Heike Jashari (Foto: privat)
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Goch. Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege. An ihm wird die wertvolle Arbeit in der Pflege tätiger Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Heike Jashari ist eine von ihnen. Sie setzte nach einjähriger Pause alles auf Anfang und wagte den beruflichen Neustart. Im März bestand die Gocherin die Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft. Darauf kann die 57-Jährige echt stolz sein. Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve gratuliert und freut sich mit ihr.

Frau Jashari, was hat sich seit dem Bestehen der Ausbildung geändert?

Eigentlich gar nicht so viel, Pflegetouren bin ich als Schwesternhelferin vorher auch gefahren. Seit 2002 bin ich bereits für die Diakonie tätig. Nach bestandener Ausbildung darf ich nun allerdings mehr Tätigkeiten ausführen, die mir als Schwesternhelferin bislang nicht erlaubt waren, zum Beispiel Kompressionsverbände anlegen oder Medikamente richten und stellen.

Mit 54 Jahren noch eine Ausbildung beginnen, wie war das für Sie?

Zunächst stand die Frage an, ob ich in die Tagespflege wechsele, oder die Ausbildung mache. Ich entschied mich für die Ausbildung. Sie begann 2017, dauerte dreieinhalb Jahre – berufsbegleitend – in der Pflegeakademie Xanten. Das bedeutete neben der Arbeit zwei volle Tage Schule in der Woche. Es war echt hart für mich, Lernstrategien zu entwickeln und die Konzentration zu halten. Neben vielen Jüngeren in der Klasse boxten sich mit mir drei „ältere Semester“ durch. Der Stoff war umfangreich und es wurden viele Themen behandelt. Einiges kannte ich trotz langjähriger Berufserfahrung so noch nicht. Selbst wenn ich nicht bestanden hätte – ich hätte vieles mitgenommen.

 

Ursprünglich haben Sie jedoch etwas Anderes gelernt?

Ja, ich bin gelernte Einzelhandelskauffrau. Im Osten, wo ich herkomme, gab es damals etwas vergleichbares wie Ambulante Pflege nicht. Dann hätte ich damals schon den Pflegeberuf gewählt. Mit vier kleinen Kindern und alleinerziehend hatte ich es dann im Einzelhandel nicht ganz so leicht. Seit 1996 wohnen wir in Goch.

 

Hat Ihre Familie Sie bei der Ausbildung unterstützen können?

Ja Unterstützung hatte ich schon, die Älteste und eine Schwiegertochter arbeiten ebenfalls im Pflegebereich, meine Jüngste macht gerade Abitur, hat also selbst genug zu tun. Und ich schaffe auch gerne etwas für mich alleine. Toll war die Unterstützung der Dozenten in Xanten. Sie haben immer geholfen.  Wenn sie etwas nicht wussten, haben sie es recherchiert. Auch bei der Diakonie konnte ich immer nachfragen und habe Unterstützung erfahren. Ich fühle mich hier wohl, sonst wäre ich nicht seit 2002 hier.

 

Im Januar und März kamen dann die Prüfungstage…

Ja furchtbar. Ich habe große Prüfungsangst, deswegen bin ich sehr erleichtert, es geschafft zu haben!

 

Warum gefällt es Ihnen in der Pflege?

Es ist mein Traumberuf. Ich arbeite sehr gerne mit Menschen und freue mich, wenn ich nach der Schicht nach Hause gehen kann mit dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, Menschen geholfen zu haben. Ich arbeite nicht allein für die Dankbarkeit. Aber wenn ich sie in den Augen sehe, ist das schön. Die Arbeit ist natürlich auch mal anstrengend. Ich sage jüngeren Kolleginnen und Kollegen immer, der Job, in dem alles perfekt ist, den gibt es nicht.

 

Wie kommen Sie mit dem Schichtdienst zurecht?

Die einen mögen mehr den Frühdienst, andere den Spätdienst, ich komme mit beiden klar. Nach dem Spätdienst bin ich gegen 20:30 Uhr zu Hause, für den Frühdienst stehe ich um 4 Uhr auf. Ich mag keine Hektik morgens. Erst kommt der Hund, dann der Kaffee und dann die Arbeit.

 

Mehr zum Tag der Pflege

Diakonie im Kirchenkreis Kleve: www.diakonie-kkkleve.de

Interessenten für die Ausbildung zur Pflegefachkraft: bewerbung@diakonie-kkkleve.de

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