(Foto: privat)

Leverkusen. Am Ende hat es zwar zum großen Triumph nicht ganz gereicht, doch die Juniorelfen des TSV Bayer 04 Leverkusen haben beim Finalwochenende um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft in Leipzig einmal mehr ihre Topstellung im weiblichen Nachwuchsbereich unter Beweis gestellt.

Zum achten Mal in Folge seit 2013 zogen die Leverkusenerinnen ins Finale ein und bauten so ihre imponierende Serie bei den deutschen Titelkämpfen aus. Im diesjährigen Endspiel in der Leipziger Sporthalle an der Brüderstraße unterlag das Bayer-Team am Sonntag dem Gastgeber HC Leipzig hauchdünn mit 21:22 (11:16) und verpasste somit den fünften Titel in der Vereinshistorie.

Das Finale zwar verloren, doch den Respekt aller Handballfreunde gewonnen, so könnte man das Wochenende für die Juniorelfen zusammenfassen. Trainer Jörg Hermes, der unabhängig vom Ausgang des Turniers die bestmögliche Leistung seiner Mannschaft sehen wollte, wurde in dieser Hinsicht von seinen Spielerinnen nicht enttäuscht.

Bereits im Halbfinale boten die Elfen, bei denen Nationalspielerin Sophia Cormann kurzfristig mit einer Handverletzung für das Turnier ausfiel, den zugelassenen 200 Zuschauern zusammen mit dem Gegner aus Bietigheim ein Spektakel. Als die SG BBM in Person von Laila Ihlefeld in der letzten Sekunde der regulären Spielzeit noch der Ausgleich zum 25:25 gelang, mussten beide Teams in die Verlängerung, die ähnlich dramatisch verlief, aber erneut keinen Sieger brachte.

So ging es beim Spielstand von 30:30 ins Siebenmeterwerfen, das nach der Parade von Bayer-Torfrau Alexandra Humpert gegen Matilda Ehlert beim Stande von 33:31 zugunsten der Rheinländerinnen entschieden war. Antonia Hölzer, Viola Leuchter und Lea Flohr hatten zuvor die Nerven behalten und ihre Strafwürde zum Finaleinzug verwandelt.

Im Finale am Sonntag gegen den gastgebenden HC Leipzig schienen die Elfen für das kräftezehrende Halbfinale Tribut zollen zu müssen. Aus einem 7:7 (17.) wurde ein 7:9 (19.), dann geriet man sogar beim 8:14 (27.) mit sechs Treffern ins Hintertreffen. Letztlich ging es mit einem 11:16-Rückstand in die Pause.

Doch mit einer wahren Energieleistung kämpfte sich der vierfache Titelträger wieder zurück in die Partie und glich fünf Minuten vor dem Ende durch den sechsten Treffer von Lucie Jörgens zum 21:21 aus. Es war für die 18 Jahre alte Spielmacherin ihr 20. Turniertor, womit sie zur erfolgreichsten Torschützin des Wochenendes avancierte. Die gebürtige Wermelskirchenerin, die dem Halbfinale mit 14 Toren ihren Stempel aufdrückte, wurde darüber hinaus zur besten Spielerin des Turniers gewählt.

Doch mit dem Deutschen Meistertitel sollte es für Jörgens & Co. in einer dramatischen Schlussphase letztlich dann nicht reichen, denn Leipzigs Lara Seidel entschied 44 Sekunden vor dem Abpfiff mit einer wahren Energieleistung zum 22:21 die Partie zugunsten des HCL. Die Leipzigerinnen sind damit die Nachfolgerinnen von Borussia Dortmund, die sich 2019 zuletzt den Meistertitel sichern konnten.

Die Leverkusenerinnen können erhobenen Hauptes die heimreise antreten und werden in der kommenden Saison erneut angreifen, da der Großteil der Mannschaft zusammenbleibt.

 

Final Four-Ergebnisse:

Samstag, 5. Juni 2021:
Buxtehuder SV – HC Leipzig 16:27 (7:12)
TSV Bayer 04 Leverkusen – SG BBM Bietigheim 33:31 n.7m (30:30, 28:27. 25:25, 15:16)
Bayer:
Vogel, Humpert; Hölzer (3/1), Kaufmann, Teusch (1), Boulouednine, Flohr (9/3), Herbak, Leuchter (5/1), Terfloth, Nikolic, Bona, Gerke (1), Jörgens (14/6).
Sonntag, 6. Juni 2021:
Spiel um Platz 3:
SG BBM Bietigheim – Buxtehuder SV 19:23 (7:10)
Finale:
HC Leipzig – TSV Bayer 04 Leverkusen 22:21 (16:11)
Bayer: Vogel, Humpert; Hölzer (1), Kaufmann (1), Teusch (2), Boulouednine (2), Flohr (4/1), Herbak (1), Leuchter (1), Terfloth (3), Nikolic, Bona, Gerke, Jörgens (6).

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