Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach (Foto: Stefan Voelker)

Mönchengladbach. Die Straße soll nach dem Wunsch von Anwohner*innen umbenannt werden. Oberbürgermeister Heinrichs legt dem Rat Beschluss vor.

In der Debatte um den Namensgeber der Lettow-Vorbeck-Straße geht es voran: Oberbürgermeister Felix Heinrichs wird dem Rat am 30. Juni eine Beschlussvorlage vorlegen, um die Lettow-Vorbeck-Straße unverzüglich umzubenennen. Es besteht der Wunsch die Straßen in Anlehnung an den früher dort gelegenen Rosengarten ebenso zu bezeichnen, also „Am Rosengarten“: „Es geht jetzt darum, die langanhaltende Debatte zu einem Ende zu bringen. Nach Gesprächen mit Anwohner*innen der Straße hat mich jetzt ein Brief der Anwohnerschaft erreicht, der die Absicht zur Umbenennung unterstützt und den Namen ‚Am Rosengarten’ vorschlägt. Das begrüße ich sehr, denn es wird einmal mehr deutlich, dass die Menschen in der Stadt aktiver Teil der Veränderung sind. Als Politik und Verwaltung sind wir gut beraten, den Vorschlag der Anwohnerschaft aufzugreifen. Die Zeit ist reif für eine Entscheidung.“

Die Debatte um den Namensgeber der Lettow-Vorbeck-Straße beschäftigt die Stadtgesellschaft in Mönchengladbach seit Jahren. Die Aufarbeitung des Völkermordes an den Herero und Nama in den Jahren 1904 und 1905 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest, dem heutigen Namibia, führte zuletzt zur offiziellen Anerkennung als Völkermord. Der damalige Adjutant und spätere General Paul Emil von Lettow-Vorbeck war maßgeblich an diesem Genozid beteiligt. Das hat auch die Diskussionen in Mönchengladbach erneut beflügelt. Viele andere Städte wie beispielsweise Hannover und auch die Geburtsstadt von Lettow-Vorbeck, Saarlouis, haben den Straßennahmen bereits vor Jahren gestrichen. Für die Straße in Mönchengladbach ist der Name „Am Rosengarten“ dabei nicht völlig neu. Im Volksmund wurde der damalige Weg durch seine Nähe zum Rosengarten auch lange Zeit “En de Rös” genannt.

In den letzten Monaten haben Politik und Verwaltung einen Prozess begonnen, um alle Straßennamen zu betrachten und belastete Straßennamen zu identifizieren. „Dieser Prozess ist wichtig und wird weitergehen. Der Konsens der Ratsfraktionen ist ein stabiles Fundament. Da der Fall bei der Lettow-Vorbeck-Straße allerdings klar ist und die Signale aus den Fraktionen eindeutig sind, sollten wir jetzt handeln“, so Heinrichs. Neben einer fachlichen Begleitung durch entsprechende Experten, die derzeit angefragt werden sowie dem politischen Verfahren, werden auch Bürgerinnen und Bürger weiter über die Prozesse informiert und eingebunden. Die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße soll nun am 30. Juni vom Rat beschlossen werden.

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