Oberbürgermeister Thomas Kufen freut sich über die zahlreiche und rege Teilnahme am Bürgerforum (Foto: © Moritz Leick, Stadt Essen)
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Essen. Bürger*innen erarbeiteten Handlungsvorschläge für Mobilitätsplan

Rund 300 Teilnehmer*innen haben heute gemeinsam mit Expert*innen aus der Stadtverwaltung über die Möglichkeit für eine Mobilitätswende in Essen diskutiert. Bis 2035 soll der Modal-Split von 4x 25 Prozent erreicht werden. Das bedeutet ÖPNV, Fußverkehr, Radverkehr und Autoverkehr sollen zu gleichen Teilen im täglichen Stadtverkehr vertreten sein. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt bis 2023 einen Mobilitätsplan erstellen – begleitet durch einen breiten Beteiligungsprozess.

Einen Tag lang haben die Essener*innen sich über grundlegende Parameter einer Mobilitätswende ausgetauscht, Potenziale und Herausforderungen diskutiert, sich mit unterschiedlichen Maßnahmen, die eine Veränderung des aktuellen Mobilitätsverhaltens herbeiführen könnten, auseinandergesetzt und darüber gesprochen, wie eine Mobilitätswende ganz individuell umsetzbar wäre. Vertreter*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen der Essener Stadtverwaltung und der Ruhrbahn GmbH haben die Teilnehmenden dabei mit Fachwissen unterstützt.

Diskutiert wurden die Themenfelder “Kurze Wege”, “Sicher unterwegs”, “Parken”, “Umgestaltung des Straßenraumes”, “Pendeln” und “Vernetzte Mobilität”.

Das Resultat des ganztägigen Bürgerforums sind konkrete Maßnahmenvorschläge, Wünsche und Bedarfsbeschreibungen für eine Mobilitätswende in Essen. Die Ergebnisse des Bürgerforums werden in den Essener Mobilitätsplan einfließen, der bis 2023 fertiggestellt sein soll.

“Ich freue mich, dass so viele Bürgerinnen und Bürger Interesse hatten, heute miteinander zu diskutieren, ihre Ideen und Meinungen aktiv einzubringen”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. “Für mich hat sich wieder einmal bestätigt, dass die Menschen ihre Heimatstadt gestalten wollen und kompetente Alltagsexperten sind. Die Diskussionen über unterschiedliche Maßnahmen waren vielfältig und facettenreich. Das Ergebnis spiegelt sehr klare Wünsche und Anforderungen wider. Diese Anregungen helfen uns, eine nachhaltige, emissionsärmere Mobilität für alle zu gestalten und den Umstieg zu erleichtern.

Das großartige Engagement der Teilnehmenden des Bürgerforums bestärkt mich darin, gemeinsam schaffen wir die bevorstehende Mobilitätswende!”

Leitfragen

Im Rahmen der Diskussion gingen die Bürger*innen folgenden Leitfragen nach: Was kann die Stadt Essen tun,

  • um kurze Wege mit Fuß und Rad attraktiver zu machen?·
  • damit Parken eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung fördert und nicht verhindert?
  • um Pendeln ohne oder mit weniger Autofahrten attraktiver zu machen?
  • um eine sichere Mobilitätsentwicklung zu fördern?
  • damit eine Umgestaltung des Straßenraumes gelingt?
  • um vernetzte Mobilität/ Sharing-Angebote zu fördern?

Zur Debatte standen unterschiedliche Maßnahmenvorschläge, die von den Teilnehmenden bewertet aber auch durch eigene Vorstellungen erweitert und ergänzt wurden. Es wurde deutlich, dass die Bürger*innen sich vor allem eine bessere Infrastruktur bei Fuß- und Radwegen wünschen. Eine engere Taktung des ÖPNV ist genauso gefragt wie sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Bonussysteme für Strecken, die ohne PKW zurückgelegt werden. Den Bürger*innen ist außerdem wichtig, dass mehr Angebote für vernetzte Mobilität mitgedacht werden, die leicht abrufbar und trotzdem leicht zugänglich für weniger technikaffine Nutzer*innen sind. Ebenfalls am Herzen liegt den Essener*innen, dass das Thema Falschparken auf Fußwegen in den Blick genommen wird.

Durchgehender Tenor: Die Mobilitätswende kann gelingen, wenn alle daran mitarbeiten.

Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse ausgewertet und zusammengefasst. Daran arbeiten 12 Bürgerredakteur*innen mit. Im Anschluss werden die Ergebnisse in die politischen Gremien eingebracht und der Öffentlichkeit vorgestellt. 14 Bürgerbotschafter*innen wollen weiterhin gemeinsam mit der Stadtverwaltung an dem Thema arbeiten.

Zum Hintergrund:

Aktuell rangiert in Essen das Auto mit rund 556.000 Fahrten pro Tag ganz oben auf der Liste der beliebtesten und meist genutzten Fortbewegungsmittel. Es hat damit einen Anteil von 55 Prozent an den täglichen Verkehren auf unseren Straßen. Eine Veränderung ist besonders mit Blick auf den Ressourcen- und Klimaschutz und damit auch für eine bessere Lebensqualität in der Stadt wichtig.

Bis 2035 will Essen den Modal-Split von 4×25 Prozent erreichen. Das bedeutet ÖPNV, Fußverkehr, Radverkehr und Autoverkehr sollen zu gleichen Teilen im täglichen Stadtverkehr vertreten sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt bis 2023 einen Mobilitätsplan für die Neuausrichtung der Mobilität in Essen erstellen – begleitet durch einen breiten Beteiligungsprozess. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Work-shops soll es in einer konstruktiven und kreativen Debatte mit den Bürger*innen darum gehen, wie die Mobilitätswende in Essen gelingen kann.

Das Bürgerforum “Wie gelingt uns die Mobilitätswende?” ist ein zentraler Baustein im Beteiligungsprozess.

Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte durch ein Losverfahren und wurde repräsentativ nach den Kriterien Geschlecht, Alter, Stadtteil und Staatsangehörigkeit vorgenommen. Alle Bürger*innen hatten somit identische Chancen gezogen zu werden.

Die Teilnehmer*innen des Bürgerforums benötigten keinerlei Vorwissen. Gemeinsam mit erfahrenen Berater*innen für kommunale Bürgerbeteiligung, wurde ein Verfahren erarbeitet, das jedem, unabhängig vom Wissenstand, die Teilnahme ermöglichte.

Die inhaltliche Vorbereitung und Organisation des Bürgerforums hat rund ein Jahr gebraucht. Gemeinsam mit den Kommunalberatern des Büros IKU_Die Dialoggestalter hat die Verwaltung unter Federführung Grünen Hauptstadt Agentur in unterschiedlichen Workshops die Grundlage für das Bürgerforum erarbeitet.

Die Durchführung des Bürgerforums kostete rund 147.000 Euro.

Weitere Informationen zum Projekt finden Interessierte unter essen.de/istgefragt.

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