Smarter Verband, smarte Uhr und das Projektteam um Professor Dr. Hubert Otten (2.von links) (Foto: privat)
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Krefeld. Dank moderner Sensorik sollen Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom künftig besser behandelt werden können. Dies ist das Ziel des Forschungsprojekts iFoot, das am Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein angesiedelt ist. Jetzt wurde das Projekt beim Bytes4Diabets Award als eines von fünf innovativen Digital-Projekten ausgezeichnet. Die elfköpfige Jury aus Diabetesexperten würdigte es bei einer digitalen Preisverleihung auf dem diesjährigen DiaTec, einem Fachkongress für Diabetes-Technologie und Digitalisierung in der Diabetestherapie.

Die Wissenschaftler entwickelten eine Systemlösung, die die Versorgung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom verbessern soll. Der mit Sensorik ausgestattete Verband misst medizinisch relevante Werte am Fuß der betroffenen Personen und gibt diese an eine Smartwatch weiter. Hier werden die am Fuß gemessenen Werte einer ersten notfallspezifischen Analyse unterzogen. Sind die Werte schlecht, gibt es ein Alarmsignal über die Smartwatch.

Auf der Uhr werden darüber hinaus die Sensor-Datensätze vom Fuß um weitere Vitalparameter ergänzt und in dieser Kombination über ein Mobilfunknetz in einen patientenbezogenen Datenpool weitergeleitet. An dieser Stelle erfolgt eine erweiterte KI-basierte Datenanalyse, welche das konkrete Ziel verfolgt, Komplikationen zu vermeiden sowie den Heilungsverlauf zu verbessern. Daten und Analyseergebnisse werden Patienten und Behandlern via Cloudlösung über eine Smartphone- sowie eine PC-fähige App zur Verfügung gestellt.

„Der iFoot-Verband ist das, was wir suchen“, sagte Nico Richter, Bereichsleiter Versorgungsforschung und Innovation bei der Krankenkasse DAK-Gesundheit, in seiner Laudatio. Richter machte in seinem Grußwort an die Preisträger deutlich, dass für die Jury „sehr gut nachvollziehbar eine wahnsinnig große Wahrscheinlichkeit“ dafür bestehe, dass durch den iFoot-Verband eine Eskalation des Diabetischen Fußsyndroms in vielen Fällen vermieden werden kann.

Professor Dr. Hubert Otten, Leiter des Competence Center eHealth an der Hochschule Niederrhein und verantwortlich für das Projekt iFoot, betonte die Relevanz des Gemeinschaftsprojekts: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass der Heilungsverlauf beim diabetischen Fuß verbessert wird“, sagte er. „Bei konsequenter Vorsorge ist es möglich, einen hohen Anteil der jährlich 40.000 auf Grund des Diabetischen Fußsyndroms vorgenommenen Amputationen zu vermeiden. Hier kann unser innovativer Verband helfen und das mit der Volkskrankheit Diabetes häufig verbundene menschliche Leid lindern.“

Das Konsortium des Projekts iFoot besteht aus dem Kölner Centrum für Integrierte Diabetestherapie (CID GmbH), dem St. Vinzenz Hospital Köln, der PI Proballigence GmbH und dem Kompetenzzentrum CCeHealth am Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein. Unterstützt wird es durch die Initiative Chronische Wunden (ICW), das Netzwerk Diabetischer Fuß e.V., die sanaFactur GmbH und die Vodafone GmbH. Das mit Mitteln des Landes NRW und der EU geförderte Projekt hat ein Gesamtbudget von 1,5 Mio Euro und läuft drei Jahre.

 

Projektverantwortlicher
Prof. Dr. Hubert Otten
hubert.otten@hs-niederrhein.de

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