(Foto: Katharina Kavermann/Stadt Dortmund)

Dortmund. Im Rahmen der City-Runde des Oberbürgermeisters wurde am Donnerstag der Startschuss für die vom Rat der Stadt beschlossene Etablierung eines Citymanagements für die Dortmunder Innenstadt gegeben. Das breit besetzte Podium der City-Runde, die diesmal erneut als Videokonferenz stattfand, verdeutlichte dabei zum einen die Bedeutung der Aufgabe, zum anderen aber auch, dass diese in einer starken Allianz von Stadt und privaten Akteuren getragen und angegangen wird.
Oberbürgermeister Thomas Westphal wies auf den Bedarf hin, aktuelle Veränderungsprozesse aktiv zu begleiten. Denn auch im Oberzentrum Dortmund steht die Innenstadt vor großen Herausforderungen. Der seit längerem zu beobachtende Strukturwandel im Einzelhandel wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv beschleunigt und bringt das Erfordernis mit sich, neue Nutzungen und Funktionen für die Innenstadt zu denken und zu fördern.

Mit dem nun gestarteten Prozess werden unter Einbindung der Akteure der Innenstadt die konzeptionellen Grundlagen zum Anstoß eines Citymanagements erarbeitet. Dieses soll deutliche Impulse zur stadtstrukturellen und wirtschaftlichen Stärkung der Dortmunder City setzen und sowohl Aspekte der Stadtentwicklung als auch des Stadtmarketings behandeln. Gemeinschaftlich wird ein Weg eingeschlagen, der ein zukünftiges Bild der Dortmunder City zeichnet.

Gemeinsam auf den Weg machen
Dieser Weg wird in den nächsten 18 Monaten durch das Büro Stadt+Handel begleitet. Das Dortmunder Unternehmen wurde nach einer Ausschreibung und einer (online-)Präsentation vor einer breit besetzten Jury einvernehmlich ausgewählt. Die Zusammensetzung der Jury dokumentiert dabei den umfassenden Ansatz: Vertreten waren Akteure des Cityrings, des Handelsverbandes, der Industrie- und Handelskammer, der Politik sowie verschiedener Fachbereiche der Verwaltung.

Die Projektleiter beim Büro Stadt+Handel, Jens Nußbaum und Stefan Postert, blicken der spannenden Aufgabe bereits mit Tatendrang entgegen. Mit ihrer Arbeit wollen Sie Impulse für eine vielfältige Nutzungsmischung und die Profilierung der einzelnen Innenstadtquartiere setzen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem partizipativen Ansatz zu: Mit zahlreichen Gesprächen und kreativen Online- und Offline-Formaten werden die Unternehmen und Institutionen, die Immobilieneigentümer*innen, die Bewohner*innen sowie die Besucher*innen der Innenstadt einbezogen und der Prozess auf eine breite Basis gestellt. Ziel ist es, bestehende Netzwerke zu stärken und – wo nötig – neue Bündnisse zu schmieden.

Inhalte des Citymanagements-Prozesses
In einem ersten Schritt sind durch das Büro sogenannte „Speed-Datings“ zum Kennenlernen der aktiven Köpfe der Dortmunder Innenstadt sowie Begehungen der City-Quartiere geplant. Nach den Sommerferien wird – wenn möglich in Präsenz – eine Impuls-Veranstaltung stattfinden, die Input und Inspiration für die Innenstadtentwicklung bieten wird.

Weitere Bausteine in dem Prozess sind:
–        Herausarbeitung von Quartieren der City und von Ansätzen für eine Profilbildung und Positionierung der Quartiere und der City insgesamt;
–        Beteiligungsformate und Öffentlichkeitsarbeit für eine aktivierende Prozessgestaltung;
–        Maßnahmenvorschläge für Nutzungen und Immobilien; Städtebau und öffentlicher Raum sowie Kommunikation, Marketing und Digitalisierung;
–        Empfehlungen für Kooperations- und Managementstrukturen in den Quartieren und der City insgesamt:
–        Parallel sollen mit „temporären Interventionen“ Maßnahmen für eine zukunftsgerechte Innenstadtentwicklung sichtbar werden.

Als Ergebnis wird eine Innenstadt-Story für Dortmund stehen: Ein detailliertes und vor allem kooperativ erarbeitetes „Regiebuch“, das durch das Citymanagement als verstetigtes Bündnis für die Dortmunder City umgesetzt wird.


Statements:
Oberbürgermeister Thomas Westphal:
„Es gilt, was ich bereits an anderer Stelle gesagt habe: Die Stärkung der City ist eine Daueraufgabe und hat für uns absolute Priorität. Das Thema Citymanagement ist dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Insofern freue ich mich, dass wir diese Aufgabe gemeinsam anpacken.“

Ludger Wilde, Beigeordneter für Umwelt, Planen und Wohnen:
„Wir wollen die Frage beantworten, wie das Bild unserer Innenstadt in Zukunft aussehen kann. Dafür sind sämtliche Nutzungen und Funktionen der Innenstadt in den Blick zu nehmen.“

Jens Nußbaum und Stefan Postert, Stadt+Handel:
„Wir werden mit dem Prozess sowohl den konkreten Nutzen der Innenstadtakteure als auch die Emotionen ansprechen. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, bestehende Netzwerke zu stärken, neue Verbündete zu finden und starke Bündnisse für die Dortmunder City und ihre Quartiere zu schmieden.“

Tobias Heitmann, Vorsitzender des Cityrings Dortmund:
„Wir – die Unternehmen der Innenstadt – sind motiviert und bringen uns aus voller Überzeugung in diesen Prozess zur Stärkung der Dortmunder City ein!“

Ulf Wollrath, Geschäftsführer Handel, Dienstleistungen, Existenz­gründungen bei der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund:
„Das Zusammenspiel von Stadt, Innenstadtunternehmen, Immobilien­eigentümer*innen und den Kammern und Verbänden ist der einzig richtige Weg. Der Handlungsdruck in der City ist zweifellos gegeben, mit dem nun gestarteten Vorhaben haben wir aber auch eine passende Antwort gefunden.“

Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, Westfalen-Münsterland:
„Nach den letzten für uns alle schwierigen Monaten geht es auch darum, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Der Ansatz, in die einzelnen Quartiere der City zu gehen, wird uns dabei helfen, die City als lebendiges und multifunktionales Zentrum zu stärken.“

Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung:
„Es wird darum gehen, eine gute Balance zwischen notwendigen kurzfristigen Maßnahmen und den strategischen Weichenstellungen für die Innenstadtentwicklung zu finden. Wenn uns das gelingt, werden wir noch viele positive Botschaften zur Dortmunder City hören, sehen und erleben.“

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