Stadterneuerung (Foto: André Grabowski, Stadt Bochum)
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Bochum. Das 2013 gestartete Stadterneuerungsprogramm für Dahlhausen ist abgeschlossen. Mit der Gleispromenade Ost ist nun das letzte Projekt fertiggestellt und am Mittwoch, 2. Juni, von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Bezirksbürgermeister Marc Gräf für die Öffentlichkeit freigegeben worden.

Die Gleispromenade Ost ist der finale Abschnitt der neuen Wegeverbindung vom Eisenbahnmuseum über das Zentrum Dahlhausen bis zur Lewackerstraße. Der Geh- und Radweg verbindet nun den Otto-Wels-Platz mit der Lewackerstraße. Rund 300.000 Euro Fördermittel standen der Stadt für dieses letzte Projekt zur Verfügung.

Bezirksbürgermeister Gräf sagte: „Dahlhausen ist jetzt fertig! Es hat sich viel getan für unter anderem Wanderinnen und Wanderer, Naturfreunde, Sportlerinnen und Sportler, Museumsliebhaberinnen und -liebhaber, ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer, für Familien. Wir machen Politik für die vielen und nicht für die wenigen.“

Mit exponierter Lage direkt an der Ruhr, dem Eisenbahnmuseum und der Ruhrtalbahn ist Dahlhausen ein gern genutztes Freizeitziel für Bochum und das Umland. Doch die frühere Industrialisierung hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die Bahntrasse, die wie eine Mauer den Stadtteil Dahlhausen von der Ruhr trennte, machte einen direkten Zugang zum Fluss lange Zeit unmöglich. 2008 wurde vom Rat der Stadt Bochum daher die Ausweisung des Sanierungsgebietes Dahlhausen mit dem Ziel, alte und neue Wohnquartiere mit attraktivem Wohnumfeld zu schaffen, eine Wegeverbindung zwischen S-Bahnhof, Eisenbahnmuseum und der Ruhraue zu realisieren, den S-Bahnhof und sein Umfeld aufzuwerten sowie das Eisenbahnmuseum als wichtigen Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Region zu entwickeln, beschlossen. 2013 wurden diese Ziele von der Stadt Bochum in einem integrierten Entwicklungskonzept festgelegt – Grundlage für die Förderung durch Bund und Land.

Auch wenn jetzt mit der Gleispromenade Ost das letzte Projekt im Zuge der Städtebauförderung fertig ist, ist dennoch nicht Schluss in Dahlhausen. Die Stadt hat das ehemalige Bahnhofsgebäude in Dahlhausen gekauft und steht vor der Aufgabe, das historische Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Hierzu wurde Ende April ein zweistufiges Interessenbekundungsverfahren gestartet.

Ausgewählte abgeschlossene Projekte in Dahlhausen

Der neu gestaltete Otto-Wels-Platz lädt durch mehr Offenheit und Transparenz zum Verweilen ein und ist gleichzeitig neuer Standort für den Wochenmarkt. Direkt daneben am angrenzenden S-Bahnhof befindet sich der „Museumsbahnsteig“. Von diesem wird künftig eine historische Eisenbahn zum Eisenbahnmuseum fahren. Der Museumsbahnsteig ist gleichzeitig ein Teilabschnitt des „Parkbands“, dass das Zentrum von Dahlhausen mit dem Eisenbahnmuseum verbindet.

Das „Parkband“ ist ein Geh- und Radweg zwischen Museumsbahnsteig und Eisenbahnmuseum entlang der neuen Wohnbebauung „Ruhrauenpark“, auf dem Informationstafeln über die industrielle Vergangenheit Dahlhausens informieren. Daneben freuen sich Jugendliche über einen neuen Skaterpark mit Kletterfelsen und Bambuslabyrinth. Eine ehemalige verwilderte Grünfläche ist unter dem Namen „Dahlsen 44“ zu einem naturnahen Treffpunkt geworden. Auf Höhe des Parkplatzes des Eisenbahnmuseums ist der Geh- und Radweg auf dem erhöhten Gelände südlich der Dr.-C.-Otto-Straße von einer 400 Meter langen und rund 2.300 Tonnen schweren Natursteinmauer aus Ruhrsandstein umgeben.

Den Tunnel am Eisenbahnmuseum – lange Zeit unübersichtlich, holprige und dunkel – hat die Stadt mit dem Beleuchtungskonzept eines Architekturbüros aufgewertet: Bunte Laternenleuchten ahmen mal sitzend, mal gebeugt, mal stehend menschliche Bewegungen nach. Durch die Verformung und unterschiedliche Farbgebung bringen sie eine lebendige Atmosphäre in den dunklen Tunnel. Sie „präsentieren“ die an der Wand hängenden Sprechblasen, die Informationen über das Umfeld enthalten, zum Beispiel die Ruhraue oder das Eisenbahnmuseum.

Am anderen Ende des Sanierungsgebietes – hinter der Ruhrlandbühne am Wegekreuz der Straße „Ruhrmühle“ und der Wege zum Leinpfad sowie zur Ruhraue – befindet sich nun ein kleiner Platz mit Bänken, Infotafeln und Fahrradständern. Eine halbkreisförmige Bepflanzung mit Säulenbäumen macht den Platz zu einem Orientierungs- und Informationspunkt, der optisch und gestalterisch wie ein Eingang nach Dahlhausen und zur Ruhraue daherkommt.

Zur Entwicklung des Stadtteils haben auch die Wohnbebauung durch einen privaten Investor am Ruhrauenpark, die Modernisierung des S-Bahnhofs Dahlhausen durch die Deutsche Bahn und nicht zuletzt das neue Eingangsgebäude des Eisenbahnmuseums beigetragen. Letzteres konnte mit Hilfe der Mittel des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gebaut werden. Aber auch kleine Maßnahmen rund um den Otto-Wels-Platz tragen dazu bei: zwei neue Liegebänke, ein Bücherschrank und abschließbare Fahrradboxen des VRR am Museumsbahnsteig machen den Platz und den S-Bahnhof zum neuen Dreh- und Angelpunkt in Dahlhausen. Insgesamt haben die Fördermaßnahmen rund vier Millionen Euro gekostet, wovon 80 Prozent von Bund und Land finanziert sind.

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