Bildunterschrift zu einer Pressemitteilung der Landeshauptstadt am 14. Februar 2020: Die Umweltspur an der Merowinger Straße hat laut wissenschaftlichem Gutachten zur Verbesserung der Luftqualität an der belasteten Straße beigetragen (Foto: © Archivbild: Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Kommunikation)
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Düsseldorf. Ab kommender Woche werden Ampeln umgerüstet und die Umweltspuren zurückgebaut

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 17. Februar, mehrheitlich die Beendigung des Testbetriebs der drei Umweltspuren Merowingerstraße, Achse Werstener Straße – Corneliusstraße und Prinz-Georg-Straße beschlossen. Für alle drei Straßenabschnitte wurde die Stadtverwaltung mit der Umsetzung weiterentwickelter, adäquater Alternativen zur Luftreinhaltung beauftragt. Diese werden nun kurzfristig zum Montag, 1. März, umgesetzt. Die Weiterentwicklung bedeutet auch die Implementierung noch weiterer, ergänzender Projekte zur Verbesserung der Luftqualität, die ebenso beschlossen worden sind.

“Unser Ziel ist es, mit wesentlich effektiveren Maßnahmen wie intelligenter Ampelschaltung, zügigem Aufbau der Radinfrastruktur und Ausbau des ÖPNV die Werte zur Luftreinhaltung zu erreichen. Die Umweltspuren selbst sind als Maßnahme ungeeignet und hatten ihren Namen noch nie verdient”, betont Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. “Sie sind jedoch ein sehr starres Instrument, mit dem nicht auf sich ändernde Flottenzusammsetzung des Kfz-Verkehrs oder sich stark verändernde Verkehrssituationen wie in der aktuellen Corona-Krise reagiert werden kann. Durch die neue Signalsteuerung lassen sich die Verkehrsmengen über den gesamten Tag auf das notwendige Maß regulieren.”

Stadt setzt ab kommender Woche Alternativen um
Die Umweltspur Merowingerstraße wird durch folgende adäquate Alternativen ersetzt:
Kurzfristig wird zum 1. März eine umweltsensitive Signalschaltung der Ampeln eingerichtet.
Mittelfristig wird darauf aufbauend eine intelligente, dynamische und umweltsensitive Signalschaltung etabliert.
Ab Montag, 1. März, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen Kopernikusstraße und Ludwig-Hammers-Platz auf 30 Stundenkilometer stadtein- und stadtauswärts festgelegt. Aktuell geprüft wird, ob diese von mindestens zwei Geschwindigkeitskontrollanlagen (dauerhafte stationäre oder mobile Messung) begleitet werden kann.
Auf der Merowingerstraße wird eine Radverkehrsanlage geplant. Dazu erfolgt die Prüfung einer möglichen Umwandlung von Quer- in Längsparkständen mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit vor allem für Radfahrende zu erhöhen. Bis zur Errichtung der Radverkehrsanlage wird befristet Tempo 30 eingerichtet.
Die Einrichtung eines Radwegs zwischen Ludwig-Hammers-Platz und Karolingerstraße in Fahrtrichtung Süd wird zusammen mit dem Radwegebau Ludwig-Hammers-Platz möglichst im Jahr 2021 geprüft. Möglichkeiten der Kompensierung entfallender Stellplätze im Umfeld sollen geprüft werden. Die Radwegeplanung (einschließlich Stellplatzsituation) erfolgt nach Maßgabe der Kleinen Kommission Radverkehr unter frühzeitiger und kontinuierlicher Einbindung von Anwohnern und Öffentlichkeit.
Die Ampelsteuerung wird im Hinblick auf die Wirksamkeit zur Luftreinhaltung, Erhöhung der Verkehrssicherheit und Auswirkungen auf den Verkehrsfluss regelmäßig evaluiert.

