Fahrer Michael Hesselmann holt Ingrid van Aalst zur Fahrt nach Velen ab (Foto: © Wir-für-Bocholt, Joachim Freund)
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Bocholt. Seitdem Anfang 2021 bekannt wurde, dass der Kreis Borken eine zentrale Impfstelle anbietet, hat sich eine Kooperationsgemeinschaft zusammengetan und einen gemeinsamen, ehrenamtlichen Fahrdienst nach Velen organisiert. Bis heute wurden bereits über 200 Fahrten zum Impfzentrum in Velen organisiert.

Die Kooperationsgemeinschaft besteht aus dem Seniorenbüro der Stadt Bocholt, der Freiwilligen-Agentur, der Coronahilfe-Bocholt, dem Caritasverband für das Dekanat Bocholt, dem Verein Leben im Alter, den „Helfenden Händen“ der Pfarre St. Josef, dem Kirchturm St. Bernhard der Pfarre St. Georg, dem Kneipp-Verein und dem „Helfenden Handy der Pfarre Liebfrauen“. Fast alle dieser Akteure sind auch Mitglied im Netzwerk „engagiertestadt Bocholt“.

Hilfe vor allem für die älteren Mitbürger

„Es stand von Beginn an fest, dass die Organisation und die Fahrt nach Velen an sich für viele ältere Bocholterinnen und Bocholter allein nicht zu bewältigen sein würde“, sagt Jutta Ehlting, Leiterin des Seniorenbüros der Stadt Bocholt, stellvertretend für die Kooperations-Gemeinschaft, „und das Zwischenergebnis mit bereits 204 seit März durchgeführten Fahrten zeigt, dass wir mit dieser Vermutung richtig gelegen haben. Aktuell sind darüber hinaus schon weitere 40 Fahrten terminiert.“

Täglich gehen noch weitere Anfragen ein. Bis Ende Mai haben sich insgesamt rund 200 Personen hilfesuchend an das Netzwerk gewendet. Neben Anfragen zum Fahrdienst ging es dabei auch um allgemeine Fragen zum Thema „Impfen“ und vor allem auch um Hilfe bei der Terminbuchung. Allein hierbei konnte 55 mal aktiv geholfen werden.

Gut vernetzt und organisiert

Für den Fahrdienst stellt die Kooperationsgemeinschaft insgesamt 40 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer aus ihren eigenen Reihen zur Verfügung. Die Hotline der Coronahilfe-Bocholt steht unter Tel. 02871 287-381 als zentrale Anlaufstelle für die Hilfesuchenden zur Verfügung und klärt vorab, ob die Anfragenden über keine anderen Möglichkeiten verfügen, nach Velen zu kommen.

Die Freiwilligen-Agentur, der Kneipp-Verein und der Verein Leben im Alter übernehmen dann die Disposition der Fahrerinnen und Fahrer, welche bei Bedarf mit ihren „Schützlingen“ sogar das komplette Prozedere im Impfzentrum als Begleitperson mit durchlaufen, um auch hier Angst zu nehmen und Sicherheit zu geben. Das Seniorenbüro der Stadt Bocholt hatte zuvor bereits im Februar die gesundheitlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen abgeklärt und der Caritasverband für das Dekanat Bocholt stellt regelmäßige Schnelltests für die Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung.

„Vor allem beim Thema ‘Impftermine buchen’ haben wir sehr von der Kompetenz der Coronahilfe-Bocholt profitiert“, erklärt Rainer Howestädt, Leiter der Freiwilligen-Agentur Bocholt „selbst wenn offenbar mal vorübergehend weder telefonisch noch online Termin-Buchungen möglich waren, hat die Coronahilfe-Bocholt fast immer einen technischen Weg gefunden, doch noch Termine für die Hilfesuchenden buchen zu können. Insgesamt zeigt die ganze Aktion, wie wichtig es ist gut vernetzt zu sein und dass die Akteure sich gegenseitig unterstützen.“

Dankbarkeit und schöne neue Bekanntschaften

„Alle Fahrerinnen und Fahrer berichten uns von vielen interessanten Fahrgästen und tollen Gesprächen während der Fahrt“, sagt Howestädt, der auch selbst ehrenamtlich bereits einige Fahrten hinter sich hat, „es ist sehr bereichernd, welche Dankbarkeit man dabei erfährt und welche Lebensgeschichten oft von unseren ‘Gästen’ erzählt werden. So ist Ehrenamt nicht nur sinnvoll, sondern macht Freude und gibt einem viel zurück.“

Wer Hilfe bei der Terminbuchung oder bei der Fahrt nach Velen benötigt, kann sich an die Hotline der Coronahilfe-Bocholt unter Tel. 02871 287-381 wenden.

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