v.l.n.r.: Heiko Dreßen, stv. Leiter der Feuerwehr Gangelt - Helmut Görtz, Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Gangelt - Günter Paulzen, Leiter der Feuerwehr Gangelt - Bernhard Horrichs, Gemeindejugendfeuerwehrwart - Alexander Laven, Einheitsführer Bauhofstaffel - Wilfried Oellers, MdB - Guido Willems, Bürgermeister der Gemeinde Gangelt - Tim Breickmann, Einheitsführer Gangelt - Klaus Bodden, Kreisbrandmeister Kreis Heinsberg (Foto: Oliver Thelen)

Gangelt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wird in den nächsten Jahren mehrere hundert Löschfahrzeuge an die örtlichen Feuerwehren in ganz Deutschland verteilen. Eines dieser Fahrzeuge konnte am Osterwochenenden der Feuerwehr Gangelt übergeben werden.

Bereits lange vor der COVID-19 Pandemie haben die Bundesrepublik Deutschland und das Land NRW erkannt, dass engagierte und motivierte Einsatzkräfte alleine nicht ausreichen, um im Katastrophenfall schnell und zielgerichtet arbeiten zu können. Aus diesem Grund wurden mit landesweiten Schutzkonzepten und der Beschaffung von modernen Ausrüstungsgegenständen optimale Bedingungen geschaffen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die neuen Katastrophenschutzfahrzeuge identisch aufgebaut sind. Mit dem nun an die Feuerwehr Gangelt übergebenen Löschfahrzeug LF-KatS sind bereits vier Fahrzeuge dieser Bauart im Kreis Heinsberg stationiert.

Hilfe in Ausnahmesituationen

Hochwasser, große Unglücksfälle mit vielen Verletzten oder Gefahrstoffe in Luft, Boden oder Wasser: Katastrophenschutz bedeutet vor allem Abwehr von Gefahren für Gesundheit oder Leben. Die Hauptgefahren stellen zum Beispiel Hochwasser oder extreme Wetterlagen, wie Stürme, starke Regenfälle oder Dürreperioden, dar. Das Gleiche gilt für große Unglücksfälle mit vielen Verletzten oder für die Freisetzung von besonderen Gefahrstoffen in die Luft, den Boden oder das Wasser. Der Katastrophenschutz ist auch gefordert, wenn Pandemien drohen oder kritische Infrastruktureinrichtungen, wie etwa die Stromversorgung oder Kommunikationsverbindungen, ausfallen. Bundestagsabgeordneter Willfried Oellers zeigte sich stolz, dass mit den neuen LF-KatS nicht nur der Katastrophenschutz sondern auch der Brandschutz in den örtlichen Feuerwehren gestärkt werden kann. Ohne die ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Brand- und Katastrophenschutz wäre die Sicherheit in Deutschland, so wie wir sie kennen, nicht möglich. Daher richtete Wilfried Oellers seinen ausdrücklichen Dank an jede einzelne Einsatzkraft die sich, in welcher Form auch immer, für den Brand- und Katastrophenschutz in Deutschland einsetzt.

Die optimale Ausrüstung

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Anschaffung spezieller Fahrzeuge beschlossen. Mehr als 300 Fahrzeuge des Typ LF-KatS werden vom BBK angeschafft und an Feuerwehren in ganz Deutschland verteilt. Hinzu kommen ebenfalls mehrere hundert ähnliche Fahrzeuge die vom Land NRW angeschafft und ebenfalls an die Feuerwehren im Land verteilt werden. Neben dem an die Feuerwehr Gangelt übergebenem Fahrzeug des BBK befinden sich unter anderem bereits ein LF-KatS des Landes NRW bei der Feuerwehr Heinsberg (Standort Aphoven), ein LF-KatS des Bundes bei der Feuerwehr Übach-Palenberg (Standort Frelenberg) und ein LF-KatS des Bundes bei der Feuerwehr Erkelenz (Standort Lövenich).

Einbindung in Landeskonzepte

An die Wahl des Standortes sind unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft. Kreisbrandmeister Klaus Bodden war es hierbei besonders wichtig, dass die Katastrophenschutzfahrzeuge zwar in den örtlichen Brandschutz eingebunden werden dürfen, im Katastrophenfall jedoch jederzeit mit neun Funktionen abmarschbereit besetzt werden müssen. Dabei darf die überörtliche Hilfeleistung den örtlichen Grundschutz zu keiner Zeit gefährden. Der Kreis Heinsberg hat hierfür ein schlüssiges Konzept erarbeitet. Die beiden LF-KatS der Feuerwehren Gangelt und Übach-Palenberg werden zukünftig in die Bezirksbereitschaft 1 der Bezirksregierung Köln eingebunden. Diese Einheit steht vornehmlich zur überörtlichen Hilfe bei Bränden und Hilfeleistungen zur Verfügung. Die beiden LF-KatS der Feuerwehren Heinsberg und Erkelenz werden dafür in die Landeskonzepte zur Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren eingebunden.

Konzept der Feuerwehr Gangelt

Günter Paulzen zeigte sich als Leiter der Feuerwehr Gangelt sehr zufrieden mit dem neuen Löschfahrzeug. Er bedankte sich beim Bundestagsabgeordneten Willfried Oellers stellvertretend für die Bundesregierung für das funktionale und robuste Fahrzeug. Die Feuerwehr Gangelt hat ebenfalls ein praktikables Konzept entwickelt um den Anforderungen und dem Fahrzeug gerecht zu werden. Zur Stärkung des örtlichen Brandschutzes wird das neue Fahrzeug als Einsatzfahrzeug für die Bauhofstaffel verwendet. Aufgrund der räumlichen Nähe wird das Fahrzeug daher am Standort Gangelt untergebracht, wodurch die Löscheinheit Gangelt das Fahrzeug außerhalb der Einsatzzeiten der Bauhofstaffel nutzen kann. Darüber hinaus wird das Fahrzeug der Jugendfeuerwehr zur Verfügung gestellt, damit diese den Jugendlichen eine adäquate Ausbildung gewährleisten können. Im Katastrophenfall besetzen die Ausbilder der Jugendfeuerwehr das Fahrzeug. Da die Ausbilder aus allen Einheiten der Feuerwehr Gangelt stammen, wird hierdurch der Grundschutz in der Gemeinde Gangelt nicht gefährdet. Zudem ist hierdurch sicher gestellt, dass die Besatzung das Fahrzeug gut kennt und auch im Einsatzfall bedienen kann.

Das Löschgruppenfahrzeug LF-KatS

Äußerst beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Guido Willems von dem neuen Fahrzeug und machte deutlich, dass das Fahrzeug bei der Feuerwehr Gangelt in guten Händen ist. Die Löschgruppenfahrzeuge Katastrophenschutz (LF-KatS) vom Typ MB Atego 1327 AF sind mit einem Aufbau für die Brandbekämpfung im Zivilschutzfall von der Firma Rosenbauer ausgestattet. Von der Feuerwehraxt, über Atemschutzgeräte, Schläuche und Funkgeräte verfügt das LF-KatS über alles, was im Einsatz benötigt wird. Mit dieser Ausstattung, einem Löschmittelbehälter mit 1.000 Liter Inhalt und der Geländefähigkeit sind die Fahrzeuge auch besonders zur Waldbrandbekämpfung geeignet. Die Beschaffungskosten pro Fahrzeug betragen 223.000 Euro. Das BBK hat die Beschaffung von insgesamt 306 Fahrzeugen beauftragt. (ots)

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