Die Bewohnerinnen Monika Mann, Rosemarie Ungemach und Christa Röder aus dem Haus Rheinpark (v.l.n.r.) stellen ihre Werke vor (Foto: © Kplus Gruppe)
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Leverkusen. Das Senioren-Projekt der „Kunstpaten“ hat sich seit 2013 erfolgreich im Haus Rheinpark etabliert. Und das nicht ohne Grund: Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist die kreative Tätigkeit sichtlich mit Freude, neuer Lebensenergie und Leidenschaft verbunden. Denn Kunst ist auch Therapie.

Einmal pro Woche arbeiteten die betagten Kunstschaffenden dabei mit Yvonne Espe an ihren Werken. Als Gerontologin und Kreative Gerontotherapeutin gab sie Anregungen, weckte – manchmal unentdeckte – kreative Fähigkeiten.

Entstanden sind Motive aus der Natur, aber auch abstrakte Arbeiten – passend zum Titel der Ausstellung „Frühlingserwachen“, den die Bewohnerinnen und Bewohner sich ausgedacht haben. Ausgangspunkt und Inspirationsquelle der nicht gegenständlichen Werke bildeten unter anderem Urlaubsfotos der Künstlerinnen und Künstler.

„Mitgebrachte Fotos sind mir sehr willkommen, da biografisches Material viele Anknüpfungspunkt für Gespräche bietet. Insbesondere bei Menschen mit Demenz, da sie oftmals mit Beeinträchtigungen des Sprachvermögens zu kämpfen haben. Insofern sind nonverbale Mittel wie Fotos, aber auch die eigenen künstlerischen Arbeiten in der verbalen wie nonverbalen Kommunikation hilfreich“, erklärt Yvonne Espe.

Die Bewohnerinnen und Bewohner fertigten Zeichnungen an, die anschließend auf Styrodur übertragen, dann ausgeschnitten, grundiert und mit Blattgold veredelt wurden.

Künstlerische Aktivitäten sind gut für die Seele, besonders aber auf Menschen mit einer Demenzerkrankung haben sie nachweislich einen positiven Einfluss.

„Wir sehen, wie glücklich unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind, wenn sie sich künstlerisch verwirklichen. Und das ist wunderbar. Für uns alle ist diese schöne Tradition kaum noch wegzudenken“, sagt Andrea Gormann, langjährige Pflegedienstleiterin im Haus Rheinpark.

Aktionen wie diese brauchen Unterstützer: Zum wiederholten Mal fördert der Chempark-Manager und -Betreiber Currenta die Kunstpaten im Haus Rheinpark. Ulrich Bornewasser, Leiter des Nachbarschaftsbüros Chempunkt in Leverkusen: „Die Kunstpaten leisten wichtige Arbeit. Gerade jetzt während der Corona-Pandemie stellt die künstlerische Betätigung eine willkommene Abwechslung im Heim-Alltag dar. Deshalb tragen wir als Unternehmen gerne dazu bei, den Seniorinnen und Senioren mit dieser Aktion eine Freude zu bereiten.“

Das Ergebnis kann seit heute im Rahmen einer Straßengalerie begutachtet werden. Da Besuche im Haus Corona-bedingt nur Angehörigen erlaubt sind, war eine Ausstellung in gewohnter Form in diesem Jahr nicht möglich. Daraus entstand jedoch die Idee, sämtliche Gemälde und Skulpturen in einer Art Schaufenster für jedermann von außen sichtbar zu machen. Wer also in nächster Zeit die Hauptstraße entlangspaziert, kann dies gleich mit einem kulturellen Ausflug verbinden.

Auch auf die klassische Ausstellungseröffnung musste verzichtet werden, „gefeiert“ wurde stattdessen im sehr kleinen Kreis nach Wohnbereichen getrennt.

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