(Foto: privat)
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Mülheim an der Ruhr/Essen. Am 14.5.2021 versammelten sich die Mitglieder des Klimabündnis (Mülheim an der Ruhr) unter der Führung von Dr. Frauke Krüger (NABU Ruhr), um den Flughafen Essen-Mülheim zu besichtigen und einen Einblick in die Rolle des Flughafengeländes für das Mülheimer Klima und dessen Biodiversität zu bekommen.

Die Wiesen des Flughafengeländes sind nicht nur ein rares Habitat für seltene Tiere, sondern wirkt sich auch positiv auf das Mülheimer Klima in mehrfacher Hinsicht aus. Einerseits hat die Wiese mit ihrer freien Lage und besonderen Fähigkeit viel Feuchtigkeit zu speichern eine kühlende Wirkung auf Teile des Mülheimer Stadtgebiets und des Ruhrtals, andererseits nimmt sie Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf, eine Eigenschaft, die für einen effektiven Klimaschutz immer entscheidender wird.

Dazu Biologin Dr. Frauke Krüger: “Die Wiesen des Mülheimer Flughafens werden seit vielen Jahrzehnten durch einen Zaun geschützt, der für einen sicheren Flugbetrieb notwendig ist. Deswegen hat sich die Flora und Fauna unbeeinträchtigt entwickeln können, was durch acht Feldlerchen Paare und den in Deutschland vom Aussterben bedrohten Steinschmätzer beindruckend gezeigt wird. Weil die Wiese nicht landwirtschaftlich intensiv genutzt wird und der Boden unter der Pflanzendecke ungestört bleibt, ist sie ausserdem eine effektive CO2- Senke.”

Ein naturinteressierter Mitarbeiter des Flughafens dokumentierte kürzlich sehr seltene Steinschmätzer, die sich offensichtlich auf dem Mülheimer Flughafengelände wohlfühlen. Für Biologen eine echte Sensation.

Eine Öffnung des Geländes wäre das Aus für die Steinschmätzer und die Feldlerchen, die Nutzung der Wiese die Vernichtung einer wertvollen CO2-Senke und somit schwerer Rückschlag für Mülheims Klimaschutzbemühungen.

Vertreter des Mülheimer Klimabündnisses (ADFC Kreisverband Oberhausen/Mülheim, Mülheimer Alpenverein (DAV), Greenpeace Mülheim/Oberhausen, KlimaQuartier Broich, Mülheimer Bürger:innen, Mülheimer Ortsgruppe der Parents 4 Future ) sind überzeugt, dass Mülheim sich das nicht leisten kann und fordern deswegen eindringlich den Status Quo am Flughafen zu erhalten und die Flugbewegungen am Platz so schnell wie möglich klimaneutral zu machen.

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