Die Umweltspur Achse Werstener Straße wird durch folgende, adäquate Alternativen abgelöst:
Kurzfristig wird zum 1. März eine umweltsensitive Signalschaltung der Ampeln eingerichtet.
Mittelfristig wird darauf aufbauend eine intelligente, dynamische und umweltsensitive Signalschaltung etabliert.
Die parallel zur Witzelstraße verlaufenden Rad- und Fußwege werden im Abschnitt zwischen Christophstraße und Moorenplatz bis zum 31. März inklusive Bordsteinabsenkungen baulich aufgewertet. Das geschieht im Übergang bei sofortigem Wegfall der Parkplätze.

Bis zur baulichen Umsetzung des OVA-Beschlusses von Mai 2020 für einen Zweirichtungsradweg in der Witzelstraße wird unmittelbar mit der Aufhebung der Umweltspur der Weg entlang der Universitätsklinik unter Aufhebung der Stellplätze mit einfachen Mitteln für den Zweirichtungs-Radverkehr hergestellt beziehungsweise verbreitert. Für die Haltestellensituation an der Stoffeler Kapelle (Christophstraße/Universität Nord) und die Einfädelung am Moorenplatz soll die Stadtverwaltung Übergangslösungen prüfen und umsetzen.

Die Planung für ein P&R-Parkhaus mit B&R-Anlagen am Südpark wird eingeleitet. Darüber hinaus soll eine parallele Abstimmung mit der Rheinbahn AG als Eigentümer der Fläche über mögliche Partner, die eine solche Anlage planen, bauen und betreiben können, erfolgen.

Die Busbeschleunigung (Linien SB50, 723, 780, 782, 785) auf der Witzelstraße/Werstener Straße soll durch eine Bevorrechtigung am Südpark erreicht werden.

Die Markierung eines Radfahrstreifens mit Freigabe für den Buslinienverkehr bei Erhalt von zwei Fahrstreifen für den motorisierten Individualverkehr auf der Mecumstraße, Erasmusstraße und Corneliusstraße stadteinwärts zwischen Auf’m Hennekamp und Oberbilker Allee – zwischen Auf‘m Hennekamp und Fruchtstraße als Radschutzstreifen; vor der Oberbilker Allee als Leipziger Kombispur – soll geprüft werden.

Die Fassung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für den Radwegebau Witzelstraße/Auf’m Hennekamp und Vorlage einer Planung für die Radverkehrsführung an Karolingerplatz/Brunnenstraße soll möglichst noch in diesem Jahr erfolgen.
Die Achse Witzelstraße/Corneliusstraße soll durch Beschleunigung der Planung und Realisierung der Ortsumgehung Oberbilk mit perspektivischem Anschluss an die Kölner Landstraße zur A46 entlastet werden.

Optionen für eine langfristige Umgestaltung der Corneliusstraße zwischen Mecumstraße und Herzogstraße, die die Anlage von Radfahrstreifen, Rasengleisen, barrierefreien Haltestellen und einer dynamischen, verkehrsmengenabhängigen und umweltsensitiven Verkehrssteuerung (reversible lanes) für den stadteinwärtigen und -auswärtigen Verkehr zulässt, soll durch die Stadtverwaltung gepüft werden, Die Ampelsteuerung wird im Hinblick auf die Wirksamkeit zur Luftreinhaltung, Erhöhung der Verkehrssicherheit und Auswirkungen auf den Verkehrsfluss regelmäßig evaluiert.

Die Umweltspur Prinz-Georg-Straße wird durch folgende, adäquate Maßnahmen ersetzt:
Die beiden rechten Fahrstreifen der Prinz-Georg-Straße zwischen Moltkestraße und Rochusstraße werden bis Montag, 1. März, in Radfahrstreifen mit Freigabe für den Linienbusverkehr umgewandelt.

Zur Verbesserung der Zufahrt in die Radfahrstreifen werden die Rechtsabbiegespuren von der Eulerstraße (Fahrtrichtung Süd) in die Moltkestraße sowie auf der Prinz-Georg-Straße (Fahrtrichtung Nord) in die Bagelstraße in eine Leipziger Kombispur (Zulassung des Radverkehrs für Geradeausfahrt auf der Spur) ummarkiert – jeweils mit Anschluss von den bestehenden Radwegen.

