Dietmar Meier (Foto: privat)

Moers. Dietmar Meier hat seine Kandidatur zum Parteivorsitz der FDP Moers erklärt. Er möchte damit die Nachfolge von Martin Borges am kommenden Donnerstag antreten. Im Interview erzählt er, wie er zu den Liberalen gefunden hat. Er blickt schonungslos auf die vergangene Wahl zurück und stellt klar, wohin er die Freidemokraten in der Grafenstadt führen möchte.

 

LokalKlick: Herr Meier, wie hat es Sie, als Sohn eines Bergmanns, zu den Liberalen verschlagen?

Dietmar Meier: Mein beruflicher Werdegang, seit fast 20 Jahren als selbstständiger Unternehmer, hat meine politische Orientierung geprägt. Als Bürger bildet man sich seine Meinung, so auch ich. Ich bin immer aus Überzeugung und bürgerlichem Pflichtbewusstsein wählen gegangen. Schon damals hat die FDP öfter mal meine Stimme bekommen. Allerdings nicht immer. Im Grunde waren aber freiheitliche Werte wie Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Chancengerechtigkeit schon immer Teil meines politischen Weltbildes.

 

LokalKlick: Was hat den Ausschlag gegeben?

Dietmar Meier: Auch als kein Comeback abzusehen war, hat Herr Lindner an die liberale Sache geglaubt, seine Idee nicht aufgegeben. Viele gute Inhalte, mit denen ich mich identifizieren konnte, haben mich dann überzeugt. 2017 nach mehrfacher Ansprache durch meinen Nachbarn, der bereits Mitglied war, und durch meine Frau; Zitat „Nicht immer nur meckern, sondern machen“ entschied ich mich der FDP beizutreten.

 

LokalKlick: Bei der Kommunalwahl konnte ihre Partei in Moers nur den fünften Platz von insgesamt neun angetretenen politischen Gruppierungen belegen. Was war da los und wie beurteilen Sie das?

Dietmar Meier: Wir haben uns ein Jahr vor der Wahl neu aufgestellt und sind mit einem Team aus einem länger tätigen Ratsmitglied und vielen jungen Kandidaten aber auch lokalpolitischen Neulingen – wie mir – ins Rennen gegangen. Am Ende waren 4,7 Prozent leider ein schlechtes Ergebnis – eine Niederlage, die wir aufgearbeitet haben.

 

LokalKlick: Welche Ursachen sehen sie dafür?

Dietmar Meier: Wir waren eine sehr ungleiche Truppe, da gab es etwas Sand im Getriebe und uns fehlte eine klare Strategie. Am Ende müssen wir glaubwürdig unsere Kernanliegen, wie sparsame Haushaltspolitik, digitale Bildung, moderne Verwaltung, Bürokratieabbau sowie Ausbau des Wirtschaftsstandortes kommunizieren. Denn sie sind zeitlos und ungemein wichtig. Den Erhalt des Kastellplatzes, ein Alleinstellungsmerkmal der FDP in Moers und unsere liberalen Klima- und Umweltpositionen hätte man besser spielen können. Auch unsere Kampagne hätte gerne etwas ruhiger und nicht ganz so schrill ausfallen dürfen. Das hat offenbar einige Stammwähler verschreckt. Etwas deutlichere Aussagen hätten uns sicherlich gutgetan.

 

LokalKlick: Was war denn positiv?

Dietmar Meier: Dass viele unserer jungen bzw. neuen Kandidatinnen und Kandidaten, entgegen des Stadt-Trends, deutliche Zugewinne erzielen konnten. Das Wahlkampfteam war sehr engagiert und hat ein gutes Programm erarbeitet, das ein besseres Ergebnis verdient hätte. Dieses Engagement und der Optimismus in der Truppe bestärken unseren Plan der Erneuerung.

 

LokalKlick: Sie sagen das Stichwort „Plan“. Was haben Sie sich als neuer Vorsitzender vorgenommen? Was sind ihre Ziele vor Ort?

Dietmar Meier: Ich möchte weiterhin viele neue Mitglieder gewinnen, denn das macht eine Partei vor Ort stark. Außerdem werden wir in einen viel intensiveren Dialog mit Vereinen, Verbänden und den Menschen insgesamt treten. Denn wir möchten etwas bewegen. Eine Stadt zu kennen, heißt auch, möglichst viel über ihre Menschen und ihre Vorstellungen zu wissen.

 

LokalKlick: In welcher Rolle sehen Sie die FDP im Stadtrat?

Dietmar Meier: Mit Martin Borges haben wir, obwohl er als Ratsherr neu dabei ist, jemanden der engagiert an die Sachen ran geht. Er hat schon in zahlreichen Ausschüssen und lokalpolitischen Gremien mitgearbeitet. Das „linke“ Fünfer-Bündnis hat eine Vorstellung von Stadtpolitik, die wir nicht teilen. Die CDU ist aufgrund ihres Bürgermeisters mit Kritik eher zurückhaltend. Es ist also unsere Aufgabe, mit Martin Borges eine konstruktive und ehrliche Oppositionsarbeit zu leisten, natürlich immer zu einem aufrichtigen Kompromiss bereit und stets im Sinne der Sache.

 

LokalKlick: Herr Meier, in viereinhalb Jahren am Wahlabend der nächsten Kommunalwahl rufe ich Sie an und frage Sie danach, wo Ihre Partei jetzt in Moers steht. Was werden Sie mir antworten?

Dietmar Meier: Ich habe keine übernatürlichen Kräfte oder eine Glaskugel, die mir die Zukunft zeigt.

 

LokalKlick: Versuchen Sie es.

Dietmar Meier: Ich werde meinen Parteifreundinnen und -freunden für eine lange und kräftezehrende aber grandiose Arbeit und der Bürgerschaft für ihr Vertrauen danken. Wir werden dann mit vier oder mehr starken engagierten Menschen im Rat sitzen und die Stadt, ganz im Sinne unserer politischen Grundsätze, mitgestalten.

 

LokalKlick: Vielen Dank für Ihre Ein- und Ausblicke.

Beitrag drucken
Anzeigen