Joseph Beuys (1921-1986), deutscher Künstler, von 1961-1973 war er Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Aufnahme entstand vor der Kunstakademie (Foto: © Brigitte Hellgoth/Süddeutsche Zeitung Photo/Düsseldorf Tourismus GmbH)

Düsseldorf. Digitale Beuys-Tour erzählt die besondere Beziehung zwischen Künstler und Stadt – Online-Angebot mit Geschichten, Radrouten und Gesprächen

Beuys und Düsseldorf haben sich gegenseitig berühmt gemacht. Der Weltkünstler, Aktivist und Vordenker ist noch immer in der Stadt präsent – nicht nur in Ausstellungen und der Kunstakademie, sondern auch an Fassaden, in Kneipen und neuen Ideen. Düsseldorf Tourismus führt an Orte, an denen Beuys, seine Kunst und die Köpfe seiner Zeit präsent waren. Die Tour startet als digitales Live-Angebot.

Mitten in der Pandemie ist das Beuys-Jahr mit Einschränkungen gestartet. Doch die mediale Aufmerksamkeit und auch die kurze Zeit, in der die Ausstellungen geöffnet waren, belegen: Beuys bewegt und interessiert auch 100 Jahre nach seiner Geburt. Was den Künstler und seine Ideen so aktuell bleiben lässt, erzählt die neue Stadtführung, die Düsseldorf Tourismus anlässlich des Geburtstags entwickelt hat. „Unsere Tour richtet sich gezielt an Menschen, die neugierig auf Beuys sind, aber eben nicht zwingend viel Vorwissen haben. Wir wollen diejenigen erreichen und begeistern, für die diese Tour und das Jubiläumsjahr möglicherweise die erste bewusste Berührung mit Beuys ist“, so Ole Friedrich, Geschäftsführer Düsseldorf Tourismus.

Konflikte, Kult und Kneipen – Beuys-Orte online erkunden

Beuys hat nicht nur in Düsseldorf gelebt, er war hier auch präsent: in seinen Lieblingslokalen auf der Ratinger Straße, in der Kunstakademie, im legendären Creamcheese und in der Politik. Die Tour gibt Einblick in die Zeit, in der Beuys in Düsseldorf aktiv war, und führt an die Orte seines Schaffens und seiner Konflikte. Am Rhein werden die berühmte Einbaum-Querung, die „Heimholung“ Beuys‘ durch die Studierenden, und der Streit mit Johannes Rau greifbar. Natürlich macht die Tour Station an der Kunsthalle, an der Beuys bleibende Spuren hinterlassen hat, und an der Galerie, in der sich mit Beuys und Warhol zwei lebende Legenden ihrer Zeit erstmals begegneten – und diesen Jahrhundertmoment in einem berühmten Foto festhielten.

Im Mai findet die Beuys-Tour als einstündiges Online-Erlebnis statt: Die Teilnehmer*innen begleiten die Guides live wie bei einer Videokonferenz durch die Stadt, sie sehen, hören und können sich austauschen. Die nächsten Termine: 8. Mai um 12.30 Uhr, 15. Mai um 14 Uhr und 22. Mai um 12 Uhr. Für den 5. Juni ist eine englischsprachige Tour geplant. Wenn es wieder möglich ist, gehen Gruppen bei der Stadtführung gemeinsam etwa zwei Stunden lang durch Beuys‘ Düsseldorf. Teilnehmer*innen erhalten dann auch einen Gutschein für den Original-Beuys-Signature-Drink „Mr. Joseph B.“ in der Beuys Bar. Gelegen in der Neubrückenstraße unweit des früheren Creamcheese, wo Beuys‘ Student*innen am Tresen standen und Größen wie Frank Zappa verkehrten, ist die Bar ein Zeugnis für die ungebrochene Aktualität des Künstlers im Düsseldorfer (Nacht-)Leben.

Geschichten und Tipps zum Beuys-Jahr

Zusätzlich hat Düsseldorf Tourismus einen eigenen Online-Bereich für den Jubilar geschaffen. Hier sind kurzweilige Hintergrundinformationen und Beiträge gebündelt – inklusive des Clips vom legendären ersten Treffen von Beuys und Warhol in einer Düsseldorfer Galerie. Außerdem finden Nutzer*innen hier die Inhalte von „Beuys and Bike“, einer neuen Radroute, die gemeinsam mit Tourismus NRW und den Regionen entstanden ist und den Spuren von Beuys knapp 300 Kilometer durch den äußersten Westen Deutschlands folgt. Zwischen Kleve und Leverkusen erleben Radfahrer*innen typisch rheinische Landschaften und entdecken besondere Beuys-Orte. Die einzelnen Streckenabschnitte sind online im Blog „Düsseldorf Storys“ aufbereitet, mit passenden Beuys-Zitaten und Tipps für perfekte Instagram-Motive. Das radtouristische Angebot ist  auch für Übernachtungsgäste attraktiv, die Düsseldorf für die große Beuys-Ausstellung im K20 besuchen.

Darüber hinaus spricht Mike Litt im Kultur-Podcast „Alle Rhein“ mit Beuys-Expert*innen über das besondere Verhältnis zwischen Stadt und Künstler. Den Anfang macht Carl Friedrich Schröer, Kunsthistoriker und Journalist, der 2020 die Ausstellung zu Beuys‘ berühmtem Schüler Anatol kuratiert hat. In Planung ist auch ein Gespräch mit Catherine Nichols, die gemeinsam mit Eugen Blume das Projekt Beuys 2021 leitet. Das Team ist verantwortlich für die Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die sich auf die universellen und kosmopolitischen Konzepte und Fragen im Werk von Beuys konzentriert.

 

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