Die Gastwirtschaft Postschenke von Gastwirt Hugo Bommes mit Postagentur und Tankstelle in Büttgen an der Bahnstraße und der Büttgener Bürgermeister Anton Etti (Fotos: Stadt Kaarst)

Kaarst. Am 27. Juni 1946 fand die erste Sitzung des Kaarster Gemeinderates nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Dieser Tag markiert den Wiederbeginn der Demokratie vor Ort. Die ersten Gemeinderäte in Kaarst und in Büttgen waren nicht durch eine Kommunalwahl bestimmt worden: Sowohl der Bürgermeister als auch die Gemeinderäte wurden vielmehr von der britischen Militärregierung ernannt. Erst im September 1946 fanden die ersten Kommunalwahlen statt.

Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung im Saal der Gaststätte Wilms standen – neben der Amtseinführung von Bürgermeister Andreas Gyo – die Bestimmung der Ausschussmitglieder, die Aufstellung einer Baracke am Kindergarten und die Instandsetzung des Sportplatzes.

Am folgenden Tag trat in Büttgen im Gesellschaftszimmer der Postschenke Bommes unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Anton Etti der dortige Gemeinderat erstmals zusammen. Dort wurden unter anderem die Verteilung der Milch, die Wiedereinführung der Müllabfuhr und der Wunsch der SF Büttgen-Vorst nach einem Sportplatz verhandelt.

Bürgermeisterin Ursula Baum würdigt das Jubiläum als Stunde Null der Demokratie-Erneuerung in Kaarst und Büttgen: „Nach Jahren des Unrechts, der Willkür und Diktatur waren diese Sitzungen der Gemeinderäte ein erstes Signal für die Rückkehr der demokratischen Ordnung. Die Gemeinderäte haben Entscheidungen des Aufbaus getroffen – für die Menschen vor Ort und für das Vertrauen in Politik und Rechtsstaat.

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