Bauliche Umsetzung
Bereits in der kommenden Woche werden erste Ersatzmaßnahmen umgesetzt, und die Straßenausstattung aus dem Testbetrieb der Umweltspuren wird entfernt. Zunächst werden die im Zuge der Umweltspuren aufgebrachten Fahrbahnmarkierungen auf allen drei Achsen demarkiert. Im Anschluss, voraussichtlich ab Mittwoch, 24. Februar, wird die temporäre Beschilderung abgebaut. Die außer Betrieb genommene Beschilderung wird wieder aktiviert, und auf der Merowingerstraße und der Prinz-Georg-Straße wird mit dem Aufbau der neuen Beschilderung begonnen. Ebenfalls im Laufe der kommenden Woche werden die geänderten Signalprogramme in die Ampelanlagen an der Kreuzung Werstener Straße/Universitätsstraße und am Knoten Münchener Straße/Südring eingespielt. Die Programme sollen ab Montag, 1. März, wirksam geschaltet werden.

An der Kreuzung Mecumstraße/Auf’m Hennekamp muss die Ampelanlage wegen ihres Alters durch das Amt für Verkehrsmanagement durch den Ersatz von Soft- und Hardware technisch aufgerüstet werden – zum Beispiel durch den Einbau einer neuen Steuerungseinheit in das vorhandene Gerät. Diese Arbeiten erfolgen am Wochenende 27./28.Februar, damit auch an dieser Anlage zum 1. März die lufthygienisch wirksamen Programme geschaltet werden können.

Ziel dieser ersten, festzeitbasierten umweltsensitiven Anpassung der Lichtsignalanlagen an den drei Knotenpunkten ist es, dass nur noch die lufthygienisch verträgliche Anzahl an Kraftfahrzeugen in die Merowingerstraße und in die Corneliusstraße einfahren kann. Das bedeutet, dass die jetzige Durchflussmenge nicht überschritten wird.

Durch die neue Signalsteuerung lassen sich dabei die Verkehrsmengen über den gesamten Tag auf das notwendige Maß regulieren. Möglichen Rückstauspitzen in den Hauptverkehrszeiten kann auf diese Weise besser begegnet werden. Hinsichtlich Rückstauregelung und Verflüssigung und der Wahrung einer sicheren Verkehrsabwicklung sind Feinsteuerungsmöglichkeiten in diesen Steuerungsmodulen enthalten.

Verkehrssituation wird genau beobachtet
“In der ersten Umsetzungsphase wird die Verkehrssituation genau beobachtet, und die Steuerung kalibriert. Die Regulierung der Verkehre soll so auf das lufthygienisch notwendige Maß eingestellt werden. Neben der Verkehrsbeobachtung wird mittels Detektorenauswertungen und monatlichen Zählungen die Wirksamkeit der Maßnahme fortlaufend bewertet und bei Bedarf nachgesteuert”, erklärt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke.

Dem möglichen Anstieg von Verkehrsmengen im Laufe des Jahres stehen die Effekte Homeoffice und alternative Verkehrsmittel (Rad, ÖPNV) entgegen. Damit reguliert sich das allgemeine Verkehrsniveau prognostiziert auf ein Ausmaß ein, das unter dem der Jahre vor 2019 liegt. Auf der Merowingerstraße wird als zusätzliche zur umweltsensitiven Steuerung die zulässige Höchstgeschwindigkeit stadtein- und stadtauswärts ebenfalls aus Gründen der lufthygienischen Wirksamkeit auf 30 Stundenkilometer festgesetzt.

