mitansehen, wie der BTV das zögerliche Lintforter Spiel bestrafte und auf 13-7 davonzog. Mit viel Glück konnten die Gastgeberinnen zur Pause auf 12-15 herankommen und die Karten waren für den zweiten Abschnitt neu gemischt. Was dann kam, war für das Lintforter Fanlager kaum zu fassen. Nach dem schnellen Ausgleich gelang mit dem 16-15 die erste Führung. Plötzlich stand die Abwehr mit einer herausragenden Torhüterin Laura Graef und im Angriff waren Naina Klein und Jule Samplonius nicht zu stoppen. Über 20-18 setze sich der TuS vorentscheidend auf 25-20 ab. „Ich hatte mir ja gewünscht, nicht wieder bis zum Schlusspfiff zittern zu müssen“. Das hat geklappt, denn beim 28-21 war das Spiel endgültig für den TuS entschieden und Grenz-Klein konnte die letzten Minuten in Ruhe genießen. „Nach dem fairen Derby gegen Gräfrath war dieses hart umkämpfte Spiel extrem emotional und aus meiner Sicht auch oft über die Grenzen der Fairness hinaus. Da hätte ich mir doch erfahrene Schiedsrichter gewünscht, die die übergroße Härte aus dem Spiel nehmen können. Am Ende bin ich froh, dass sich niemand verletzt hat“, beendete die Lintforter Trainerin ihre Spielanalyse.

Der TuS Lintfort belegt nun punktgleich mit dem Tabellenvierten aus Gräfrath den fünften Platz zum Abschluss der Hinrunde. „Das ist unglaublich, wie wir diese Hinrunde gespielt haben. Und die kämpferische Einstellung der Mannschaft ist unfassbar. Auch nach dem 7-13 gegen den BTV hat sich niemand hängen gelassen und wir haben immer an unsere Chance geglaubt“, freut sich Bettina Grenz-Klein über die Einstellung ihres Teams.

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