Chefarzt der Geriatrie am St. Martinus-Krankenhaus in Unterbilk, Priv.-Doz. Dr. Herbert Durwen, übergibt an die kommissarische Chefärztin Dr. Morgane Legendre (Foto: St. Martinus-Krankenhaus, Düsseldorf, 2021)

Düsseldorf. 30. Juni 2021: Nach 21 Jahren St. Martinus-Krankenhaus verabschiedet sich der Chefarzt der Geriatrie Priv.-Doz. Dr. Herbert Durwen in den Ruhestand. Die kommissarische Leitung übernimmt die Oberärztin Dr. Morgane Legendre. Geriatrische Palliativmedizin als weiterer Klinik-Schwerpunkt in Vorbereitung.

Der langjährige Chefarzt der Geriatrischen Klinik (Klinik für Altersmedizin) am St. Martinus-Krankenhaus, Priv.-Doz. Dr. med. Herbert F. Durwen, verabschiedet sich nach fast 21 Jahren leitender Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand.

Zum 1. Juli übernimmt seine erfahrene Oberärztin, die Fachärztin für Neurologie und klinische Geriatrie, Frau Dr. med. Morgane Legendre, die kommissarische Leitung der Geriatrie und der Geriatrischen Tagesklinik und wird vorübergehend einem Team von rund 80 Mitarbeitern (Ärzte, Pflegekräften, Therapeuten etc.) vorstehen.

„Meinen ausdrücklichen Dank richte ich an Herrn Dr. Durwen, der in seinen 21 Jahren Chefarzttätigkeit konzeptionell wie operativ in ganz besonderem Maße dazu beigetragen hat, dass wir unsere Geriatrie weiterentwickeln und zu einer der bundesweit größten und modernsten Kliniken für Altersmedizin ausbauen konnten“, sagt der Kaufmännische Direktor Tobias Berse.

Die Geschichte der Geriatrie am St. Martinus-Krankenhaus

Mit seinem Eintritt in das St. Martinus-Krankenhaus im September 2000 übernahm Dr. Durwen nahtlos die Position des damaligen Chefarztes und Mitbegründers der Geriatrie am Haus, Dr. Anton Zwaka. Dieser hatte die Geriatrie mit 60 Betten und 10 Plätzen Tagesklinik im April 1987 eröffnet und 13 Jahre lang geleitet.

Bereits kurze Zeit darauf begann Dr. Durwen, dessen klinische und wissenschaftliche Arbeiten sich mit den Themen Kognition und Demenz sowie Bewegungsstörungen und Dysphagie (Schluckstörungen) beschäftigen, an einem Konzept zur Erweiterung der Geriatrie zu arbeiten. Hierbei stand nicht nur die rein räumliche Erweiterung der bestehenden geriatrischen Klinik auf dem Plan. Triebfeder war unter anderem die von der Politik geforderte Ausweitung von Prävention und Gesundheitsförderung bei Senioren sowie die Qualitätsoffensive zur Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten und stationären geriatrischen Versorgung.

Im Mai 2015 konnte nach relativ kurzer Bauphase das neue Gebäude hinter dem Haupthaus des Krankenhauses in Betrieb genommen werden. Auf vier Stockwerken beherbergt der Neubau 95 vollstationäre und zehn tagesklinische Betten in großzügigen und barrierefreien Patientenzimmern. Seitdem können hier in Summe bis zu 105 geriatrische Patienten behandelt und versorgt werden.

Einige Besonderheiten der geriatrischen Abteilung sind direkt auf die konzeptionellen Überlegungen und das Engagement von Dr. Durwen zurückzuführen. Da ist die Spezialstation für Patienten mit Sturzgefährdung zu nennen, in der neben Niederflurbetten weitere umfangreiche Maßnahmen zur Prävention von Stürzen zum Einsatz kommen. Hierzu gehört auch das auf der gleichen Ebene angeschlossene Bewegungszentrum, in dem immobile und instabile Patienten, die unter komplexen Stand- und Gangstörungen, einschließlich Sturzgefährdung leiden, gezielt untersucht und behandelt werden können. Zum Motilitätszentrum gehören ein vollständiges neurophysiologisches Labor zur funktionellen Untersuchung von Nerven und Muskeln und ein komplexes, sensorgestütztes Laufbandgerät, mit dem die Bewegungsabläufe ganzheitlich untersucht und analysiert werden können. Auf diese Weise können alle an Bewegung und Stand beteiligten Strukturen und Organe des Körpers sehr genau erfasst und die Ergebnisse als Grundlage für eine besondere, individuelle Behandlung genutzt werden.

Eine weitere Besonderheit, die unter der Leitung von Dr. Durwen entstand, ist die Spezialstation „Kognitive Geriatrie“. Hier können vor allem Patienten mit neu diagnostizierter oder bekannter Demenz und psychomotorischer Unruhe bzw. begleitender starker Verwirrtheit behandelt werden, ebenso Patienten mit anhaltendem Delir (Verhaltensauffälligkeiten) nach operativen Eingriffen oder nach internistischen Erkrankungen. Inhaltlich zeichnet sich diese Station dadurch aus, dass neben pharmakologischen auch verhaltensorientierte therapeutische Ansätze eingesetzt werden. Dabei befinden sich die Patienten in einem durch intelligente Technik geschützten Bereich, sodass Personen mit Fluchttendenz und Selbstgefährdungspotenzial besser geschützt werden können.

