Elisabeth Laumann-Hild, Ele Sieben und Dirk Roosen von der städtischen Jugendarbeit Straelen (v.l.n.r.) freuen sich, dass das "mobile Jugendzentrum" an den Start geht (Foto: Stadt Straelen)

Straelen. Die Offene Jugendarbeit geht neue Wege  

Kreative Ideen und Konzepte sind gefragt, um offene Jugendarbeit in Coronazeiten überhaupt gestalten zu können. Dirk „Ele“ Sieben, Leiter der städtischen Jugendarbeit in Straelen, und sein Team haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr viele Gedanken gemacht. Sie haben die Angebote an die Jugendlichen ständig angepasst, überarbeitet und neue Möglichkeiten entwickelt, die Jugendlichen zu erreichen. Neuestes Projekt ist das „mobile Jugendzentrum“, zu dem Timo Spachtholz, der gerade seinen Bundesfreiwilligendienst im Straelener Jugendzentrum „JuSt“ absolviert, gemeinsam mit Dirk Roosen, zuständig für aufsuchende Jugendarbeit, ein elektrisches Lastenrad umgebaut haben. Dabei wurde an sämtliche Extras wie Stabilität oder Sicherheit im Straßenverkehr gedacht. Gefördert wird das Projekt durch den Kreis Kleve, der 30 Prozent der Anschaffungskosten trägt.

Herzstück des Elektrobikes ist ein stabiler Outdoor-Kicker, unter dem es zusätzlich viel Stauraum für weitere Spielmöglichkeiten gibt. Ausgerüstet mit einem Schirm als Sonnen- bzw. Regenschutz sowie Sitzgelegenheiten ist das mobile Jugendzentrum ab sofort im Stadtgebiet unterwegs zu den Jugendlichen und besucht sie vor Ort an ihren Treffpunkten.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wandelfähig die offene Jugendarbeit sein muss. In der Anfangszeit haben wir die Angebote offener Jugendarbeit digital gestaltet und bis heute konsequent ausgebaut“, beschreibt Ele Sieben, „aber auch der öffentliche Raum bietet viele Möglichkeiten für den Ausbau von Aktivitäten, die unter Einhaltung der Auflagen und Kontaktbeschränkungen besser nutzbar sind als unsere Einrichtungen. Unsere offenen Angebote wie Stadtrallyes, Rätselaufgaben oder Spielplatzbesuche kommen sehr gut an. Zusätzlich bringen wir jetzt mit unserem mobilen Jugendzentrum die Angebote, die die Jugendlichen normalerweise in der Einrichtung vorfinden, auf die Straße.“

„Der Blick auf die Kollegen des Jugendzentrums in Freiburg, die mit einem mobilen Zentrum bereits im Einsatz sind, zeigt, dass diese Idee dort sehr gut ankommt“, ergänzt Dirk Roosen, „und unsere Gespräche mit Kindern und Jugendlichen sowie mittlerweile diverse Studien verweisen auf einen enormen Bedarf an unverbindlicher, unbefangener Treffpunktsituation. Die Jugendlichen sehnen sich nach unbeschwertem Leben, Spielen, Chillen. Nach etwas mehr Normalität.“

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