Ministerpräsident Armin Laschet ließ sich von Dr. Christian Füllers (l.) und Landrat Olaf Schade den Ablauf in der mobilen Impfstation zeigen (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis. Landrat Schade schildert Eindrücke auf YouTube-Kanal

Im Auto sitzend eine Corona-Impfung erhalten – was seit dieser Woche im Ennepe-Ruhr-Kreis möglich ist, hat auch die Aufmerksamkeit von Ministerpräsident Armin Laschet auf sich gezogen. Bei einem Besuch der mobilen Impfstation ließ er sich am Mittwochvormittag von Landrat Olaf Schade und dem ärztlichen Leiter Dr. Christian Füllers die Abläufe erklären und lobte Pragmatismus, Zusammenhalt und Innovation aller Beteiligten im Kreis.

“Ein Danke an alle, die bei diesem ganz besonderen Impfzentrum angepackt haben”, sagte der Ministerpräsident. Er setze bei der Impfkampagne auch auf die Ideen in den Kommunen. “Und hier sind die Ideen besonders gut”.

Beeindruckt zeigte Armin Laschet sich davon, dass der Kreis sich innerhalb weniger Stunden nach Ankündigung eines einmaligen Impfstoff-Sonderkontingents für die mobile Impfstation entschieden und sie im Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und der Stadt Schwelm umgesetzt hatte. “Das ist eine vorbildliche Zusammenarbeit aller Beteiligten. Und das zeichnet diese Region aus, dass man anpackt, wenn etwas zu leisten ist.”

Landrat Olaf Schade nutzte den Austausch mit dem Ministerpräsidenten auch, um dringliche Probleme anzusprechen. Ein Beispiel: In dieser Woche enden die Ferien. Sofern danach Präsenzunterricht stattfinden soll, sorgt das Land für Selbsttest an den Schulen. “Für Erst-, Zweit- und Drittklässler sind die aber kaum geeignet”, betonte der Landrat. So hatten Kreis und kreisangehörige Städte in der vergangenen Woche einen bislang unbeantworteten Brief ans Land gerichtet. Darin warben sie dafür, die Grundschüler im Sinne eines sicheren Unterrichts durch die zahlreich vorhandenen Schnelltestanbieter im Kreisgebiet testen zu lassen.

Auch die Arbeitsbelastung der Verwaltung und der Hilfsorganisationen, die pandemiebedingt sehr hoch sei und durch äußerst kurzfristige Ansagen aus Düsseldorf immer wieder auf ein kaum tragbares Maß ansteige, machte Schade in dem Gespräch zum Thema.

Im Interview auf dem YouTube-Kanal des Ennepe-Ruhr-Kreises gibt Landrat Olaf Schade seine Eindrücke vom Besuch des Ministerpräsidenten an der mobilen Impfstation wieder: https://youtu.be/Z4OL4IUSlHo.

Stichwort: Presse-Statement des Ministerpräsidenten

Der Besuch des Ministerpräsidenten bescherte der mobilen Impfstation des Ennepe-Ruhr-Kreises deutschlandweites Medieninteresse. Armin Laschet gab vor Ort ein Presse-Statement ab, das live übertragen wurde und auf https://twitter.com/landnrw einsehbar ist.

Mobile Impfstation baut Kapazitäten aus, weitere Termine bald buchbar

Die ersten beiden Betriebstage haben gezeigt: Der Ablauf an der mobilen Impfstation des Ennepe-Ruhr-Kreises an der Dreifachsporthalle in Schwelm funktioniert – und zwar so gut, dass mithilfe einer dritten Impfstraße bald noch schneller geimpft werden kann. Weitere 4.000 AstraZeneca-Impftermine für Menschen zwischen 60 und 79 Jahren werden voraussichtlich in der nächsten Woche freigeschaltet.

“Wir mussten zunächst sehen, wie das Impfen hier läuft, wie es angenommen wird und wie viele Impfungen auf diese Weise pro Stunde machbar sind. Immer mit dem Ziel, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen”, sagt Andreas Töpke, organisatorischer Leiter des Impfzentrums und der Impfstation. Zum Start am Ostermontag wurde mit einer Taktung von 5 Minuten pro Impfung, an den darauffolgenden Tagen mit 3,25 Minuten geplant. “Jetzt haben wir erste Erfahrungen gesammelt und die sind sehr gut. Deshalb bauen wir die Kapazitäten so aus, dass wir noch mehr Termine pro Tag anbieten können”, so Töpke.

Bereits am Dienstag hat das THW ein drittes Zelt aufgebaut, damit eine dritte Impfstraße in Betrieb gehen kann. Was momentan noch fehlt, ist das medizinisches Personal. “Wir haben der Kassenärztlichen Vereinigung gemeldet, dass wir einen zusätzlichen Impfarzt und drei medizinische Fachangestellte benötigen. Jetzt warten wir auf die Zusagen, ab wann wir die Verstärkung bekommen”, erklärt der ärztliche Leiter des Impfzentrums und der Impfstation Dr. Christian Füllers.

Sobald das zusätzliche Personal eingeplant werden kann, wird der Kreis Termine für die verbleibenden 4.000 Impfstoffdosen aus dem einmaligen AstraZeneca-Sonderkontingent von 8.770 Impfstoffdosen freischalten, die das Land dem Kreis zugewiesen hatte. Impfberechtigt sind auch für diese weiteren Termine ausschließlich Kreisbewohner über 60 Jahren.

“Dann können wir statt der momentan 36 Termine 60 pro Stunde anbieten. Täglich werden wir dann an der mobilen Impfstation 720 Impfungen schaffen – und das zusätzlich zu den rund 1.000 Impfstoffdosen, die Tag für Tag im Impfzentrum verspritzt werden”, rechnet Krisenstabsleiter Michael Schäfer vor.

“Wir werden rechtzeitig über die Medien, auf unserer Internetseite und über die Ennepe-Ruhr-Kreis-App informieren, wann und wie genau die Termine gebucht werden können”, kündigt Schäfer weiter an. Fest steht bereits: Die weiteren 4.000 Impftermine werden nicht mehr über die Kassenärztlichen Vereinigung, sondern über das kreiseigene Buchungssystem vergeben, über das auch impfberechtigte Berufsgruppen ihre Termine im Impfzentrum buchen.

Stichwort: Mobile Impfstation

Vergangenen Mittwochabend hatte das Land dem Kreis knapp 9.000 zusätzliche Impfstoffdosen aus einem einmaligen AstraZeneca-Sonderkontingent angekündigt, die an Menschen ab 60 Jahren verimpft werden sollen. Weil das Impfzentrum mit den regulären rund 1.000 Impfungen am Tag ausgelastet ist, entschied sich der Kreis am Donnerstag für eine zusätzliche mobile Impfstation in unmittelbarer Nähe zum Impfzentrum. Am Karsamstag bauten 40 Ehrenamtliche des THW mit der Abteilung Bevölkerungsschutz zwei Impfstraßen auf dem Parkplatz der Schwelmer Dreifachsporthalle auf. Die ersten Impfungen im Auto starteten am Nachmittag des Ostermontags.

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