v.l. Valentin Blass, Dennis Heinzmann und Luca Kahl (Fotos: Michael Fleschenberg)
Anzeige

Leverkusen. Die BAYER GIANTS Leverkusen beenden die reguläre Heimsaison 2020/21 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit einem Erfolg in der Ostermann-Arena. Der Rekordmeister bezwang am 29. Spieltag in einer offensiv geprägten Partie die VfL Kirchheim Knights mit 105:94 (54:39). Damit sind die Farbenstädter zwei Begegnungen vor dem Ende der Saison nicht mehr vom fünften Tabellenplatz zu verdrängen. Des Weiteren war es der 13. Sieg im 14. Heimspiel.

Kurz vor Spielbeginn wurden die Fans der Rheinländer mit zwei schlechten Nachrichten konfrontiert: Lennard Winter, der bereits die gesamte Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, zog sich eine Verletzung im Finger zu und wird bis auf Weiteres ausfallen. Center Marko Bacak klagte nach dem morgendlichen Shootaround über Schmerzen im Ellenbogen und konnte ebenfalls nicht gegen Kirchheim mitwirken. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Auch wenn den GIANTS zwei wichtige Spieler in ihren Reihen fehlten, legte der ProB-Champion von 2019 los wie die Feuerwehr. Schnell setzten sich die Leverkusener ab und nach einem erfolgreichen Dreier durch J.J.Mann, der gegen Kirchheim einen absoluten Sahnetag erwischte, führte BAYER mit 8:0 nach 70 gespielten Sekunden. Knights-Coach Igor Perovic reagierte umgehend und nahm die Auszeit. Doch wirklich besser sollte es für die Gäste zunächst nicht laufen. Die „Giganten“ setzten sich weiter sukzessiv ab und der Angriffsrausch der Farbenstädter fand in der sechsten Spielminute, nach einem erfolgreichen Dreier durch Luca Kahl beim Stand von 20:4, ihren Höhepunkt. In der Folge gelang es Kirchheim den Rückstand zu verkürzen, was vor allem daran lag, dass GIANTS-Trainer Hansi Gnad fleißig rotierte. Er wollte jedem seiner Jungs die Möglichkeit geben, sich auf dem Parkett zu beweisen. Nach dem ersten Viertel lagen die die „Riesen vom Rhein“ mit 23:18 in Front.

Im zweiten Durchgang verlief die Partie mit einigen „Up and Downs“ für die Leverkusener. Mal setzten sich die Rheinländer ab und führten zweistellig (37:25 – 14. Spielminute), dann verkürzte Kirchheim den Abstand. Dies lag vor allem daran, dass beide Mannschaften hochprozentig aus dem Feld trafen. Die prägende Figur der zweiten zehn Minuten beziehungsweise der gesamten Partie war J.J. Mann. Der US-Amerikaner hatte an jedem Angriff seiner Farben die Finger im Spiel und war vom Gegner nicht zu bremsen. Sei es von Außerhalb der Dreipunktelinie oder per Drive zum Korb: J.J. war ohne jede Frage der „Go-To-Guy“ der Leverkusener an diesem Abend. Mit einer deutlichen und hochverdienten 54:39-Führung zu Gunsten der Gastgeber ging es in die Kabine.

Da die GIANTS im Hinspiel mit 71:88 in Kirchheim verloren hatten, war es für die Farbenstädter noch möglich den direkten Vergleich zu erobern. Im dritten Abschnitt waren Wyatt Lohaus, Michael Kuczmann & Co. zwischenzeitlich auf einem guten Weg diesen zu erringen. Nach einem erfolgreichen Freiwurf durch Valentin Blass (63:45 – 24. Spielminute) lag BAYER mit 18 Punkten vorne. Doch beide Mannschaften spielten im Angriff zu konstant, so dass die Leverkusener diesen Vorsprung nicht dauerhaft verwalten konnten. Bei den Gästen waren es der brandgefährliche Kyle Leufroy (25 Punkte) und Brettspieler Max Mahoney (15 Zähler), die ihre Mannschaft im Spiel hielten. Dennoch hatte man nie die Befürchtung, dass der Rekordmeister diesen möglichen Sieg aus der Hand geben würden. Dafür wirkte die „Gnadisten“ an diesem Abend zu abgezockt. Nach 30 gespielten Minuten stand es 77:64 für die Mannen von der Bismarckstraße.