Entlang der Prinz-Georg-Straße ist keine Anpassung der Signalanlagen erforderlich. Der Grenzwert bei den Stickoxiden wird dort aktuell eingehalten. Um den Radverkehr auf dieser wichtigen Achse des Radhauptnetzes weiter zu stärken wird bis Ende Februar unter Berücksichtigung des Buslinienverkehrs die Umweltspur in einen Sonderfahrstreifen für Radfahrende umgewandelt. Die weiteren Lückenschlüsse in Richtung Norden und Süden befinden sich aktuell in der Planung. Das betrifft verschiedene Anschlusspunkte, die hinsichtlich ihrer Komplexität noch Beteiligung und Abstimmung erfordern. Nach der Fertigstellung von vorlaufenden Kanalarbeiten des Stadtentwässerungsbetriebes soll dort zügig mit der Umsetzung begonnen werden.

An der Achse Fischerstraße – Kaiserstraße stadteinwärts werden die bestehenden Radverkehrsführungen optimiert. Dieses erfolgt abschnittsweise in unterschiedlicher Form. Dazu gehört auch die Überprüfung sämtlicher Anschlüsse.

Umsetzung Modellvorhaben VinDUS
Bereits in seiner Sitzung im Januar 2021 hat der OVA das Projekt “Verkehrsinformation und dynamische Umweltsensitive Steuerung (VinDUS)” beschlossen. Die Umsetzung ist bis Ende 2023 vorgesehen.

Ziel dieses Projektes ist der Aufbau eines dynamischen, umweltsensitiven Verkehrsmanagementsystems zur Verkehrsinformation und Verkehrssteuerung. Dazu ist das bestehende Verkehrsmanagementsystem im Rahmen des Projektes um die umweltsensitive Verkehrsrechnerkomponente zu erweitern sowie die bestehende Infrastruktur zu ergänzen. Das bedeutet zusätzliche Signalsteuerungen in Lichtsignalanlagen, die Ertüchtigung und Ergänzung von Anzeigetafeln, Erweiterung des Detektionssystems, dynamische streckenbezogene Wechselverkehrszeichenanlagen für sich ändernde Bedarfe. Das System wird die aktuell kurzfristig umgesetzte, festzeitbasierte Steuerung ablösen und dann weitgehende, dynamische, umweltsensitive Steuerungsmöglichkeiten bieten, mit denen die gültigen Grenzwerte eingehalten werden können.

Weitere, ergänzende Projekte zur Verbesserung der Luftqualität
Über die kurzfristigen Maßnahmen hinaus, wurde die Stadtverwaltung mit der zügigen Umsetzung weiterer Vorhaben zur Verbesserung der Luftqualität beauftragt. Dazu gehören:
– Optimierung der Radverkehrsanlagen entlang der Witzelstraße im Bereich Uniklinik bis Ende März stadtauswärts
– Einrichtung einer Radverkehrsanlage auf der Merowingerstraße zwischen Ludwig-Hammers-Platz und Südring
– Die Erstellung der Planung für ein Pendlerparkhaus am Südpark mit Mobilstation. – Im Sinne der ÖPNV-Beschleunigung soll am Knoten Werstener Straße/ Südpark die Bevorrechtigung des Linienbusverkehrs erfolgen
– Prüfung von Radverkehrsanlagen entlang der Achse Werstener Straße/ Corneliusstraße.
– Die beschleunigte Planung und Umsetzung der Ortsumgehung Oberbilk.
– Optimierung der Radverkehrsanlagen entlang der Fischerstraße
– Optimierung der Radachse im Bereich Erasmusstraße im Bereich zwischen Fruchtstraße und Färberstraße stadteinwärts mit Fortsetzung bis zur Oberbilker Allee

Informationen für Verkehrsteilnehmer
Wie üblich, kann es im Zuge der Arbeiten zeitweise zu Behinderungen für Verkehrsteilnehmer kommen. Das Amt für Verkehrsmanagement versucht, diese so gering wie möglich zu halten. Informationen erfolgen über die üblichen Kanäle der Stadt und auf den Verkehrsinformationstafeln im Stadtgebiet. Das Amt für Verkehrsmanagement weist auch darauf hin, dass die Verkehrsüberwachung in diesem Abschnitt verstärkt werden wird.

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