Giefer-Perler-Orgel: Romano Giefer (links) und René Perler haben an der Seifert-Orgel in Kevelaer eine neue CD eingespielt (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Kevelaer. „Wallfahrt nach Kevelaer“: Neue CD von Romano Giefer und René Perler

René Perler, Bassbariton aus der Schweiz, holt auf der Orgelempore der Kevelaerer Marienbasilika tief Luft. Gemeinsam mit Chordirektor Romano Giefer an der großen Seifert-Orgel intoniert er „Die Wallfahrt nach Kevelaer“, die berühmte Ballade von Heinrich Heine in der Vertonung des Komponisten Felix Weingartner. Perler und Giefer schaffen eine ganz besondere Atmosphäre in der Basilika, wenn sie die Geschichte des todkranken Wilhelm und seiner Mutter erzählen, die sich auf den Weg zum Gnadenbild machen.

Als Giefer im Jahr 2010 seine Tätigkeit als Chordirektor begann, gehörte Heines Ballade zu den großen Stücken, die er während des ersten Neujahrskonzertes gemeinsam mit Perler zu Gehör brachte. Bei der Suche nach passender Musik war Giefer auf die Weingartner-Vertonung gestoßen, „ich hatte sie damals im Archiv gefunden, vorher war sie mir nicht bekannt“, erinnert er sich. Gute zehn Jahre später führten Giefer und sein Studienfreund Perler das Weihnachtsoratorium auf und erinnerten sich an „Die Wallfahrt nach Kevelaer“, nach und nach entstand die Idee zu einem Konzert mit Liedern zur Wallfahrt.

Dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr die Kontaktbeschränkungen, die ein großes Konzert unmöglich machten. Dennoch arbeiteten Perler und Giefer weiter an ihrem Projekt, sie suchten weitere passende Stücke. Von Augustinus Franz Kropfreiter kamen „Drei Geistliche Gesänge“ ins Programm, dazu vier Gesänge von Josef Gabriel Rheinberger sowie das „Vater Unser“ von Peter Cornelius. Allen pandemiebedingten Widrigkeiten zum Trotz haben Perler und Giefer es geschafft, mit den Aufnahmen eine CD zu produzieren, die nun in den Handel kommt.

„Musik“, sagt Giefer, „hat in der Kirche schon immer einen hohen Stellenwert und ist ein geeignetes Transportmittel für spirituelle Inhalte.“ Und so möchten die Musiker nun die besondere Atmosphäre der Marienbasilika zu den Menschen nach Hause transportieren. „Aufgrund der Pandemie ist es vielen derzeit noch nicht möglich, selbst als Pilger nach Kevelaer zu kommen“, erklärt Giefer, „unsere CD ist eines von vielen Angeboten, sie trotzdem an der Wallfahrt teilhaben zu lassen und zu einer musikalischen, inneren Wallfahrt zu inspirieren.“ Gleichzeitig ist es eine Einladung, den Pilgerort zu besuchen, wenn es die allgemeine Lage wieder erlaubt. „Wir wussten anfangs nicht, wie die Produktionsbedingungen sein würden, es war beinahe täglich ein Herantasten an das jeweils Machbare. Ich bin dankbar, dass in diesen Zeiten ein solches Projekt möglich war“, blickt der Chorleiter zurück.

Die gesamte Spieldauer beträgt knapp 73 Minuten, allein die Ersteinspielung der Weingartner-Vertonung dauert fast eine Viertelstunde. Ausführliche Begleittexte informieren über die beiden Musiker, die Seifert-Orgel und die Geschichte der aufgeführten Stücke. „Die Wallfahrt nach Kevelaer“ ist für 20 Euro an der Pforte des Priesterhauses erhältlich und erscheint Anfang Juni im Aeolus-Verlag im freien Handel.

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