( © Amnesty International)
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Oberhausen/Dinslaken. Mit Bestürzung nimmt die Ortsgruppe Oberhausen von Amnesty International den Rückzug von Tareq Alaows aus der Bundestagswahl zur Kenntnis.

Im Februar 2020 hat uns der Anschlag in Hanau wieder einmal vor Augen geführt, wie tödlich Rassismus wirkt. Er hat uns gezeigt, dass viele Menschen in Deutschland in Angst vor rassistischen Angriffen leben müssen. Dank all jenen, die rund um den Jahrestag des rassistischen Anschlags am 19.2.2021 aktiv geworden sind – online oder offline.

Tareq Alaows war einer von uns, der in Oberhausen auf der Straße offen gegen Rassismus auftrat.

Doch in vielen politischen und privaten Diskussionen zeigt sich, dass in unserer Gesellschaft immer noch viel Klärungsbedarf zum Thema Rassismus besteht. Nach wie vor herrscht ein zu enges Verständnis von Rassismus vor: Viele verstehen unter Rassismus nur das, was Schwarze Menschen und People of Color gezielt beleidigen, abwerten oder angreifen soll. Noch immer verbinden die meisten Deutschen Rassismus vor allem mit Nazis und rechtsextremen Gruppen. Das Wissen um unbewusste rassistische Stereotype und Denkmuster, die unsere Gesellschaft durchziehen, setzt sich nur langsam durch. In Bezug auf die besondere Verantwortung von Institutionen wie der Polizei bedeutet dieser fehlende Blick für unbewussten Rassismus, dass die dringend notwendige Auseinandersetzung mit institutionellem Rassismus weiterhin ausbleibt.

Rassismus tötet – und wir nehmen Rassismus persönlich und haben Respekt vor der Entscheidung von Tareq Alaows, sich und sein Umfeld zu schützen.

Aber in was für einer Welt leben wir, dass aufrechte DemokratInnen sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen müssen.
Halten wir zusammen gegen Rassismus, Hass und Hetze

Andrea-Cora Walther, Sprecherin der Ortsgruppe Oberhausen von Amnesty International

 

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