Endoskopiepfleger Hans Middelkamp (l.) und Prof. Dr. Dinko Berkovic sind ein eingespieltes Team: Beim therapeutischen Verfahren der endoskopischen Vollwandresketion arbeiten sie Hand in Hand (Foto: © Krankenhaus Neuwerk)

Mönchengladbach. Darmkrebs zählt zu den Krebsarten mit den größten Heilungschancen: Weil dieser zum einem sehr gut diagnostiziert werden kann, und sich zum anderem im absoluten Frühstadium entfernen lässt. Daher ruft der Chefarzt der Inneren Medizin und Leiter der Funktionsabteilung am Krankenhaus Neuwerk, Prof. Dr. Dinko Berkovic, zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auf. „Die Medizintechnik hat in den vergangenen zehn Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht: Durch die Einführung besserer diagnostischer und therapeutischer Verfahren sind die Heilungschancen bei Darmkrebs heute sehr gut“, erklärt Berkovic. Am Krankenhaus Neuwerk führen speziell geschulte Teams bei Untersuchungen des Dickdarms auch das neuartige Verfahren der sogenannten endoskopischen Vollwandresektion durch: Dabei ist der Patient der Gewinner, dem durch den Einsatz dieses Verfahrens zur Entfernung eines Tumors eine Bauch-Operation erspart bleibt.

Endoskope und die damit verbundene Diagnostik zählen heute zur absoluten High-Tech-Medizin. Prof. Dr. Dinko Berkovic: „Mittels der Endoskopie können wir direkt im Darminneren kleine operative Eingriffe durchführen.“ Durch eine hochauflösende Kamera wird der komplette Darm mit hoher Präzision nach Auffälligkeiten abgesucht. „So erkennen wir Darmtumore im Vorläuferstadium eines Krebses und können Veränderungen der Schleimhaut, ob gut- oder bösartig im gleichen Untersuchungsgang entfernen“, so der Experte. Das betrifft bei der konventionellen Technik allerdings nur die oberste Schicht der Darmschleimhaut.

Mit dem neuen Verfahren der Vollwandresektion können auch Tumore, die bereits tiefer in die Darmwand hineingewachsen sind, abgetragen werden. Für die Entfernung musste bisher ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden. Jetzt kann der Spezialist mit einer Schlinge und einer speziellen Greifkralle am Endoskop auch diese schon mit der Darmwand verwachsenen Tumore unschädlich machen, durch alle Darmschichten hindurch. Berkovic: „Mit dieser speziellen Technik schneiden wir den kompletten Tumor mitsamt der Darmwand heraus, quasi ein Loch in den Darm. Dieses wird sofort von innen mit einer Klammer wieder verschlossen“, erklärt der erfahrene Darmspezialist das therapeutische Verfahren der endoskopischen Vollwandresektion. Nach der Heilung werde die Klammer entweder abgestoßen, ausgeschieden oder wieder endoskopisch entfernt.

Das Verfahren verlange äußerstes Geschick und könne nur von erfahrenen, speziell geschulten Fachleuten durchgeführt werden. Am Krankenhaus Neuwerk haben zwei Zweier-Teams, je ein Arzt und ein Endoskopiepfleger, den erforderlichen Lehrgang absolviert. „Nur im Team, das eng aufeinander abgestimmt ist, wird der Eingriff durchgeführt“, so Endoskopiepfleger Hans Middelkamp. Für diesen Eingriff seien im Gegensatz zu einer Operation keine Vollnarkose und kein Bauchschnitt nötig. „Der Patient kann schon nach einem nur zweitägigen stationären Aufenthalt nach Hause entlassen werden und erholt sich schnell“, erklärt Middelkamp.

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