v.l. Eddy Eding Jr., Luca Kahl und Dennis Heinzmann (Fotos: Michael Fleschenberg)
Anzeige

Leverkusen. Der Rekordmeister bezwang am 25. Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA das TEAM EHINGEN URSPRING auswärts mit 85:95 (40:45) und zieht erstmalig in seiner Vereinsgeschichte in die Playoffs der zweithöchsten deutschen Spielklasse ein.

Dabei bekamen die Fans der „Giganten“ zu Spielbeginn ein ungewohntes Bild auf der Ersatzbank ihrer Mannschaft zu sehen. Chefcoach Hansi Gnad nahm auf dem Trainerstuhl Platz, während Assistant Coach Jacques Schneider das aktive Coaching übernahm. Wie es dazukam, erklärte Gnad wie folgt: „Wir wollen nicht nur unseren Spielern die Möglichkeit geben sich weiterzuentwickeln, sondern auch den Coaches. Deshalb hat Jacques heute als Headcoach übernommen und seine Sache sehr gut gemacht. Er hat sich diese Möglichkeit für seine harte Arbeit einfach verdient!“

Schneider und seine Schützlinge bekamen es in den ersten Minuten mit einer sehr wachen und aufmerksamen Ehinger Mannschaft zu tun, die die Farbenstädter ziemlich beschäftige. Die Gastgeber spielten ohne jeglichen Druck auf und sorgten in der Offensive für Akzente. So gehörte die erste deutlichere Führung den Süddeutschen (9:4 – 3. Spielminute). In der Folge kam BAYER immer besser in die Begegnung und beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Kein Team erspielte sich einen nennenswerten Vorteil in einem doch recht unterhaltsamen ersten Viertel, in dem die Zuschauer vor den Bildschirmen einige sehenswerte Angriff zu sehen bekamen. Nach zehn absolvierten Minuten leuchtete ein 22:22 auf der Anzeigetafel auf.

Ähnlich verliefen auch die ersten Minuten des zweiten Abschnitts, bevor die GIANTS den Turbo starteten. Marko Bacak krönte einen 8:0-„Run“ seiner Farben mit einem krachenden Dunk zur 27:34-Führung seiner Mannschaft. Ehingens Coach Domenik Reinboth reagierte, nahm die fällige Auszeit um den Leverkusener Lauf zu unterbinden. Dies gelang allerdings nicht wie gewünscht. BAYER war im Durchgang vor der Halbzeit einfach das konsequentere Team und verteidigte den Vorsprung. Der 14-malige Deutsche Meister hatte auf jeden Korberfolg der Hausherren eine passende Antwort und so war das 40:45 aus Sicht der Rheinländer nach 20 Spielminuten der verdiente Lohn ihrer Bemühungen.

Doch wie gegensätzlich Basketball sein kann, zeigte dann die dritte Spielperiode. Leverkusen machte munter weiter und ging, nach zwei erfolgreichen Freiwürfen durch Center Dennis Heinzmann, erstmalig zweistellig in Front (42:53 – 22. Spielminute). Es schien zu diesem Zeitpunkt so, als hätten die „Giganten“ die Partie im Griff, doch schnell wurden die Farbenstädter eines Besseren belehrt. Wie aus dem Nichts kam Ehingen zurück und verkürzte den Abstand Zähler um Zähler. Das lag vor allem an den beiden bockstarken Jack Pagenkopf (kam am Ende auf 20 Punkte) und Christian Oshita (19), welche die Urspring- Angriffe erfolgreich beendeten. Ein 11:1-Lauf der Ehinger sorgte dann gar für deren 55:54-Führung in der 26. Spielminute. BAYER konnte zwar in unmittelbarer Schlagdistanz zu den Mannen von der Donau bleiben, aber dennoch ging es beim Ergebnis von 68:65 in den Schlussabschnitt.

 

Und wieder sollte dieser nichts für schwache Nerven sein. Lange Zeit sahen die Leverkusener eher als die Verlierer der Paarung aus. Jack Pagenkopfs Dreier zum 79:72 (34. Spielminute) sorgte für Stirnrunzeln bei den GIANTS-Fans, die das Schlimmste befürchteten. Zu stabil, zu sicher wirkte das Ehinger Spiel zu diesem Zeitpunkt, um an eine Wende zu glauben. Doch diese trat tatsächlich ein. In der Verteidigung gelang es BAYER vermehrt gute Stopps zu setzen, während in der Offensive die Würfe durch die Reuse des Gegners fielen. So eroberte Marko Bacak, unter großem Jubel seiner Teamkollegen auf der Bank, via Korbleger die Führung wieder zurück (84:86 – 38. Spielminute). In den letzten beiden Minuten gelang dem Rekordmeister gefühlt alles. Sei es Topscorer Haris Hujic (20 Punkte) oder der in den wichtigen Momenten stark aufspielende J.J. Mann (19): Am Ende bezwangen die „Riesen vom Rhein“ das TEAM EHINGEN URSPRING mit 85:95. Damit ziehen Eddy Edigin Jr., Luca Kahl & Co. in die Playoffs 2021 ein.

Mit 20 Punkten, fünf Rebounds und fünf Assists stellte Haris Hujic einmal mehr seine überragenden Qualitäten unter Beweis. Der Guard hatte bei gefühlt jedem erfolgreichen Angriff seiner Mannschaft die Hände mit im Spiel. Der verdiente Lohn war eine beeindruckende Effektivität von 26. J.J. Mann erzielte 19 Zähler und griff vier Abpraller ab. Zweistellig scorten auch Sheldon Eberhardt und Marko Bacak mit je 12 Punkten, Dennis Heinzmann rutschte mit 11 Zählern und neun Rebounds knapp am „Double-Double“ vorbei.

Coach Jacques Schneider fasste die Begegnung im Anschluss wie folgt zusammen: „Wir haben uns in fremder Halle in dieser Saison bisher sehr schwer getan, umso besser, dass wir heute in Ehingen gewonnen haben. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt und hätten eigentlich höher führen müssen, allerdings haben die Gastgeber unglaubliche Würfe getroffen, die sie im Spiel gehalten haben. Wir haben bis zum Schluss darauf vertraut mit großer Energie zu spielen, was sich ausgezahlt hat. In den entscheidenden Phasen haben Haris und J.J. die Verantwortung übernommen und schlussendlich geht der Sieg aus meiner Sicht in Ordnung. Glückwunsch an die Jungs, die damit den Einzug in die Playoffs klargemacht haben.“ Positiv äußerte sich der gebürtige Bonner auch über den Gegner: „Ganz großen Respekt, was Domenik Reinboth und die Verantwortlichen in Ehingen Jahr für Jahr aufs Parkett zaubern. Bei der Rekrutierung der Amerikaner machen sie einen unheimlich guten Job und auch die Ausbildung der deutschen Spieler ist wirklich gut. Ich drücke dem gesamten Verein die Daumen für eine erfolgreiche Zukunft.“

Nach zwei Auswärtsspielen in Serie steht für die „BAYER-Boys“ endlich wieder ein Heimspiel auf dem Programm. Am Karsamstag (03.04.2021) um 19:30 Uhr empfangen die Rheinländer die VfL Kirchheim Knights in der Ostermann-Arena.

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: Haris Hujic (20 Punkte), J.J. Mann (19), Marko Bacak (12), Sheldon Eberhardt (12), Dennis Heinzmann (11), Eddy Edigin Jr. (9), Wyatt Lohaus (5), Lennard Winter (5), Luca Kahl (2), Grant Dressler, Valentin Blass und Michael Kuczmann.

Beitrag drucken
Anzeigen