Museumsdirektorin Susanne Titz und der Wissenschaftliche Volontär Haris Giannouras vor einem der Arches (Bögen) der Künstlerin Ghislaine Leung (Foto: © Stadt MG)
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Mönchengladbach. Ein großer weißer aufblasbarer Bogen begrüßt die Besucher im Museum Abteiberg. Ähnlich wie man sie von Hüpfburgen kennt. Weitere sind im Museum Abteiberg zu finden. Sie tragen den Schriftzug „Welcome“ und sind damit nicht nur eine Art Begrüßung der Besucher*innen der Ausstellung Portraits von Ghislaine Leung, die ab morgen (3. Juni) im Museum Abteiberg zu sehen ist. Es ist vielmehr jedes Mal eine Einladung sich mit Raum, Kunst und dessen Verbindung jedes Mal neu zu befassen: „Der Raum macht die Kunst, nicht ich. Ich habe quasi nur das Konzept und die Anweisungen dazu verfasst“, beschreibt es die Künstlerin.

Ihre Ausstellung umfasst Werke, die vom Museum Abteiberg in Auftrag gegeben und über einen Zeitraum von einem Jahr 2020/21 produziert wurden. Kuratiert wird diese Ausstellung von Museumsdirektorin Susanne Titz und Haris Giannouras. „Das ist nun gerade wirklich eine besondere Atmosphäre“, beschreibt es Titz. „Jetzt wieder öffnen zu können und dass mit einer Ausstellung, deren Vorbereitung in Zusammenarbeit mit der Künstlerin nur digital möglich war, ist schon sehr spannend. Aber wir freuen uns natürlich sehr, dass es jetzt wieder losgehen kann.

Die Ausstellung Portraits zeigt eine Fortführung des Interesses der Künstlerin an Formen des Instituierens und an der Möglichkeit von Kritik. Dabei hinterfragt sie auch die Institution der Künstlerin oder des Künstlers.

Von der Abhängigkeit von Materialien, die in den Anweisungen von Leung gefordert werden, bis hin zur Verbreitung der sichtbaren Objekte stellen die Arbeiten in Potraits immer wieder in Frage, was ein Werk, was ein Leben ausmacht, wo die Identität ist und wie wir auf andere Weise bewerten und den Wert anders begründen könnten.

Neuland beim Erleben der Institution Museum und ihrer Arbeit hat das Team des Museums Abteiberg Felicia Rappe und Denise Wegener mit wissenschaftlicher Unterstützung von Susanne Rennert betreten. Seit dem Erwerb der Sammlung/Archiv Andersch 2017 – einer der international umfangreichsten Fluxus-Kollektionen – sind sie damit befasst, den umfangreichen Neuzugang zu inventarisieren sowie dessen langfristige Präsentation und Lagerung in einem Schaumagazin vorzubereiten. Die Kollektion von Erik Andersch beinhaltet Kunstsammlung, Kunstbibliothek sowie historische Dokumente zahlreicher Künstlerinnen und Künstler wie Ay-O, Joseph Beuys, Henning Christiansen, Robert Filliou und viele mehr.

Mit Schwerpunkt Joseph Beuys ist ein Teil der Sammlung nun erlebbar und heißt Besucher Willkommen auch einmal einen Blick in Museumarbeit jenseits der fertigen Ausstellung zu werfen. Unter verschiedenen Schwerpunkten sollen immer wieder Teile für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Ausstellungsprojekte werden gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Hans Fries Stiftung und dem Museumsverein Abteiberg.

Die Ausstellungen sind Teil des Jubiläumsprogramms »beuys 2021. 100 jahre joseph beuys«, einem Projekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

 

Eröffnung: Donnerstag, 3. Juni, 12 Uhr*

Begrüßung: Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach

Grußwort: Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Einführung: Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg

 

Ausstellungsgespräche

real/digital* mit Ghislaine Leung 14 Uhr

mit dem kuratorischen Team – Haris Giannouras, Felicia Rappe, Susanne Titz, Denise Wegener – in den Ausstellungsräumen 13 – 15 Uhr

 

* freier Eintritt am gesamten Eröffnungswochenende vom 3. bis 6. Juni

* Eröffnung und Programm unter dem Vorbehalt der aktuellen Corona-Lage

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