Sparkasse Essen (Foto: Sven Lorenz, Essen)
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Essen. Unter den besonderen Umständen der Pandemie blickt die Sparkasse Essen auf ein solides Geschäftsjahr 2020 zurück. „Es war ein herausforderndes Jahr für uns alle. Wir haben uns mit außergewöhnlichen Themen beschäftigt und dabei sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden einiges bewegt, um die Corona-Auswirkungen möglichst abzufedern“, bilanziert Helmut Schiffer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Essen, gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Stefan Lukai und Oliver Bohnenkamp. Seit Mitte März des vergangenen Jahres konzentriert sich die Sparkasse darauf, ihre Kundinnen und Kunden sowie die Unternehmen so gut wie möglich durch die Pandemie zu begleiten.

Begleitend durch die Pandemie

„Corona-Darlehen wurden innerhalb kürzester Zeit aus der Taufe gehoben und wir konnten zahlreichen privaten und gewerblichen Kunden helfen, Liquiditätsengpässe schnell zu überbrücken. Insgesamt 329 Darlehen mit einem Volumen von über
82 Mio. Euro haben wir aus Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zugesagt. Zudem wurden 26 Mio. Euro aus Sparkassenmitteln bereitgestellt“, berichtet Oliver Bohnenkamp. Die Kreditbestände der Sparkasse sind sowohl im Privatkundengeschäft (+2% auf 4 Mrd. Euro) als auch im Firmenkundengeschäft (+3% auf 2,1 Mrd. Euro) gewachsen. Bohnenkamp erläutert: „Der Zuwachs der Kredite unterstreicht unseren aktiven Beitrag, den wir zur finanziellen Stabilität in unserer Region leisten.“ Konstant hohen Zuwachs verzeichnete das Institut im Baufinanzierungsgeschäft. Die Neubewilligungen zugunsten privater Baufinanzierer stiegen um 17% auf 596 Mio. Euro an. Die Sparkassentochter S Immobilien GmbH vermittelte über 300 Objekte mit einem Volumen von 104 Mio. Euro und bleibt damit weiterhin Marktführer der Stadt. „Doch neben der finanziellen Unterstützung durch Kreditvergaben ging es in vielen Gesprächen im vergangenen Jahr darum, für unsere Kundinnen und Kunden passgenaue digitale Lösungen zu erarbeiten“, erläutert Schiffer. Beispielsweise hat die Sparkasse viele Händler beim Aufbau des eigenen Online-Shops begleitet und sie bei der Umstellung auf mobiles Bezahlen unterstützt.

„Die Nachfrage nach mobilen Zahlungsterminals ist in der Corona-Zeit gestiegen, da viele Händler Terminals benötigen, die sie bis zur Ladentür tragen können“, berichtet Schiffer.

Diesen Beitrag in der Region belohnte die private und gewerbliche Kundschaft. Die Bilanzsumme erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,1 Mrd. Euro, womit der Aufwärtstrend der letzten Jahre bestätigt wird. Im Vorjahr lag die Bilanzsumme noch bei 8,6 Mrd. Euro.

Gemeinsam in Negativzinszeiten

Neben dem Kreditgeschäft trug auch das Einlagengeschäft zur Steigerung der Bilanzsumme bei. Der Einlagenbestand übertraf mit 7 Mrd. Euro den Wert des Vorjahres (6,5 Mrd. Euro). Hierbei machte sich ein hoher Anstieg bei den Sichteinlagen (+17%) bemerkbar. „Unsere Kundinnen und Kunden wissen, dass ihr Geld bei uns sicher verwahrt wird und wir freuen uns sehr, über das uns entgegen gebrachte Vertrauen. “, erläutert Schiffer, „andererseits setzt uns das Einlagenwachstum betriebswirtschaftlich unter Druck und kostet uns reales Geld. Denn wir müssen hierdurch höhere Guthaben bei der Bundesbank unterhalten, die mit Negativzinsen unterlegt sind. Trotzdem versuchen wir weiterhin die Konsequenzen der Negativzinszeiten für möglichst viele unserer Kundinnen und Kunden abzufangen.“

Stefan Lukai ergänzt: „Aus diesem Grund ist für uns die Entwicklung in unserem Wertpapiergeschäft besonders erfreulich. Immer mehr Essenerinnen und Essener vertrauen unseren wertpapierorientierten Sparformen und Vorsorgekonzepten, die auch in der Nullzinsphase Ertragschancen bieten. Wenn man Vermögen mehre will, ist eine Wertpapieranlage alternativlos.“ Der Wertpapierumsatz stieg im Geschäftsjahr 2020 um 89% auf 1,26 Mrd. Euro an. Auch in der hauseigenen Vermögensverwaltung hat die Sparkasse Essen den Aufwärtstrend beibehalten können. Das Volumen der verwalteten Depots ist um 32,3 Mio. Euro auf 256,5 Mio. Euro gestiegen. „Unsere Vermögensverwaltung, mit dem Know-how unseres Bereichs Private Banking sowie den durchgehenden Bestnoten des Instituts für Vermögensaufbau, überzeugt unsere Kundinnen und Kunden“, führt Lukai aus.

