Die Renaturierungs-Maßnahmen an einem Teilabschnitt des Paasbaches sind abgeschlossen: V.l.n.r. Melanie Jagusch-Klich, Abteilungsleiterin Planen und Bauen, Baudezernent Jens Hendrix und Jesco Hoffmann aus der Abteilung Planen und Bauen (Foto: © Stadt Hattingen)
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Hattingen/Ruhr. Wenn Bäche und Flüsse in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, sich wieder wild durch die Landschaft schlängeln, spricht der Laie von Renaturierung, der Fachmann von ökologischer Aufwertung. Die Stadt Hattingen hat im Herbst vergangenen Jahres mit den Renaturierungsmaßnahmen am Paasbach in Bredenscheid begonnen. Diese sind nun beendet.

Zunächst wurde der Abschnitt von der Straße Am Aufzug bis zum ehemaligen Bahndamm renaturiert. Der Bach wurde auf circa 300 Metern in seine natürliche Verlaufsform zurückgeführt. Um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen, wurde der Bach früher künstlich an den Waldrand gelegt und zum größten Teil begradigt.

Die Planungen für die Maßnahmen am Paasbach hat der Ruhrverband übernommen. „Durch Verstädterung und Industrialisierung entsprechen viele Bäche und Flüsse im Ruhreinzugsgebiet nicht den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Jede Renaturierung und ökologische Verbesserung der Gewässer trägt dazu bei, das ehrgeizige europäische Ziel eines guten Gewässerzustands bis zum Jahr 2027 zu erreichen“, sagt Dr. Michael Weyand, Leiter Flussgebietsmanagement beim Ruhrverband.

Nun macht der Paasbach wieder einen naturnahen Eindruck: Charakteristische Windungen sowie natürliche Schwingungen im Bachverlauf sind wieder zu erkennen. Damit aber noch nicht genug. In den nächsten Jahren soll ein zweiter Abschnitt dem Beispiel folgen. Im Bereich Haus Theresia sollen ebenfalls Renaturierungsmaßnahmen erfolgen, damit auch Fische in Zukunft freie Bahn haben und Pflanzengemeinschaften sich wieder vermehrt ansiedeln können.

„Die Umsetzung der Gewässermaßnahmen ist mit Herausforderungen verbunden. Sie erfordern einen hohen Planungsbedarf und Abstimmungen mit verschiedenen Beteiligten. Wasserrechtliche und landschaftsrechtliche Genehmigungen sind ebenso zu beachten, wie Bestimmungen zum Vogelschutz und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern. Außerdem kann die bauliche Umsetzung, vegetationsbedingt, immer nur von Oktober bis Ende Februar erfolgen“, erklärt Baudezernent Jens Hendrix.

Im Zuständigkeitsbereich der Stadt Hattingen werden in den kommenden Jahren auch Maßnahmen am Felderbach und am Pleßbach durchgeführt. Am Sprockhöveler Bach wurden einige Maßnahmen bereits in den Jahren 2015 und 2016 umgesetzt.

Die Baukosten am Paasbach von rund 197.000 Euro wurden von der Bezirksregierung Arnsberg zu 90 Prozent gefördert.

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