Sichere Fahrradabstellplätze in der City werden jetzt getestet. Den Rahmen bildet das Projekt "Zukunftsstadt Bocholt" ( © Stadt Bocholt)

Bocholt. Am Samstag, 3. Juli, werden an drei Standorten in der Innenstadt kostenlose, sichere Abstellmöglichkleiten angeboten – Aktion „Zukunftsstadt Bocholt“

Steigen mehr Bürgerinnen und Bürger aufs Fahrrad um, wenn es sichere, kostenfreie Abstellmöglichkeiten für Räder in der Bocholter Innenstadt gibt? Um das herauszufinden, werden am Samstag, 3. Juli 2021, an drei Standorten in der Bocholter Innenstadt kostenlose, sichere Fahrradabstellmöglichkeiten angeboten. Die Aktion geht auf Umfragen unter Bürgerinnen und Bürgern zurück, die sich sichere Abstellplätze für Räder in Bocholt wünschen.

Auf dem Liebfrauenplatz und dem Kundenparkplatz am ehemaligen Sparkassenstandort am Sankt-Georg-Platz 15 werden Parkplätze abgesperrt und Radwachen eingerichtet. Ergänzend wird in der Nordstraße 39 ein leerstehendes Ladenlokal zur bewachten Radstation umfunktioniert.

An diesen drei Orten werden von 8:00 bis 20:30 Uhr Räder bewacht durch freiwillig engagierte Schülerinnen und Schüler und Jugendgruppen von Vereinen. Der Kundenparkplatz der Sparkasse soll darüber hinaus bis ca. 1:00 Uhr nachts für Besucherinnen und Besucher der Ravardistraße bzw. der gastronomischen Angebote in der Innenstadt bewacht und geöffnet bleiben.

Bei der Einrichtung der Radparkplätze wurde darauf geachtet, dass die Fahrradabstellangebote möglichst nah an den jeweiligen Zielorten, den Geschäften in der Innenstadt, liegen, um möglichst geringe Entfernungen vom Abstellpunkt bis zum Ziel zu haben. Es soll leicht zu benutzen und kostenlos sein, analog zur kostenfreien Nutzung der Stadtbusse an Samstagen. Wiederholt werden soll die Aktion am 14. August und in der europäischen Mobilitätswoche vom 16.-22. September 2021.

Hintergrund „Zukunftsstadt Bocholt“

Den Rahmen bildet das Projekt Zukunftsstadt Bocholt. Wünsche und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern werden dabei in sogenannten „Reallaboren“, hier zum Thema „Mobilität“, getestet.

Das Fahrrad ist in Bocholt ein vielgenutztes gängiges Verkehrsmittel. Es könnte allerdings noch mehr genutzt werden. Ängste verhindern, dass das Fahrrad stärker für die Fahrten in die Innenstadt genutzt wird, besonders die Angst vor einem Diebstahl des Rades. Diebstähle von Fahrrädern, insbesondere von teuren Pedelecs oder E-Bikes, haben in den letzten Jahren in Bocholt zugenommen. Sichere Fahrradabstellanlagen, die vor Diebstahl und Vandalismus schützen, sind dringend notwendig und ein wichtiger Teil der Fahrradverkehrsförderung. Dies belegt eine aktuelle Haushaltsbefragung des Zukunftsstadtprojektes, bei welcher der Wunsch nach sicheren Fahrradabstellanlagen auf Platz 1 gesetzt wurde. Das 2020 neu erstellte und von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedete Mobilitätskonzept sieht zudem Fahrradabstellanlagen als eine Prioritätsmaßnahme vor.

Im letzten Jahr entwickelten sich aus einem Beteiligungsformat im Prozess „Zukunftsstadt 2030+ – Atmendes Bocholt – Bewegtes Bocholt“ sogenannte Reallabore. Das sind Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, die sich mit Themen der zukünftigen Entwicklung in Bocholt befassen und umsetzbare Maßnahmen initiieren wollen.

Eine Gruppe beschäftigt sich mit dem Thema Mobilität und hierbei insbesondere mit der Verbesserung von sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und möchte die positiven Effekte dieser sicheren Fahrradabstellanlagen aufzeigen. Es sollen damit Standorte erprobt, Bedarfe gemessen und Leistungsfähigkeiten geprüft werden. Im Rahmen dieses Reallabors soll ergründet werden, ob die Bürgerinnen und Bürger solche Angebote von Abstellmöglichkeiten in ehemaligen Ladenlokalen oder sogenannten „Rad-Häusern“ annehmen würden, um wieder verstärkt mit ihrem Fahrrad in die Innenstadt zu kommen. Weiterhin soll abgefragt werden, ob Fahrradboxen genutzt würden, um das Fahrrad, Pedelec oder E-Bike sicher zu parken. Die Errichtung von über den Innenstadtbereich verteilten temporären sicheren Radabstellplätzen, z.B. bewachte, durch Bauzäune abgetrennte Bereiche, stellt somit einen Test im Vorgriff auf die zu errichtenden hochwertigen Fahrradabstellanlagen dar.

Durch die Simulation, wie eine Fahrradparksituation aussehen könnte, sollen die positiven Effekte aufgezeigt werden und so ein Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion der Mobilitätswende geleistet werden. Aufgrund der aktuellen Sperrung im Bereich der östlichen Osterstraße wird so ein weiterer Anreiz geschaffen, das Fahrrad (bzw. den ÖPNV) zu nutzen, statt mit dem Auto in die Innenstadt zu kommen.

Zum Projekthintergrund

Entstanden ist die Idee im Rahmen der dritten Phase des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms „Zukunftsstadt Bocholt 2030+“. Bocholt ist von Beginn an eine dieser geförderten Zukunftsstädte und kann mit dem Vorhaben „Atmendes Bocholt – Bewegtes Bocholt 2030+“ den kontinuierlichen Zukunftsstadtprozess fortsetzen und vorbildliches kommunales Engagement sichtbar machen. Im Fokus des Projektes stehen neben der Bürgerpartizipation die räumlichen Umgestaltungen in der Altstadt mit dem Ravardiviertel und der Themenkomplex „Gesundheit, Bewegung und Integration“.

Kontakt und Internet

Mehr Infos unter www.zukunftsstadt-bocholt.de oder im Zukunftsbüro Bocholt (Nordstraße 49) unter Tel. 02871 2048429 oder E-Mail zukunftsstadt@bocholt.de.

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