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Mülheim. Pandemie und Klimawandel stellen Gesellschaft vor ähnliche Herausforderungen

Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen, das machen sich viele Christinnen und Christen in der Fastenzeit zur Aufgabe. Aktuell sind nicht nur Freiwillige zum Verzicht aufgefordert, das macht Superintendent Gerald Hillebrand in seiner Videoansprache zur Passionszeit (zu sehen auf www.kirche-muelheim.de) deutlich. Gewohnheiten zu verändern, ist eine Aufgabe, vor der die gesamte Gesellschaft steht: akut durch die Coronapandemie und langfristig, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Das führt Superintendent Hillebrand in seiner Ansprache zur Passionszeit aus.

„Diese Fastenzeit ist anders“, sagt Gerald Hillebrand, Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr, in seiner Videoansprache am Aschermittwoch. Mit diesem Tag beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern, auch Passionszeit genannt. Gefühlt dauere diese Fastenzeit 2021 bereits seit November. „Eine viel längere Fastenzeit als gewohnt, seitdem verzichten wir auf Kino, Theater, Feiern und darauf Freunde zu treffen.“ In ganz unterschiedlicher Weise seien die Menschen von den Einschnitten des unfreiwilligen Verzichts betroffen, so der Superintendent. „Die einen finden es heilsam, andere befinden sich in existenziellen Schwierigkeiten, Familien stehen angespannte Situationen zwischen Homeoffice und Homeschooling durch.“

Während die Coronapandemie die Menschheit vor unmittelbare Schwierigkeiten stellt, bleiben andere globale Probleme bestehen, auch wenn sie für den Moment aus dem Fokus rücken. „Eine ebenso große Herausforderung ist der Klimawandel“, betont Superintendent Hillebrand. Auch hier sind wir herausgefordert, unsere Gewohnheiten zu ändern: grundlegend und nachhaltig.“

Sowohl die Coronapandemie als auch der Klimawandel verordnen den Menschen Verzicht: unfreiwillig und länger als gewohnt. Angesichts dessen könne die Fastenzeit ein Augenöffner sein: „Was braucht es wirklich und was wollen wir uns bewahren?“ Als Hoffnung formuliert Superintendent Hillebrand den Ansatz für mehr Gemeinschaft, den alle aus dieser Zeit mitnehmen können „Mehr Nähe zueinander, statt, jeder für sich und Gott für uns alle‘.“

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