Prof. Dr. Stephan Böhmer (l.) und Dr. Akbar Ferdosi (Foto: privat)

Wesel. Frauen im Zentrum der Gesundheit: Das Marien-Hospital, eine Einrichtung der pro homine gGmbH, nimmt die Frauengesundheit verstärkt in den Blick und schafft passende Strukturen in der medizinischen Versorgung. Dafür stehen zwei Chefärzte, die künftig unter dem Dach des Zentrums für Frauengesundheit kooperieren: Prof. Dr. Stephan Böhmer, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, und Dr. Akbar Ferdosi, ab 1. April 2021 Chefarzt der Klinik für Senologie und Brustzentrum. Einer kennt das Fachgebiet des anderen. Die beiden Spezialisten und ihre Teams aus erfahrenen, kompetenten Fach- und Oberärzten mit einer Vielzahl von Zusatz-Qualifikationen stehen für eine leitliniengerechte Spitzenmedizin, professionell und zugewandt in Beratung, Betreuung und Behandlung.

Schwerpunkt Onkologie

Ein Schwerpunkt des Frauenzentrums ist die Onkologie. „Zur Behandlung von Krebserkrankungen wurden Investitionen in die Medizintechnik getätigt und eine Reihe neuer Verfahren etabliert“, sagt Prof. Böhmer. Versorgt werden zunehmend Patientinnen mit komplexen Krebserkrankungen. Dazu zählen insbesondere solche mit Begleiterscheinungen (z.B. Diabetes oder Herz-/Kreislauf) und fortgeschrittenen Tumoren. Das Zentrum bietet Diagnostik und Therapie insbesondere zu fünf Formen der onkologischen Unterleibs-Erkrankungen: Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterhöhlenkrebs, Eierstock- und Eileiterkrebs sowie Krebs im Bereich der Scham. Zum Leistungsspektrum des Frauenzentrums zählt als eigener Bereich die Urogynäkologie zur ambulanten und operativen Behandlung von Inkontinenz und Beckenbodenschwäche – ein weiterer Baustein für eine umfassende und kompetente medizinische Versorgung.

Vierter Kreißsaal vor Eröffnung

In der Geburtsmedizin ist das Frauenzentrum mit der Erfahrung von ca. 1400 Geburten pro Jahr ein verlässlicher Partner. Um den weiter steigenden Geburtenzahlen gerecht zu werden, errichtet das Marien-Hospital aktuell einen vierten Kreißsaal, der noch in der ersten Jahreshälfte 2021 eröffnet werden soll. Die Klinik ist als Perinatalzentrum anerkannt.

Spezialisiertes Brustzentrum

Das Brustzentrum unter Leitung von Dr. Ferdosi ist spezialisiert auf brusterhaltende Operationen unter Berücksichtigung der ästhetischen Chirurgie, Rekonstruktionen der Brust und Brustdrüsenentfernung mit Brustaufbau bei familiärer genetischer Belastung. „Es ist wichtig, dabei auch die Angehörigen mit einzubeziehen, denn sie sind oft verunsichert und mit der Situation überfordert“, weiß der neue Chefarzt.

Dr. Ferdosi betont, die OP sei ein wesentlicher Teil der Behandlung, könne aber nur im Zusammenspiel mit den anderen Therapiebausteinen zu bestmöglichen Ergebnissen führen. Für ein gutes ästhetisches Ergebnis gelte es, die Wünsche der Patientinnen mit seinen Empfehlungen und Ansprüchen als Operateur zu vereinbaren. Breast Care Nurces (speziell geschulte Krankenschwestern) und eine Psychoonkologin unterstützen die Frauen bei ihren Fragen, Ängsten und Sorgen.

Schonende Verfahren  

Die Chefärzte Böhmer und Ferdosi setzen auf zeitgemäße und schonende Methoden in Diagnostik und Therapie. Dazu zählen insbesondere minimal-invasive Verfahren („Schlüsselloch-Chirurgie“) sowie endoskopische Methoden. Innerhalb des Marien-Hospitals arbeiten Experten zusammen, die in regelmäßigen Tumorkonferenzen Krankheitsfälle besprechen und gemeinsam individuelle, angemessene Behandlungsstrategien festlegen. Frauen- und Brustzentrum sind angesiedelt unter dem Dach des Niederrheinischen Zentrums für Tumorerkrankungen (NZT) der pro homine, zu dem sich die onkologisch tätigen Fachdisziplinen sowohl des Marien-Hospitals Wesel als auch des St. Willibrord-Spitals Emmerich zusammengeschlossen haben. Strenge Qualitätskontrollen und regelmäßige Zertifizierungen durch externe Experten belegen, dass eine hochqualifizierte, wohnortnahe Behandlung gewährleistet ist. Am NZT beteiligte Ärzte sind in Wissenschaft und Lehre regelmäßig aktiv und ermöglichen Patienten den Zugang zu großen klinischen Studien.

Umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten und universitäres Niveau

Das Zentrum für Frauengesundheit am Marien-Hospital wird universitären Anforderungen in Fachkompetenz, Struktur und Ausstattung gerecht. Es ist von der Ärztekammer Nordrhein als Weiterbildungsstätte für die Facharzt-Weiterbildung im vollen fünfjährigen Umfang anerkannt. Unter dem Dach des Zentrums für Frauengesundheit am Marien-Hospital werden Assistenzärzte nach gemeinsamen Konzepten von Gynäkologie / Geburtshilfe und Senologie komplett zum Facharzt ausgebildet. Für ausgebildete Fachärzte in der Frauenheilkunde bietet das Marien-Hospital weitere Möglichkeiten der Weiterbildung, weil das Haus über die Ärztekammer-Anerkennungen für die Schwerpunkte Perinatal- und Geburtsmedizin sowie gynäkologische Onkologie und spezielle operative Gynäkologie verfügt. Der medizinische Nachwuchs profitiert darüber hinaus vom Status des Marien-Hospitals als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster.

„Neue Akzente setzen“

„Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit und die weitere intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Frauen im Zentrum der Gesundheit – das ist unser Anspruch, hier werden wir für Wesel und die Region Niederrhein neue wegweisende Akzente in der Frauengesundheit setzen“, unterstreichen Prof. Böhmer und Dr. Ferdosi. Für den künftigen Chefarzt der Senologie bedeutet die neue Stelle die Rückkehr in eine vertraute Umgebung: Er war von 2004 bis 2006 als Assistenzarzt der Gynäkologie und von 2011 bis 2012 als Leitender Oberarzt der Senologie (Brustheilkunde) am Marien-Hospital tätig.

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