Philipp Richter (Foto: privat)

Rheinberg. In der Diskussion um den Erhalt der nächtlichen Notarztstandorte in Rheinberg und Xanten kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Philipp Richter das Verhalten von Landrat Ingo Brohl und ermahnt ihn gleichzeitig, zu seinem Wort zu stehen. Brohl hatte sich im Kommunalwahlkampf 2020 für den Erhalt der Standorte ausgesprochen.

Wörtlich schrieb Brohl am 27. Juli auf seiner Facebook-Seite: „Für mich sind zwei Standorte und Notarztwagen besser als einer und ein Krankenhaus ist für mich ein natürlicher Standort! Mit diesem Ziel trete ich an!“ Daran, so Richter, müsse sich der gewählte Landrat heute messen lassen: „Herr Landrat Brohl hat in seinem Kommunalwahlkampf auf allen Kanälen angekündigt, dass er alles dafür tun werde, die Standorte zu erhalten. Ein Jahr später liegt das Thema wieder auf dem Tisch, jetzt muss er auch zu seinem Wort stehen und liefern“, erklärt Richter.

Als Landrat reiche es nicht, die Alternativen in einer Drucksache aufzuzählen. „Herr Brohl ist stimmberechtigtes Mitglied des Kreistags und sollte auch eine eigene Meinung haben. Welche das aktuell ist, wüssten die Menschen zwischen Rheinberg und Xanten schon gerne“, meint Richter. Darüber hinaus fordert die Rheinberger und Xantener SPD den Landrat auf, erneut mit den Krankenkassen als Kostenträger zu verhandeln, um den Erhalt des Notarztes in der Nacht zu sichern. Das Thema sollte zudem breit und transparent unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen diskutiert werden. Man könnte sonst den Eindruck gewinnen, so Richter, die Kreisverwaltung unter Führung des Landrats wolle das Thema, still und leise über die Bühne bringen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende kritisiert deshalb außerdem, dass der Landrat es in einem Presseartikel so aussehen lasse, als läge die Entscheidung in keiner Weise bei ihm. „Herr Brohl verweist in seiner Argumentation auf den Rettungsdienstbedarfsplan 2019. Wenn da – wie er sagt – schon alles entschieden wurde, wieso hat er dann 2020 noch in seinem Wahlkampf versprochen, als Landrat beide Standorte erhalten zu wollen?“, wundert sich Richter.

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