(Foto: Frank Fankhauser)
Anzeige

Leverkusen. Die BAYER GIANTS Leverkusen haben am 1. Spieltag der Playoffrunde 2021 den ersten Erfolg einfahren können. Das Team von Headcoach Hansi Gnad bezwang die Artland Dragons mit 102:84 (49:52). Mit dem Sieg sind die Farbenstädter erster Tabellenführer der Gruppe l.

Als um 19:30 Uhr die Begegnung in der Artland Arena startete, war es endlich soweit: Erstmalig in ihrer Vereinshistorie spielten die Leverkusener eine Begegnung in den Playoffs der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. Lange hatten die „Riesen vom Rhein“ auf diesen Moment hingefiebert, auch wenn alle Beteiligten wussten, dass das Spiel bei den Artland Dragons verdammt schwer würden. In der Tat hatte BAYER gleich in den ersten Minuten große Schwierigkeiten den Rhythmus im Angriff zu finden. Die Gastgeber kamen sehr viel besser in die Partie und erspielten sich, nach einem erfolgreichen Dreier durch Gerel Simmons, die erste zweistellige Führung an diesem Abend (18:8 – 5. Spielminute). Wirklich besser wurde es in der Folge für die Auswärtsmannschaft nicht. Den GIANTS gelang es nicht, den Ball im Korb der Quakenbrücker unterzubekommen. So endete ein nicht ganz so gutes Viertel aus Sicht des 14-maligen Meisters mit 20:29.

Im zweiten Abschnitt allerdings wurde Leverkusen zusehends stärker. Coach Hansi Gnad schien in der Viertelpause genau die richtigen Worte an seine Schützlinge gerichtet zu haben, denn diese traten nun sehr viel selbstsicherer auf. Zwar gelang es BAYER nicht den Vorsprung entscheidend zu verkürzen, doch sie ließen die Dragons nicht davonziehen. In der Verteidigung setzten die „Riesen vom Rhein“ genau die richtigen Akzente, was die Hausherren unter Druck brachte. In der 14. Spielminute kam er dann endlich, der langersehnte Leverkusener „Run“ in der Offensive. Mit einem 10:2-Lauf erspielten sich die GIANTS ihre erste Führung der Partie. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen durch Dennis Heinzmann stand es 40:39 (16. Spielminute). Es entwickelte sich eine spannende Schlussphase der ersten Halbzeit, in der jeder Akteur hart arbeitete. Die Aufholjagd der Farbenstädter hatte dennoch einige Körner gefordert und so ging Quakenbrück mit einem knappen Vorsprung von drei Zählern (52:49) in die Kabine.

Nach der Pause begegneten sich beide Team weiter auf Augenhöhe. Der genaue Beobachter des Spiels hatte den Eindruck gewonnen, dass es eine bis zum Ende hin hart umkämpfte „Playoffschlacht“ werden würde. Die BAYER GIANTS hatten aber etwas dagegen. Denn Mitte des dritten Durchgangs spielten sich die Leverkusener in einen wahren Rausch und waren von der Verteidigung der Dragons kaum mehr zu halten. Höhepunkt dieser Phase war der erfolgreiche Korbleger durch Sheldon Eberhardt, mit dem die Rheinländer ihre bisher höchste Führung erspielen konnten: Der Rekordmeister lag mit 76:64 (28. Spielminute) vorne. Schlussendlich endete Abschnitt Nummer drei mit dem Ergebnis von 78:65.
27 Punkte in der Offensive und nur 16 zugelassene Zähler in der Verteidigung waren der Lohn für die harte Arbeit, welche Luca Kahl, Valentin Blass & Co. in diesem Viertel investiert hatten.

Doch die Entscheidung über Sieg oder Niederlage war nach dem dritten Durchgang noch längst nicht gefallen. Es galt weiter konstant zu spielen und den Sieg in trockene Tücher einzuwickeln. Das wussten die GIANTS genauso gut wie die Dragons, doch zunächst geschah erst einmal nicht viel auf dem Feld. Die Punkte blieben aus, was für BAYER sehr viel besser war als für die Hausherren. Doch dann erzielten die beiden Leverkusener J.J. Mann und Wyatt Lohaus zwei schnelle Dreier in Serie (84:68 – 34. Spielminute). Diese beiden Nackenschläger trafen die Quakenbrücker schwer, die sich in einer im Anschluss genommenen Auszeit erst einmal schütteln mussten. Dragons-Trainer Tuna Islar versuchte seine Spieler aufzurütteln, doch so recht wollte es in den folgenden Minuten in der Arena nicht mehr funktionieren. Die „Giganten“ blieben cool und besonnen. Sukzessive bauten die Gäste ihren Vorsprung weiter aus. Als Grant Dressler zwei Minuten vor Ertönen der Schlusssirene von „Downtown“ zum 97:77 traf, war die Partie endgültig entschieden. Am Ende gewann der ProB-Champion von 2019 sein erstes Playoffspiel in der zweithöchsten deutschen Basketball-Spielklasse mit 102:84.

J.J. Mann und Sheldon Eberhardt konnten mit ihren Vorstellungen auf sich aufmerksam machen. Während Mann überragende 26 Zähler erzielte und sieben Korbvorlagen verteilte, kam Eberhardt auf insgesamt 22 Punkte. Zweistellig scorten auch Grant Dressler (16), Haris Hujic (13) und Dennis Heinzmann, der mit 11 Zählern und 10 Rebounds ein weiteres „Double-Double“ einheimsen konnte.

GIANTS-Headcoach Hansi Gnad fasste die Begegnung wie folgt zusammen: „Wir wussten, dass die Artland Dragons ein sehr guter Gegner sind. Wer es in die Playoffs schafft, hat dies ohne Wenn und Aber verdient. Das hat Quakenbrück auch schnell bewiesen, in der ersten Halbzeit hatten wir ziemliche Probleme. Dies lag vor allem an der physischen Spielweise der Gastgeber, die die Bretter dominiert haben und das Duell um den Rebound deutlich für sich entscheiden konnten. So war die erste Hälfte hart umkämpft. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einen richtig guten Job gemacht und den Dragons ihre Waffen im Angriff genommen. Die Jungs haben keine einfachen Würfe von Außen zugelassen und das Scoring von Artland eingeschränkt. Wir dagegen haben in der Offensive einen guten Rhythmus gefunden. Dabei hat uns vor allem auch unser variables Spielverhalten geholfen, bei dem jeder Spieler bewiesen hat, wie schwer wir auszurechnen sind. Ich bin absolut zufrieden mit unserem Auftritt und freue mich, dass wir gleich unser erstes Playoffspiel gewinnen konnten!“

Große Zeit um sich zu regenerieren haben die Leverkusener Korbjäger nicht. Bereits am kommenden Dienstag (20.04.2021) um 19:30 Uhr, empfängt BAYER das Team von Science City Jena an der Bismarckstraße (live im Stream auf www.sportdeutschland.tv).

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: J.J. Mann (26 Punkte, 7 Assists), Sheldon Eberhardt (22), Grant Dressler (16), Haris Hujic (13), Dennis Heinzmann (11 Punkte, 10 Rebounds), Eddy Edigin Jr. (5), Luca Kahl (4), Wyatt Lohaus (3), Valentin Blass (2), Thomas Fankhauser, Benjamin Nick und Michael Kuczmann.

Beitrag drucken
Anzeigen