Rudolf Kretz-Manteuffel (Foto: privat)

Kreis Wesel. Zur der Meldung der Kreisverwaltung Wesel “Kreis baut Impfkapazitäten aus – Zweiter Impfstandort am St. Josef in Moers” gab es schnell die ersten Stellungnahmen der Parteien.

FDP-Forderung erfüllt: Endlich zweiter Covid-Impfstandort in Moers

Die FDP-Kreistagsfraktion forderte Landrat Ingo Brohl zur schnellen Umsetzung eines zweiten linksrheinischen Impfzentrums auf. Die Planungen eines Zweitstandortes am St. Josef Krankenhaus begrüße die FDP. Seit gestern erlaubt der neue Impferlass der Landesregierung ein solches zweites Zentrum pro Flächenkreis. Beim Märkischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis und weiteren Gebietskörperschaften in Nordrhein-Westfalen stand man in den Startlöchern. Die Meldung war kaum in die Presse gelangt, prasseln Anträge auf zweite Impfzentren beim Land ein.

„Es ist jetzt wichtig, dass der Landrat und die Kreisverwaltung schnellstmöglich mit den linksrheinischen Städten und Gemeinden in Kontakt treten und die Sache dingfest machen“, sagt FDP-Fraktionschef Rudolf Kretz-Manteuffel.

Die FDP-Fraktion war die erste, die diese Forderung bereits im November 2020 auf die Agenda gehoben hatte – mit großer Resonanz. „Die Zustimmung seitens der Bevölkerung zeigt uns, dass wir hier eine wichtige Forderung gestellt haben”, ergänzt Kretz-Manteuffel.  „Damals war uns bewusst, dass nur ein Standort im Sinne einer zügigen Verimpfung von Dosen nicht ausreichen wird“, heißt es weiter. Nun gibt es den Startschuss vom Land. Die Kreisverwaltung müsse nun Fakten schaffen. „Das muss einfach schneller und reibungsloser laufen”, stellt die FDP-Kreistagsfraktion fest. Man müsse jetzt alles tun, um ab dem ersten April auch linksrheinisch zu impfen, sagen die Freidemokraten.

Von Landrat Ingo Brohl erwartet SPD einen schnellen Aufbau

Die SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider und Ibrahim Yetim sowie die designierten SPD-Bundestagskandidaten Rainer Keller und Jan Dieren begrüßen die Entscheidung des Landes, nun doch ein zweites Impfzentrum einzurichten. Von Landrat Ingo Brohl erwarten sie einen schnellen Aufbau, damit das Zentrum Anfang April direkt einsatzfähig und nutzbar für die rund 200.000 Menschen im Süden des Kreis Wesel ist.

„Wir freuen uns, dass unser Druck auf Landesregierung und Landrat nun Wirkung gezeigt hat und der Weg für ein zweites linksrheinisches Impfzentrum endlich frei ist“, sind sich die SPD-Politiker einig. „Es müssen zwingend effektive Strukturen geschaffen werden, damit lange Wege vermieden werden und jeder schnellstmöglich Zugang zur Impfung bekommt, denn die Impfung ist der einzige Weg aus der Krise“, so Rainer Keller. „Durch die Einrichtung eines linksrheinischen Impfzentrums kann nun die Organisation der Impfungen im Kreis deutlich verbessert werden. Dann wird sich hoffentlich auch die Stornierung von Impf-Dosen im Kreis Wesel erübrigen“, ergänzt Jan Dieren.

DIE LINKE: Kostenlose Taxifahrten weiterhin notwendig

In einer Pressemitteilung hat der Kreis Wesel heute bekannt gegeben, dass das Impfzentrum in Wesel durch eine Dependance in Moers erweitert wird. Gleichzeitig wurde dem Vorschlag der Linksfraktion im Kreistag Wesel, den Bürger*innen bei Bedarf eine Taxifahrt zum und vom Impfzentrum zu erstatten, eine Absage erteilt.

Sascha H. Wagner, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Kreistag Wesel hierzu: „Wir begrüßen es, dass das Impfzentrum nun durch einen Ableger in Moers erweitert wird und fühlen uns in unseren Bemühungen nach einer Dezentralisierung der Impfungen bestätigt. Doch an der Tatsache, dass eine hohe Impfquote nach wie vor von der Möglichkeit zu einer sicheren und zumutbaren Anreise zu den Impfzentren abhängt, ändert sich nichts.“

Das bisherige Anreise-Konzept benachteiligt all jene Personen, die kein eigenes Auto haben oder auf Freiwillige aus dem eigenen Umfeld zurückgreifen können. „Eine Anreise mit dem ÖPNV nach Wesel oder Moers ist für viele Personen weder zumutbar noch sicher, insbesondere in Hinblick auf die anlaufende dritte Welle der Pandemie durch dreifach infektiösere Virusmutationen. Vor dem Hintergrund, dass der Kreis angibt, dass ein Angebot in unserem Sinne eine Nachfrage erzeugen würde und die anfallenden Kosten zu hoch wären, frage ich mich, wie der Kreis zu der Einschätzung gekommen ist, dass es keinen Bedarf für Gratistaxifahrten gibt“, gibt Wagner zu bedenken und ergänzt abschließend:

„Das allen Bürger*innen eine Taxifahrt erstattet wird, liegt gewiss nicht in unserem Sinn. Die Betonung lag von Anfang auf einer Erstattung bei Bedarf. Insbesondere durch die Virusmutationen sehen wir weiterhin die dringende Notwendigkeit, dass niemand zu einer Anreise mit dem ÖPNV gezwungen sein sollte. Dass das Angebot einer kostenlosen Taxifahrt nur all jene in Anspruch nehmen, die einen Bedarf hierfür haben, wäre durch eine entsprechende Kommunikation der Verantwortlichen zu realisieren.“

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