Thomas Spilker damals und heute: Zwanzig Jahre liegen zwischen den Fotos. Heute ist der „Grüne Pfeil“ an der Lierfeldstr. verschwunden. Nur ein Hinweis deutet noch auf seine frühere Anwesenheit hin (Fotos: Reklips)
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Essen. Zehn kleine Schilderlein, jetzt sind es nur noch …? – Weiterer „Grüner Pfeil“ für Alle Verkehrsarten verschwunden

Erstaunlich sei nach Ansicht der FDP im Essener Norden, dass die Verwaltung nunmehr die Einführung eines grünen Pfeiles für Radfahrer öffentlich feiert. Fast 20 Jahre hat ein Verkehrszeichen, der Grüne Pfeil, welches als eines der wenigen Zeichen aus der Zeit der DDR auch im Westen übernommen wurde, den Verkehr an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet flüssig gemacht. „Und dies nicht nur für Radfahrer, sondern für alle Verkehrsteilnehmer“, berichtet der Altenessener FDP-Politiker Thomas Spilker. „Es war ein harter Kampf für mich als Ratsherr im Jahre 2001 die Einführung der „Grünen Pfeile“ auch in Essen durchzusetzen. Nach harten Diskussionen und viel Überzeugungsarbeit wurde dann im Mai 2001, genau an der Lierfeldstr, der erste grüne Pfeil im Stadtgebiet installiert, weitere sollten folgen.“ Seit einiger Zeit will die Verwaltung dieses Verkehrszeichen im Stadtgebiet zurückbauen und grüne Pfeile eben nur noch für Fahrräder anbringen. Noch vor zwei Jahren hatte die Verwaltung gegenüber dem Redakteur Wolfgang Kintscher der Funke Medien Gruppe auf Nachfrage erklärt, dass sie nicht an einen Rückbau denke. Kurze Zeit später dann die Kehrtwende, die Grünen Pfeile verschwinden.

Spilker dazu: „Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass der Autoverkehr überall behindert wird, um fragwürdige Ziele der grünen Mobilitätspolitik umzusetzen, zumal jedes Mittel, das die Verkehre flüssiger macht auch zur Luftreinhaltung und Lärmminderung beiträgt. Unfälle hat es durch den Grünen Pfeil ebenfalls nicht gegeben.“ Und Spilker weiter: „Ich kann die Verwaltung und Oberbürgermeister Thomas Kufen nur auffordern, die Pfeile wieder anzubringen.“

Obwohl gerade der Essener Norden immer wieder von starken Verkehren belastet ist, ist nun ein weiterer „Grüner Pfeil“ verschwunden. Nachdem schon vor einiger Zeit der Pfeil an der LZA Schonnebeckhöfe/Bullmannaue von der Verwaltung entfernt wurde, ist nunmehr auch der Pfeil an der Kreuzung Lierfeldstr/Twentmannstr in Altenessen spurlos verschwunden.

Die Bevorzugung des Rades muss eindeutig nach Ansicht der Nord-FDP beendet werden, der Verkehrsraum muss für alle Nutzer, egal ob Kraftfahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger und den OPNV gleichermaßen genutzt werden. Neben den Verkehrszeichen und Regeln kommt insbesondere dem § 1 der STVO, der gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme fordert eine wichtige Bedeutung zu. Verkehr kann nur funktionieren, wenn die Akteure sich gegenseitig akzeptieren. Daher fordern die Liberalen keine einseitige Bevorzugung des Rades, sondern der grüne Pfeil muss seine Geltung weiterhin für Alle haben. Fanatismus, egal ob für Fußgänger, Autos oder Fahrräder kann nur falsch sein und ist abzulehnen.

Für das Thema Sicherheit gilt weiterhin aufpassen, Vorsicht und Rücksicht. Gerade der tote Winkel bleibt für rechts abbiegende Radfahrer bestehen. Der Grüne Pfeil regelt für Fahrräder keinen Vor- oder Nachlauf. Erst wenn sensorgesteuerte Abbiegeassistenten bei allen Fahrzeugen und Anhängern vorhanden sind, wird dieses Risiko erheblich minimiert. Doch dies wird leider noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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