Übergabe eines originalgetreuen 3D-Modells der Turbine an die evo durch die MAN-ES: Im Vordergrund: links, Christian Basler, technischer Vorstand der evo und rechts, Jörg Meier, Projektmanager seitens MAN-ES. Im Hintergrund das Projektteam v.l.n.r.: Reinald Hüser, evo; Sebastian Mombeck, evo; Ralf Neuß, MAN-ES; Thorsten Pöhler, MAN-ES (Foto: Andreas Köhring)
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Oberhausen. Die MGT8000 der evo ist nun am Netz

Der 10. August 2020 war für die Energieversorgung Oberhausen AG (evo) wie auch für die MAN Energy Solutions SE gleichermaßen ein großer Tag: Die hochmoderne Gasturbine MGT8000, ein gemeinsames Referenzprojekt beider Partner, wurde am Heizkraftwerk 2 der evo in Sterkrade angeliefert. Im Anschluss wurde mit den umfangreichen Montagearbeiten begonnen.

Nun konnte die Gasturbine erfolgreich in Betrieb genommen werden, sodass die evo die innovative Anlage als erster Betreiber überhaupt im Einsatz hat. Seit der erfolgreichen Übernahme am 18. Januar 2021 läuft die MGT8000 nun ohne Zwischenfälle – aufgrund der derzeit kalten Temperaturen zudem auf Volllast. Nun stehen noch letzte Abnahmemessungen aus, die die evo in den kommenden Wochen angehen wird.

Um die Inbetriebnahme sicher und ordnungsgemäß auszuführen, waren eine Reihe von Schritten und Testverfahren nötig. Unter anderem wurden alle Hauptkomponenten und Systeme noch einmal gründlich überprüft. Auf den Check aller Messwerte und Signale folgte die Einstellung aller relevanten Parameter sowie die Optimierung und Überprüfung der Regelungskreise, der Abschaltkriterien und der weiteren sicherheitstechnischen Einrichtungen. Im Rahmen eines abschließenden Probebetriebs wurde die Anlage zuletzt noch einmal auf Herz und Nieren getestet.

„Nun freuen wir uns bei der evo darauf, Betriebserfahrung mit der neuen Anlage zu sammeln, Strom und Fernwärme für Oberhausen zu erzeugen und die Anlage weiter zu optimieren“, fasste Christian Basler, technischer Vorstand der evo, den Status Quo zusammen.

Zur symbolischen Inbetriebnahme kamen die Projektbeteiligten der evo und MAN-ES im Februar noch einmal im kleinen Kreis der Projektmitwirkenden zusammen. Die Anlagen wurden dazu unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen gemeinsam begangen, im Anschluss überreichte Jörg Meier, Projektmanager für dieses gemeinsame Projekt auf Seiten MAN-ES, Christian Basler ein originalgetreues Modell der Gasturbine. Das Modell wurde zudem im hauseigenen 3D-Drucker der MAN-ES hergestellt.

Die hocheffiziente Gasturbine ist mit ihren geringen Emissionen ein wichtiger Baustein für die Oberhausener Fernwärme. Die Gasturbine wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt, was bedeutet, dass sie gleichzeitig Strom und Wärme produziert. Das macht die Energieerzeugung besonders effizient und ressourcenschonend. Hinzu kommt, dass die Turbine kurzfristig mit bis zu 50 Prozent Wasserstoff betrieben werden kann.

Mit der neuen Gasturbine können zukünftig 10.000 Haushalte mit Strom und 7.700 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Insgesamt liefert die Anlage 8,5MW elektrische und 14 MW thermische Leistung.

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