Wirtschaftsbarometer Frühsommer 2021 (Foto: © Niederrheinische IHK_Peter Sondermann)

Duisburg. Unternehmen unzufrieden bei Infrastruktur und kommunalen Steuern

Die Duisburger Industrie schaltet im ersten Quartal 2021 gleich zwei Gänge hoch. Das zeigt das aktuelle Wirtschaftsbarometer Duisburg der Niederrheinischen IHK. „Die Industrie hat die Krise vorerst überwunden. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Stadt. Auch viele Händler und Dienstleister werden in Kürze wieder richtig loslegen können“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Gleichzeitig gibt es noch Luft nach oben. Die Unternehmen brauchen verlässliche Standortbedingungen. Nachgebessert werden muss vor allem bei der Infrastruktur, den hohen kommunalen Steuern und der Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren. Hier sind Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung am Zug.

Mit dem ersten Quartal 2021 knüpft die Duisburger Industrie nahtlos an das erfolgversprechende Jahresende 2020 an: Die Einnahmen sind um zehn Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen. Ein Wermutstropfen: Pandemiebedingt haben die Betriebe ihre Belegschaft um etwa vier Prozent reduzieren müssen. „Das Kurzarbeitergeld hat Schlimmeres verhindert. Denn Fachkräfte sind schwer zu bekommen, die Betriebe halten an ihren Mitarbeitern fest, solange es geht“, so Dietzfelbinger.

 

Investitionen dürfen nicht ins Stocken geraten

Damit die Wirtschaft wieder durchstarten kann, sehen die Betriebe laut IHK auch die Stadt in der Pflicht. So sind 86 Prozent der Unternehmen mit Zustand und Leistungsfähigkeit der Straßen unzufrieden. „Die Duisburger Infrastruktur ächzt seit Jahren. Jetzt gilt es, die wichtigen Straßenprojekte wie den Karl-Lehr-Brückenzug, die Ortsumgehung Meiderich und die A40-Rheinbrücke Neuenkamp konsequent weiter voranzubringen. Die Pandemie darf nicht als Ausrede herhalten, dass die Arbeiten auf den Baustellen ins Stocken geraten“, mahnt Dietzfelbinger. Ausbaufähig ist auch die digitale Infrastruktur: 92 Prozent halten die Anbindung an das schnelle Netz für wichtig oder sehr wichtig. Zufrieden mit ihrem derzeitigen Anschluss sind allerdings nur 41 Prozent.

 

Balanceakt der Verwaltung nötig

Dauerbrenner sind für drei Viertel der Unternehmen die hohen kommunalen Steuern, ebenso wie die schleppenden Plan- und Genehmigungsverfahren. Von der neu aufgestellten Gesellschaft für Wirtschaftsförderung erwarten die Duisburger Betriebe hierbei eine stärkere Begleitung innerhalb der Stadtverwaltung. Dietzfelbinger: „Auf die Stadt Duisburg kommt ein Balanceakt zu. Die öffentlichen Kassen sind nach wie vor leer. Trotzdem muss die Stadt investieren, um für die Unternehmen vor Ort und neue Investoren attraktiv zu sein. Dazu gehört auch, neue Flächen für die Industrie zu schaffen und die Innenstadt attraktiver zu gestalten. So kann sich Duisburg als Oberzentrum der Region etablieren.“

Das IHK-Wirtschaftsbarometer Duisburg nimmt die wirtschaftliche Entwicklung in der größten Stadt am Niederrhein unter die Lupe. Neben der Industrie nimmt die IHK die Konjunkturentwicklung, den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie die Flächen und das Gründungsgeschehen in den Blick. Die aktuellen Zahlen sind online abrufbar unter www.ihk-niederrhein.de/wirtschaftsbarometer. Das nächste Barometer erscheint im Herbst 2021.

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