Stehen gemeinsam für die Sache - Mediziner und Mitarbeitervertreter des Johanniter-Krankenhauses Rheinhausen. Symptome und gesundheitliche Probleme umgehend abklärten lassen und auch Vorsorgeangebote trotz Pandemie wahrzunehmen. von links: Chefärztin der Gastroenterologie Roya Tahriri-Amlashi, Mitarbeitervertreter (MAV) Rainer Glienke und Andrea Mogendorf und Chefchirurg und Leiter des Magen-Darm-Zentrums Dr. Alexander Meyer (Foto: S. Kalkmann)

Duisburg. Doppelter Appell: Zwar befinden wir uns im März immer noch im bundesweiten Darmkrebsmonat, welcher auf die Notwendigkeit der Vorsorgekoloskopie, sprich der Darmkrebsvorsorge, hinweist, doch unabhängig von dieser Präventionskampagne, gibt die durch die Pandemie steigende Zahl der rückläufigen Arztbesuche genügend Anlass zum weiteren Appell, wenn nicht sogar in aller Deutlichkeit ausgedruckt, einen erneuten Warnschuss. Denn auch die Chirurgen schlagen Alarm, dass die Bürger aus Angst vor einer Infektion mit dem Covid-19 Virus beim Arzt regelrecht arztscheu geworden sind.

Wiederholt zeichnen sich nach über einem Jahr nach Bekanntwerden der Pandemie lebensbedrohliche Diagnosen und Prognosen ab. Die Operateure des Johanniter-Krankenhauses in Duisburg-Rheinhausen berichten über Patienten, die über ein Jahr mit Durchfällen und unüblich auffälligen Symptomen rumlaufen und nicht den Gang zum Arzt gewagt haben. Diese Patienten trifft das Schicksal, dass sie einen Darmkrebs nicht rechtzeitig diagnostiziert und haben behandeln lassen. Ein hoher Preis für einen vorherigen Verzicht eines Arztbesuches oder Gang ins Darmzentrum.

Diese Entwicklung ist verheerend und wird eine zweite Covid-Todes-Quote bewirken, sind sich die Mediziner sicher. Daher nochmals der Aufruf an die Bürger, lassen Sie unbedingt Ihre Symptome umgehend abklären! Die Arztpraxen und Krankenhäuser sind extrem auf die Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen sensibilisiert und in diese eingearbeitet. Gehen Sie zum Arzt und zur Vorsorge! Die Onkologen weisen bereits jetzt schon darauf hin, dass auffällig wenige Krebsdiagnosen festgestellt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass es weniger Krebserkrankungen gibt, sondern dass weniger Krebserkrankungen festgestellt werden können, da die Menschen nicht zum Arzt gehen. Denn die Krebserkrankungen steigen seit Jahren kontinuierlich und dies tun sie auch während einer Pandemie.

Die Mediziner befürchten zudem in den kommenden Monaten ein erhöhtes Patientenaufkommen durch nicht mehr aushaltbare Schmerzen und Symptome, die den Betroffenen dann kein Aufschieben eines Arztbesuches möglich machen. Mit Blick auf den Darmkrebsmonat März nutzen die Johanniter als einer der größten Arbeitgeber im Duisburger Westen auch die Möglichkeit, nicht nur die Öffentlichkeit sondern auch die eigenen Mitarbeiter auf die Darmkrebsvorsorge hinzuweisen.

„Unsere Mitarbeiter sind für unsere Patienten Tag und Nacht im Dienst und sie sollen es bitte nicht versäumen, auch mal in ganz eigener Sache die Vorsorgeangebote wahrzunehmen“, sind sich die Vertreter der Mitarbeitervertretung und der Geschäftsführung einig. In diesem Zusammenhang haben die Mitarbeiter der Johanniter-Einrichtungen Rheinhausen die Möglichkeit, Blutstuhltests auf Kosten des Krankenhauses, selbstverständlich ganz anonym über ein externes Labor, analysieren zu lassen.

Beitrag drucken
Anzeigen