Bernd van Essen war 28 Jahre lang Leiter der Liebfrauenschule Geldern, Berufskolleg des Bistums Münster (Foto: Ewald Hülk)

Geldern. Abschied mit Videogrüßen und auf Abstand

Ein Jahr lang wolle er in Geldern bleiben – so hatte es sich Bernd van Essen vorgenommen, als er 1982, direkt nach dem Referendariat, von Münster in die Drachenstadt am Niederrhein zog. Er lacht. „Daraus sind 38 Jahre geworden, und ich habe keins davon bereut“, sagt er.

Nun ist van Essen, der mit seiner Familie in Moers lebt, als Leiter der Liebfrauenschule Geldern, Berufskolleg des Bistums Münster, in den Ruhestand verabschiedet worden. Aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkungen nur in einem kleinen Kreis und auf Abstand, einige Beiträge wurden per Video eingespielt. „Ich wollte sowieso keinen ,großen Bahnhof‘ bekommen“, betont der Schulleiter im Ruhestand, „wir können doch dankbar sein für das, was wir haben“.

Dazu gehören viele Erinnerungen an die Zeit in Geldern. 1989 übernahm van Essen erste Aufgaben in der Schulleitung und wurde im Oktober 1990 auch offiziell stellvertretender Schulleiter. Keine zwei Jahre später, zum 1. August 1992, wurde er schließlich zum Schulleiter ernannt. Dr. William Middendorf, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat, stellte bei der Verabschiedung fest: „Dies ist für eine Schulleitung eine ungewöhnliche lange Zeit. Für die Liebfrauenschule, aber auch für den Schulträger waren es gute Jahre.“ Middendorf dankte van Essen auch im Namen von Bischof Dr. Felix Genn und Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp für den „pflichterfüllten Dienst“ und überreichte ihm die Ruhestandsurkunde des Generalvikars.

Beim Aufräumen habe er alte Unterrichtsentwürfe von sich selbst sowie von Kolleginnen und Kollegen gefunden, die sich in den vergangenen Jahren angesammelt haben, erzählt van Essen. „Wenn man das mit den heutigen Konzepten vergleicht, kann man echte Quantensprünge erkennen“, berichtet er. Und insbesondere im vergangenen Jahr habe sich aufgrund der Pandemie vieles neu entwickelt. „Das konnte vor einem Jahr noch niemand ahnen, manche Fragen zum Thema Digitalisierung haben sich inzwischen erübrigt“, blickt van Essen zurück. Digitaler Unterricht böte neue Möglichkeiten und mit dieser Form des Lernens würden einige Schülerinnen und Schüler besser zurecht kommen. Dennoch stellt der scheidende Schulleiter klar: „Ich hoffe, dass wir den jetzigen Weg nicht ewig beschreiten müssen, gerade an unserer Schule ist der persönliche Kontakt ein Markenzeichen.“

Nun freut sich der 65-jährige van Essen darauf, mehr Zeit mit seiner Familie und im heimischen Garten verbringen zu können. „Und ich möchte mehr reisen, wenn das wieder möglich ist“, blickt der optimistisch in die Zukunft.

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