Corona-Krise hat Auswirkungen auf das Jahresergebnis

Die Sparkasse Essen hat im zurückliegenden Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 53,6 Mio. Euro (Vorjahr: 61,2 Mio. Euro) erzielt. Der Zinsüberschuss sank von 136,3 Mio. Euro auf 127,6 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss lag mit
54,3 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Sach- und Personalaufwand sind mit 129,3 Mio. Euro gegenüber leicht zurückgegangen. Durch einen stabilen Provisionsüberschuss und einem guten Kostenmanagement konnte die Sparkasse die sinkenden Erträge aus dem Zinsüberschuss in Folge der anhaltenden Null- bzw. Negativzinspolitik in Teilen abfedern. „Unser operatives Betriebsergebnis liegt knapp unter dem Ergebnis des letzten Jahres. Unter Berücksichtigung der bekannten Rahmenbedingungen, insbesondere das Zinsumfeld und die Covid-Belastungen, ist das für unser Haus ein solides Ergebnis“, ordnet Schiffer die Entwicklung der Zahlen ein.

 Weil´s um mehr als Geld geht

Die Sparkasse hat sich 2020 eine Mission gegeben: “Wir fördern ein gutes Leben aller Menschen in Essen“. Rund vier Millionen Euro stellt die Sparkasse jährlich zur Unterstützung regionaler Vereine und Institutionen bereit. „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der Zusammenhalt wichtiger denn je ist, stehen wir als verlässlicher Partner zur Seite. Wir möchten die Krise gemeinsam meistern“, erklärt Schiffer. Für die Sparkasse hat die Förderung von sozialem Engagement, Sport und Kultur sowie Innovation und Bildung weiterhin einen hohen Stellenwert. Der regionalen Verantwortung wurde die Sparkasse auch über die seit mehreren Jahren von betterplace.org und der Sparkasse Essen gemeinsam betriebene Internet-Spendenplattform „gut-fuer-essen.de“ gerecht. Mittlerweile wurden über 1,5 Millionen-Euro an Spenden für zahlreiche Essener Projekte gesammelt und verteilt. „Vier Jahre hat es gedauert, bis wir vor genau einem Jahr die Millionen-Grenze überschritten haben“, erläutert Schiffer. „Ein weiteres Jahr später haben wir mittlerweile 1,5 Millionen Euro für gemeinnützige Institutionen in Essen sammeln können. Das zeigt die Solidarität in unserer Stadt- gerade bei solchen Belastungen wie Covid. Darauf können wir sehr stolz sein“, fuhr Schiffer fort.

Für die Zukunft gut gerüstet

Die Geschäftsaussichten für das laufende Geschäftsjahr verknüpft die Essener Sparkasse vor allem mit der Frage, ob und wie schnell es gelingt, die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. „Wir müssen leider damit rechnen, dass sich die Lage bei vielen Unternehmen weiter verschärft“, prognostiziert der Vorstandsvorsitzende. „Wir sind aber auf diese Situation gut vorbereitet und werden weiterhin in der Lage sein, die Menschen und Unternehmen in unserer Region tatkräftig zu unterstützen“, führt er aus.

Des Weiteren wird das Institut ihre Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit intensivieren. Im November hat die Sparkasse dies mit der Unterzeichnung einer „Selbstverpflichtung für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften“ auch schriftlich fixiert. Darin verpflichtet sich die Sparkasse unter anderem, bis spätestens 2035 den Geschäftsbetrieb CO2-neutral zu gestalten. Schiffer erläutert, dass die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen der Ausgangspunkt der Selbstverpflichtung sind: „Wenn wir als Gesellschaft weiter selbstbestimmt leben wollen, dann müssen wir auch die ökologischen Grundlagen unseres Zusammenlebens schützen.“ Die Sparkasse prüft bei Investitionen in ihre Standorte deshalb stets realisierbare Optionen, die auf ihre Haltung zur Nachhaltigkeit einzahlen. Im vergangenen Jahr wurden die Filialen in Kupferdreh und an der Bäuminghausstraße energieeffizient modernisiert. In 2020 bezog das Institut bereits große Teile des Stroms über erneuerbare Energiequellen. Auch in der Anlageberatung wurde der Trend hin zu nachhaltigen Kapitalanlagen weiter ausgebaut und die Angebotspalette diesbezüglich deutlich erweitert. „Inzwischen stehen über 60 Anlagealternativen mit Nachhaltigkeitsbezug zur Verfügung. Es ist unser Anspruch, jeder Kundin und jedem Kunden auf Wunsch ein passendes, möglichst nachhaltiges Produkt anbieten zu können“, so Schiffer. Allerdings reduziert die Sparkasse Nachhaltigkeit nicht nur auf den ökologischen Aspekt.  Die Themen soziales Engagement sowie nachhaltige Unternehmensführung sind ebenfalls Bestandteil der Selbstverpflichtung. „Nachhaltigkeit ist gelebte Tradition der Sparkasse Essen und in unserer Genetik – dem öffentlichen Auftrag, der Gemeinwohlorientierung und dem Regionalprinzip – fest verankert“, ergänzt Schiffer.

  

Zahlen im Überblick

Sparkasse Essen

in Mio. Euro                                                  2019                                       2020

 

Bilanzsumme                                     8.586,6                                   9.124,1

Kundeneinlagen                                            6.519,4                                   7.043,4

Kundenkredite                                              6.200,6                                   6.375,3

Zinsüberschuss                                              136,3                                      127,6

Provisionsüberschuss                        54,9                                        54,3

Personal – und Sachaufwand            131,1                                      129,3

 

Betriebsergebnis vor Bewertung     61,2                                        53,6

 

Jahresüberschuss nach Steuern                    10,7                                        5,1

 

 

Filialen                                               37                                           35

Mitarbeitende                                   1.298                                      1.277

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