Rainer Pappert: „Pflege ist nicht nur unverzichtbar, sondern auch richtig klasse!“ (Foto: © St. Augustinus Gruppe)
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Rhein-Kreis Neuss/Mönchengladbach/Krefeld/Kreis Viersen. 12. Mai – Internationaler Tag der Pflege

Noch nie standen der Pflegeberuf und seine Herausforderungen so sehr im Fokus wie seit dem Ausbruch der Pandemie. Corona zeigt die enorme Leistung der Pflegekräfte auf, aber auch die Grenzen des Leistbaren – und des Gesundheitssystems insgesamt. „Wir haben tiefsten Respekt vor dem Engagement der Pflegenden, dieser unermüdliche Einsatz an vorderster Front ist absolut nicht selbstverständlich“, betont Rainer Pappert, Geschäftsführer der St. Augustinus Gruppe. Was für die Beteiligten des größten Berufssektors im deutschen Gesundheitswesen schon immer außer Frage stand, müsse in der Gesellschaft viel deutlicher verankert werden: „Pflege ist nicht nur ein Beruf, den die Gesellschaft nun mal benötigt, Pflege ist systemrelevant und überlebenswichtig!“

Den Internationalen Tag der Pflege nimmt Pappert zum Anlass, für die Berufsgruppe zu werben: „Jeden Tag können wir während der Pandemie sehen: Pflege ist ein komplexer, verantwortungsvoller und unverzichtbarer Beruf. Unsere Pflegekräfte verfügen über ein Maximum an Professionalität, fachlicher Kompetenz und Empathie. Darauf sind wir unglaublich stolz.” Was für Pappert gleichzeitig eine enorme Herausforderung ist: Aus der hohen gesellschaftlichen Anerkennung junge Menschen für den krisensicheren Beruf der Pflegefachperson mit seinen guten Karrierechancen auch zu begeistern. „Hier müssen wir wohl noch viel mehr Aufklärungs- und Informationsarbeit leisten und bei den Vorurteilen aufräumen. Abends auf dem Balkon klatschen ist nett, aber reicht bei weitem nicht“, sagt Pappert selbstkritisch.

Nach dem Ende der Pandemie befürchten manche Experten eine Kündigungswelle in der Pflege. Zwar gibt es in der St. Augustinus Gruppe mit ihren mehr als 3.000 Pflegekräften in Krankenhäusern und Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung dafür bislang keine Anzeichen. Doch weiß auch Rainer Pappert, dass die vergangenen 15 Monate für viele Mitarbeitende die schwierigsten in ihrem Berufsleben waren: „Die Pandemie hat das Leben unserer Pflegefachleute und die Gesundheitssysteme, in denen wir für die Menschen da sind, insgesamt stark geprägt.“ Der Kerncharakter der Pflege habe sich nicht verändert, der Arbeitsalltag allerdings schon: So war die Belastung durch Corona deutlich höher, und das sei an niemandem in der Pflege spurlos vorübergegangen. „Ausreichend Schutzmaterial und Tests sind das Eine – eine Selbstverständlichkeit. Wir haben zusätzlich auch eine Hotline für unsere Mitarbeitenden eingerichtet, die psychotherapeutische Unterstützung benötigen, um die teils belastenden Situationen zu bewältigen. Solche Gespräche sind ein wichtiges niederschwelliges, anonymes und kostenfreies Angebot, um über die eigenen Probleme und Sorgen sprechen zu können. Da mischen sich natürlich auch die beruflichen mit den privaten Belastungen, die die Pandemie für jeden mit sich gebracht hat“, so Pappert. Darüber hinaus gibt es Workshops zu Resilienz oder Entspannung und Online-Sportangebote zum Abschalten.

„Wir verdanken sämtlichen Mitarbeitenden im Gesundheitswesen sehr viel – und damit schließe ich nicht nur Mediziner, sondern auch Reinigungskräfte, Küchenpersonal oder Therapeuten ganz ausdrücklich mit ein. Wir brauchen ein gesellschaftliches und nachhaltiges Umdenken in Richtung: Pflege ist nicht nur unverzichtbar, sondern auch richtig klasse!“

 


Der «Internationale Tag der Pflege» wird von Pflegefachpersonen weltweit am 12. Mai gefeiert, dem Geburtstag von Florence Nightingale, die als Begründerin der professionellen Krankenpflege gilt.

Laut Studien hält die große Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung den Pflegeberuf für einen fachlich anspruchsvollen Beruf mit Zukunft. Fast alle Befragten sind der Meinung, dass Pflegende mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten sollten. Und: Nur wenige Eltern raten beispielsweise ihren Kindern trotz bester Job-Aussichten den neuen Beruf der Pflegefachperson zu erlernen.

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