Ratsherr Cevat Bicici von der Wählerinitiative WIR AUS Mülheim (Foto: privat)
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Mülheim an der Ruhr. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung und Kontrolle der Pandemie bleiben nach Ansicht der Wählervereinigung “WIR AUS Mülheim” unzureichend. Statt dauerhafte und konsequente Maßnahmen zu beschließen, streckt man die Pandemie nur über einen unnötig langen Zeitraum. Ein “Lockdown light”, der später nur zu einem „wenig härteren Lockdown“ umgebaut wurde, ist nicht effektiv. Eine Politik, die nachhaltig und langfristig den Schutz der Gesundheit verfolgen und die Folgen der Corona-Pandemie abmildern möchte, muss anders aussehen. Die Pandemie hat den völlig überlasteten Zustand des markt- und profitbetriebenen Gesundheitssystems offengelegt. Auch in einem der reichsten Länder der Welt ist die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Die Regierung muss sicherstellen, dass die Bevölkerung über die Wirksamkeit und Risiken des Impfstoffs besser aufgeklärt und überzeugt wird, und genügend Impfstoff da ist.

Wie sieht es in Mülheim an der Ruhr aus?

Sind Mülheimerinnen und Mülheimer in Styrum und Eppinghoffen mit Migrationshintergrund anfälliger an Corona zu erkranken? “WIR AUS Mülheim” sagt ganz klar: Ja. Die Ursachen liegen nicht wie von Dr. Frank Steinfort, Krisenstabsleiter, behauptet, an Migrationshintergrund der dort lebenden Menschen, sondern dass die Mehrheit dieser Menschen in ärmeren Verhältnissen leben müssen, und nicht in der Lage sind, sich angemessenen Wohnraum leisten zu können. Dieses beengte Wohnraumverhältnis führt dazu bei Infektion eines Familienmitgliedes, dass die anderen Familienmitglieder leichter von Ansteckung bedroht sind, als andere die genügend Wohnraum zu Verfügung haben.

„Ich stimme Dr. Steinfort zu, wenn er sich beklagt, dass die Politik Zwei-Jahrzehnte durch eigene Versäumnisse der Integrationspolitik Parallelkulturen entstehen lassen hat. Die Sprachprobleme, Desinteresse und Ablehnung der Gemeinschaft ist doch die Ursache der gescheiterten Integrationspolitik. Integration ist keine Einbahnstraße, Mülheimerinnen und Mülheimer mit Migrationshintergrund sind gefordert nicht sorglos mit der Corona-Pandemie umgehen, sondern sich an Corona-Regeln halten müssen, das ist essenziell, um die Verbreitung des Corona Virus einzudämmen. Ich würde Dr. Steinfort nie unterstellen, wenn er sich beklagt, dass er einen Teil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit der Kommunikation nicht erreicht, dass es Familien gibt die mit der Stadt nicht kommunizieren und keine Interesse an Gemeinschaft haben. Es gibt Sie, Dr. Steinfort zu unterstellen, er wäre Rassist wäre hier fehl am Platze. Ich kenne Ihn lange genug, dass er das nicht ist.

Ich werfe Ihm aber vor, dass die Versäumnisse in der Corona Krise, die Überforderung und die Unfähigkeit dieser Pandemie Politik dazu führt, Eppinghoffer und Styrumer mit Migrationshintergrund als Sündenböcke herhalten müssen, um vom eigenen Fehler dieser Politik abzulenken. Wir alle sind gefordert die Corona Pandemie mit allen Akteuren gemeinsam zu bekämpfen. Die Spaltung der Gesellschaft ist hier fehl am Platze”, so Stadtverordnete Cevat Bicici.

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