In der Schlussperiode kam zwischenzeitlich noch einmal Spannung auf. Das Spiel war aufgrund einiger Ballverluste und Unterbrechungen zunächst ziemlich zerfahren. Dies wussten die Knights für sich zu nutzen. Nico Brauner vollendete einen 9:0-„Run“ der Kirchheimer zum 77:73 in der 31. Spielminute. Doch irgendwie sollte es einfach so sein, dass der Sieg an diesem Abend in Leverkusen bleiben würde. Wieder einmal bewiesen die GIANTS ihre großartige Moral und ließen sich von diesem zwischenzeitlichen Rückschlag nicht unterbekommen. Im Gegenteil, es lief in der Folge wieder Offensiv sehr viel besser. Endgültig entschieden war die Begegnung dann nach einem sehenswerten Korbleger durch Grant Dressler (96:81 – 37. Spielminute). Am Ende reichte es nicht für den 14-maligen Deutschen Meister was den direkten Vergleich angeht, dennoch: Der 105:94-Sieg aus Sicht der Gastgeber war verdient!

Der Spieler des Spiels war ohne jede Frage J.J. Mann. Der Forward erzielte unglaubliche 33 Punkte, traf jeden seiner vier Dreier und acht seiner zehn Zweipunktewürfe. Hinzukommen sechs Rebounds und vier Assists. Dies bedeutet eine Gesamteffektivität von 38. Auch zweistellig punkteten Haris Hujic (14 Zähler und fünf Assists) und Grant Dressler (11). Bester Rebounder des künftigen Playoff-Teilnehmers von der Dhünn war Dennis Heinzmann, mit acht eingesammelten Abprallern.

GIANTS-Trainer Hansi Gnad war mit der Vorstellung seines Team sehr zufrieden: „Wir haben einen sehr guten Job abgeliefert und toll aufgespielt. Das lag vor allem daran, dass wir den Ball gut durch die eigenen Reihen haben laufen lassen, bis wir uns eine offene Wurfchance erarbeitet haben. Das hat dafür gesorgt, dass wir schnell unseren Rhythmus im Angriff gefunden haben, was unsere Wurfquote aus dem Feld eindrucksvoll belegt. Die Verletzung von Marko hat natürlich auch unseren „Gameplan“ etwas durcheinander gebracht, aber die Jungs haben sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir haben diesen Ausfall als Einheit aufgefangen. Ich bin froh, dass wir dieses schwierige Spiel gegen einen unangenehmen Gegner gewinnen konnten.“
Jetzt heißt es, die nächsten beiden bevorstehenden Partien gegen Nürnberg und Tübingen zu bestreiten, bevor es in Richtung Playoffs 2021 geht: „Das wir nach der regulären Saison als feststehender Tabellenfünfter in die Endrunde gehen, hat sicherlich niemand erwartet“, so Gnad. „Die Liga ist extrem stark und ausgeglichen besetzt, dass zeigt alleine schon welche qualitativ hochwertigen Spieler in der ProA auflaufen. Dass uns der Einzug in die Playoffs gelungen ist, ist nicht nur ein Verdienst der Mannschaft und der Coaches, sondern auch des gesamten Umfelds. Jeder Helfer und Sponsor hat seinen Beitrag zu diesem tollen Erfolg geleistet und dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken.“

Weiter geht es für die Leverkusener Korbjäger am Mittwoch, 07.04.2021, um 19 Uhr. Dann treffen die GIANTS auswärts auf die Nürnberg Falcons BC.

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: J.J. Mann (33 Punkte), Haris Hujic (14), Grant Dressler (11), Wyatt Lohaus (9), Dennis Heinzmann (9), Sheldon Eberhardt (9), Eddy Edigin Jr. (9), Luca Kahl (7), Nico Funk (3), Valentin Blass (1), Thomas Fankhauser und Michael Kuczmann.

Beitrag drucken
Anzeigen