Dr. Durwen war maßgeblich am Aufbau des Alterstraumatologischen Zentrums am St. Martinus-Krankenhaus beteiligt. In enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Herrn Dr. med. Wolfgang Court, wurde das Zentrum für die Behandlung hoch betagter traumatisierter Patienten 2016 gegründet. In einem Alterstraumatologischen Zentrum, kurz ATZ genannt, werden Patienten mit Knochenbrüchen und anderen Verletzungen gemeinsam von Geriatern und Chirurgen betreut. Ziel ist es, eine besondere, altersgerechte Behandlung zu ermöglichen und den typischen Komplikationen, die bei der Operation betagter Menschen entstehen können, besser vorzubeugen. Im Hinblick auf die geplante Zertifizierung wurde das Behandlungskonzept des ATZ am Haus vor Kurzem unter dem neuen Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Markus Graf weiter ausgebaut: Geriatrische Traumapatienten werden jetzt von der Notaufnahme bis zur Entlassung interdisziplinär betreut.

Zur Verbesserung der geriatrischen Qualifizierung der pflegerischen Mitarbeiter rief Herr Dr. Durwen zusammen mit dem damaligen Pflegedirektor, Herrn Karl-Josef Müller, das ZERCUR-Fortbildungsprogramm ins Leben, über das bislang mehr als 100 Pflegekräfte qualifiziert wurden.

Last, but not least legte Herr Dr. Durwen den Grundstein für eine spezielle geriatrische Palliativmedizin, die in den nächsten Jahren am Haus sukzessive ausgebaut werden soll.

Dr. Durwen engagiert sich in der Weiterbildung der Medizinstudenten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Rahmen des Curriculums „Medizin des Alterns und des Alten Menschens“, ist Mitglied verschiedener regionaler und überregionaler Gremien, als Gutachter für Gerichte und andere Auftraggeber tätig und Co-Autor verschiedener Buchprojekte.

„Herr Dr. Durwen ist ein ganz hervorragender Neurologe mit einem ausgezeichneten analytischen Denkvermögen. Durch seine Expertise und Weitsicht hat sich die Klinik für Geriatrie zu einer der größten und modernsten Deutschlands entwickelt, die ein multiprofessionelles und innovatives Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten mit einer freundlichen räumlichen Ausstattung verbindet. Seine Mitarbeiter und Kollegen lernten ihn als einen sehr vorausschauenden und umsichtigen Menschen kennen, der sich auch den besonderen Herausforderungen stets unvoreingenommen und konstruktiv annimmt“, so beschreibt der Ärztliche Direktor Michael Hoor die langjährige erfolgreiche, professionelle und überaus angenehme Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Durwen.

„In seiner Funktion als Chefarzt schätzten ihn seine Mitarbeiter*innen unter anderem dafür, dass er stets ein offenes Ohr für ihre beruflichen, wie auch persönlichen Belange aufbrachte – und dies auch in Zeiten von besonderer Terminauslastung. Des Weiteren profitierten die Mitarbeiter*innen von seinem Talent, ihre individuellen Stärken rasch zu erkennen und besonders zu fördern. Aufgrund seiner empathischen Persönlichkeit sowie seiner freundlichen und zuvorkommenden Art erfreute sich Dr. Durwen ebenso großer Beliebtheit bei Patienten und deren Angehörigen“, berichtet Dr. Hoor.

Kommissarische Klinikleitung übernimmt Oberärztin Dr. med. Morgane Legendre

„Ich freue mich sehr, dass wir Frau Dr. Legendre als erfahrene Oberärztin für die kommissarische Leitung unserer Geriatrischen Klinik gewinnen konnten“, erklärt Tobias Berse. „Als Fachärztin für Neurologie und klinische Geriatrie und langjährige, enge Mitarbeiterin von Herrn Dr. Durwen stellt sie eine gute Wahl für unsere Geriatrie dar, die die Geschicke der Klinik bis voraussichtlich Jahresende umsichtig lenken wird. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.“

Ihr Studium der Humanmedizin absolvierte die gebürtige Französin Morgane Legendre in Nantes und in Düsseldorf, wo sie auch 2006 im Bereich der Neuroonkologie promovierte. Seit 2012 ist sie in der Geriatrischen Klinik am St. Martinus-Krankenhaus tätig. Hier betreute sie unter anderem den Aufbau des Alterstraumatologischen Zentrums und des Bereiches „Kognitive Geriatrie“. Seit 2015 ist die heute 44-Jährige als Oberärztin in der geriatrischen Klinik tätig und darüber hinaus in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten, medizinischem Fachpersonal, Studenten und pflegenden Angehörigen engagiert.

„Ich freue mich auf die neue Herausforderung, ein Team zu organisieren und dabei unseren Patienten bestmögliche Lösungen bieten zu können“, so Frau Dr. Legendre über ihre neue Aufgabe.

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