Farah Prause (links), Studentin Wirtschaftsingenieurwesen-Bau, unterstützte die Schüler:innen der Q1 des Elsa-Brändström-Gymnasiums beim Bau des nachhaltigen Mini-Hauses. Die „Bauleitung“ übernahm Daniela Hockmann (3. v. rechts), mint4u-Koordinatorin für Fachbereich 3. Christoph Koch (rechts), Lehrer am EBG, begleitete seine Schüler:innen in diesem praxisorientierten Kurs. Tobias Harnisch (Mitte) war der Experte für recycelten Beton (Foto: HRW / Charlotte Chapuis)
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Mülheim an der Ruhr/Oberhausen. Stein auf Stein? Muss nicht sein, um ökologisch und nachhaltig zu bauen

Eigene Lebenspläne entwerfen und beschreiben – das sollten Schüler:innen der Oberstufe können. Dazu gehört auch die Entscheidung: Mietswohnung oder Eigenheim? Und das irgendwann selber bauen? Wichtig ist, dass bei der Planung Nachhaltigkeit und Umwelt nicht zu kurz kommen. In diesem gemeinsamen Projekt mit der HRW planen und bauen die Schüler:innen des Elsa-Brändström-Gymnasium ein neues Haus – in Modellgröße. Entscheidend dabei: die Lernenden setzen sich auch mit ihren Ansprüchen an das künftige Wohnen und dem damit verbundenen Ressourcenverbrauch auseinander. Denn nachhaltig bauen wird immer wichtiger. Die sogenannten „green buildings“ sind ökologisch, energieeffizient, wohngesund. Doch worauf kommt es beim nachhaltigen Bauen besonders an? Was sind die wichtigsten Kriterien für ein nachhaltig gebautes Haus? Wie kann es finanziert werden?

Der Projektkurs für die 13 Schüler:innen der Jahrgangsstufe Q1 beinhaltet den Aufbau eines Modellhauses im Maßstab 1:10 aus Baustoffen mit Schwerpunkt im Bereich Nachhaltigkeit. Jedes Thema rund um Baustoffauswahl, Energieversorgung und Grundriss sollte von den Teilnehmer:innen auf nachhaltige Alternativen zur konventionellen Bauweise geprüft werden.

Vor Arbeitsbeginn hatten sie sich in Teams nach Gewerken aufgeteilt. Insgesamt fanden sich fünf Gruppen mit mehreren Aufgaben für Fundament und Dach, Beton, Mauerbau und Dämmung, Haustechnik, Bauleitung und Finanzierung.

Durch Dozent:innen aus dem HRW Institut Bauingenieurwesen wurden die Stufenschüler:innen zunächst theoretisch auf das Thema vorbereitet. Nach der grundlegenden Theorie erhielten die Gruppen individuelle Aufgaben typisch für die Gewerke und haben Pläne für das Modellhaus erarbeitet. Jedes Gewerk konnte sich bei Expert:innen der Hochschule Ruhr West Rat und Hilfe suchen. Für alle Gewerke stand der Aspekt einer nachhaltigen Bauweise im Vordergrund. Als Unterstützung für die Ausarbeitung und für Fragen rund um das Studium an der HRW stand den Teams Farah Prause als Studentin des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen – Bau zur Seite.

Nach den Osterferien begann in kleinen Gruppen im Lab4u Oberhausen die praktische Bauphase. Auf einem Rollwagen (gefördert durch den HRW Förderverein) wurde die Grundlage für das Fundament gelegt. Die Gruppe „Beton“ hat sich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit für einen Papierbeton entschieden, bei dem ein Anteil von bis zu 30 Prozent des Kies-Zement-Gemischs durch eingeweichtes Zeitungspapier ersetzt wird. Am Ende des ersten Bautages waren alle Teile des Fundaments erstellt.

An den folgenden Bautagen entstanden zunächst – erneut aus Beton – Stützen und anschließend in den Zwischenräumen Wände aus maßstäblichen Ziegelsteinen. Parallel dazu wurde das Dach erarbeitet.

Das Dämmmaterial besteht aus Holz- und nicht wie üblich aus Glaswolle. Das Hausdach wird abnehmbar sein und gibt so den Blick in das Hausinnere für nachfolgende Schüler:innengruppen frei, die sich über Bauweise, Wandaufbau und die modellhafte Abbildung einer Stromversorgung über Solarenergie und deren Verteilung am Modell informieren können.

„Ausschlaggebend diesen Kurs zu wählen, war das Thema Nachhaltigkeit. Das haben wir ausführlich auch im Unterricht besprochen. Sich also weiter mit alternativen Baustoffen und umweltfreundlich erzeugtem Strom zu beschäftigen, lag nahe“, erklärte Schülerin Laura. „Und es ist ein sehr praxisorientierter Kurs, den wir da wählen konnten. Am Ende haben wir ein fertiges Produkt“, ergänzt Antonia. Sie und ihre Mitschüler:innen empfehlen den Kurs auf jeden Fall weiter. Die praktische Anwendung von theoretisch erworbenem Wissen kam nicht nur bei den Schüler:innen sehr gut an. Auch Lehrer und Schulleitung fanden dies großartig. Daher wird im kommenden Schuljahr erneut ein Projektkurs zum Thema innerhalb dieser Kooperation angeboten.

Koordiniert und begleitet wurde der Kurs von Daniela Hockmann, mint4u-Koordinatorin Fachbereich 3, und Christoph Koch vom Elsa-Brändström-Gymnasium.

Die Expert:innen in diesem Projekt waren:

  • Prof. René Schäfer & Nicole Keller (Fundament)
  • Stephan Schwarz (Mauerbau & Dach)
  • Prof. Andreas Hennig & Helga Westerhuis (Haustechnik FB4)
  • Tobias Harnisch (Beton & Dämmung)
  • Sina Feldermann, Rebecca John und Tim Gevers (Finanzierung FB2).

 


Das zdi-Zentrum Oberhausen befindet sich in der Trägerschaft der OWT Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH und hat seine Geschäftsstelle an der Hochschule Ruhr West. Das Angebot der zdi-Zentren rund um die Studien- und Berufsorientierung im MINT-Bereich wird unter anderem von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft finanziell unterstützt und ist für Kinder und Jugendliche kostenfrei.

In den Sommerferien bieten die zdi-Zentren Bottrop & Oberhausen spannende Online- & Präsenz-Workshops zu verschiedenen Themen an. Ausführliche Informationen zu dem Ferienprogramm & zur Anmeldung sind auf der gemeinsamen Webseite zu finden: https://mint4u.de/ferien4u-sommerferien-2021/. Achtung! Die Plätze sind begrenzt, schnell anmelden zahlt sich aus!

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