Radiologie-Chefarzt Dr. Gebhard Schmid (links) und Kardiologie-Leiter Dr. Thomas Bartsch arbeiten nun mit einem CT auf neuestem Stand der Technik (Foto: © Johanna Etienne Krankenhaus)
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Neuss. Im „Etienne“ arbeitet die Radiologie seit Kurzem mit einem Computertomografen der neuesten Generation. Dank eines sehr breiten Detektors und künstlicher Intelligenz werden schärfere 3D-Bilder gemacht als vorher – bei einer geringeren Strahlenbelastung. Rund eine Million Euro investierte die St. Augustinus Gruppe für das Gerät.

Im Bruchteil einer Sekunde erfasst das neue CT ein ganzes Organ, zum Beispiel ein Herz oder ein Gehirn. Das liegt vor allem am Detektor, der mit 16 Zentimetern viel breiter ist als üblich. Wird ein Organ mit einem kleinen Detektor untersucht, nimmt dies mehr Kontrastmittel und eine höhere Röntgendosis in Anspruch. „Daher werden die Bilder mit dem neuen Gerät viel schärfer“, sagt Radiologie-Chefarzt Dr. Gebhard Schmid.

Herz-CT kann Katheter-Untersuchung ersetzen

Vor allem Schmids Kollegen aus der Kardiologie freuen sich über die Investition. Mit einer Computertomografie können sie vielen Patienten eine Alternative zu einem Herzkatheter bieten – wenn auch nicht allen. Dr. Thomas Bartsch, Leiter der Kardiologie, erklärt: „Ein Herzkatheter ist eine bewährte und in manchen Fällen notwendige Methode, die Leben retten kann. Der Unterschied ist, dass wir bei einem Herzkatheter gleich eingreifen können, indem wir eine Gefäßprothese, einen sogenannten Stent einsetzen. Die Computertomografie eignet sich besonders für Menschen, bei denen noch keine Herzkrankheit bekannt ist und die ihr Risiko für einen Herzinfarkt abklären lassen sollten. Wir können etwa den Grad der Gefäßverkalkung und Gefäßeinengung mit dem neuen Instrument sehr genau bestimmen.“

Musikproduzent wird im neuen CT untersucht

Davon profitierte auch der Kölner Musikproduzent Rochus Grolle. Als er Mitte Februar in seinem Studio in Neuss arbeitete, wurde ihm plötzlich schwindelig und er fühlte einen stechenden Schmerz im Brustraum. Ein Rettungswagen brachte ihn in die Chest Pain Unit des Johanna Etienne Krankenhauses. Nach ersten EKG- und Ultraschalluntersuchungen brauchten die Kardiologen genauere Bilder seines Herzens. „Das CT ging schnell und unkompliziert über die Bühne. Ich bin froh, dass mir der Herzkatheter erspart geblieben ist. Ich kenne das Verfahren von Familienmitgliedern, die herzerkrankt sind“, so der 48-Jährige. Das ärztliche Team fand keine Auffälligkeiten und konnte den Musiker, der Teil des Electro-Duos „Junge Junge“ ist, wieder nach Hause und in die ambulante Diagnostik entlassen.

Präzise Diagnostik für das SOS-Zentrum

Das CT ergänzt das Angebot des SOS-Zentrums im „Etienne“. Unter diesem Begriff arbeiten die Abteilungen Gefäßchirurgie, Neurologie, Kardiologie und Interventionelle Neuroradiologie zusammen, um einen fachübergreifenden Rundum-Blick auf Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu gewährleisten. Dem Team liegt präventiv auch die Vorsorge und Kontrolle am Herzen, damit Notfälle erst gar nicht enstehen. Weiterführende Informationen finden Interessierte unter www.sos-zentrum.de.

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