Theo Mohn und Claudia Blauert vom NABU Kevelaer (Foto: privat)

Kreis Kleve/Kevelaer. Der NABU Kreis Kleve fordert die Kommune Kevelaer auf, Belange des Natur- und Artenschutzes deutlich stärker als bisher zu berücksichtigen

Im mehrjährigen Mittel gehen in NRW Tag für Tag noch immer etwa 12 Hektar Freiraum durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau, Tagebau, Kies-Abbau und andere Abgrabungen unwiederbringlich verloren. Um sich die Dimension bewusst zu machen: Dies sind ca. 18 Fußballfelder Fläche pro Tag! Hierfür trägt nicht nur die Landesregierung einen großen Teil der Verantwortung auch die Kommunen haben die Belange von Natur, Tier- und Pflanzenarten, wenn es um konkrete Planungen vor Ort geht, häufig nicht zufriedenstellend im Blick. Mit der Volksinitiative Artenvielfalt NRW will der NABU unter anderem diesem Negativtrend etwas entgegensetzen und lokal wie landesweit den Flächenfraß stoppen.

Die Zahl der Beispiele von Vorhaben, die ohne Rücksicht auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder den Verlust von Freiraum und unversiegeltem Boden umgesetzt werden, hat landesweit erschreckende Dimensionen angenommen.

Auch hier in der Gemeinde Kevelaer gibt es aktuell, sowie aus den vergangenen Jahren genügend Beispiele, für aus Sicht des Naturschutzes in höchstem Maße konfliktreiche oder überflüssige Planungen. So seien aktuell u.a. die Erweiterung des Gewerbegebiet Ost, die geplante Neubebauung in Niersufernähe (hier hat der Rat der Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt – damit würde aus Fläche für Natur- und Landschaftsschutz im sensiblen Niersuferbereich ein Baugebiet), sowie die Straßenplanung zur Umgehungsstraße L486n/OW zu nennen. Diese Planungsprojekte fallen besonders durch Flächenverbrauch, stärkste Konflikte bezüglich artenschutzrechtlicher Vorgaben und durch Zerstörung von Lebensräumen oder von Landschaftsstrukturen für die existenziell wichtige Biotop – Vernetzung auf.

„Trotz der breiten gesellschaftlichen Diskussionen um den dramatischen Verlust der Artenvielfalt fehlt in Kevelaer leider noch der Handlungswille, ganz konkret das weitere Zurückdrängen der Natur, unserer Lebensgrundlage, in der Landschaft und auch im Siedlungsbereich zu stoppen. Wir erwarten aber von unserer Gemeinde Kevelaer die konsequente Beachtung der Natur- und Artenschutzbelange bei jeglichen Planungen“, sagen Theo Mohn und Claudia Blauert vom NABU Kevelaer.


Die Volksinitiative Artenvielfalt wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen. Ziel der Initiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Eine Übersicht über die mittlerweile rund 90 Unterstützer*innen der Volksinitiative findet man auf der Webseite www.artenvielfalt-nrw.de

InfoKlick: Webseite der Volksinitiative Artenvielfalt-NRW, Thema Flächenfraß

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