Prof. Brigitte Osswald holt den neuen Excimer-Laser nach Duisburg-Rheinhausen. Es ist der erste Laser der neuen Generation, der für die Elektrodenextraktion in Europa eingesetzt wird. Die erfahrende Herzchirurgin hat in ihrer 25-jährigen Laufbahn ca. 20.000 Herzschrittmacher-Eingriffe durchgeführt, davon waren gut 2.000 Elektroden-Entfernungen (Foto: S. Kalkmann)
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Duisburg. Prof. Dr. Brigitte Osswald ist international renommierte Herzchirurgin und seit April dieses Jahres in der Klinik für Kardiologie des Duisburger Johanniter-Krankenhauses tätig, die ab 1. Juli 2021 von Prof. Dr. Gunnar Plehn chefärztlich geleitet wird. Sie erweitert das Leistungsspektrum der Schwerpunktabteilung um die komplexen herzchirurgischen Device-Revisionen und Sondenextraktionen sowie die Implantation von S-ICD- und CCM-Systemen. Die Kardiologie des Krankenhauses ist seit vielen Jahren auf die Implantation von Herzschrittmachern und weiteren kardio-elektronischen Geräten spezialisiert. Durch Prof. Osswald ist es in Rheinhausen nun möglich, die Patienten, die mit der Zeit Probleme mit den sogenannten Device-Geräten und deren angeschlossenen Sonden entwickelt haben, im Rheinhauser Krankenhaus behandeln zu können.

Die erfahrene Herzchirurgin hat zudem einen neuen Laser an das Rheinhauser Krankenhaus geholt, dessen erster Einsatz hinsichtlich der Elektrodenentfernung am 09.06.2021 europaweit der erste war. Prof. Osswald arbeitet seit vielen Jahren eng mit Kollegen aus dem Fachkreis und dem Hersteller zusammen, indem sie aus ihrem langjährigen Erfahrungsschatz für die Weiterentwicklung ihre Vorschläge und Wünsche mit an die Hand gibt. Somit entstand mit dem neuen Excimer-Laser ein mobiles Medizingerät, welches beispielsweise 100 Kilogramm leichter als seine Vorgänger ist. Zudem handelt es sich um einen „Schnellstarter“, der sofort einsatzbereit ist, was bei den oftmals komplexen Eingriffen wertvolle Zeit einspart. Es handelt sich hierbei um einen Kaltlaser, der bei seinem minimal-invasiven Einsatz in kleinsten Schritten das Gewebe um die festgewachsenen Elektroden löst.

Wann werden Geräte-Revisionen und Sondenextraktionen erforderlich?

Die Errungenschaften der modernen Schrittmacher- und Devicetherapie haben auch ihre Schattenseiten. Die hohe Anzahl von implantierten Schrittmacher- und Device-Systemen, ihre zunehmende Komplexität und die gestiegene Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung bringen es mit sich, dass diese Systeme mitunter ausgetauscht werden müssen. Auch moderne Elektroden altern und da sie ständig die Bewegungen des Herzens mitmachen müssen, ist eine Fehlfunktion im Laufe der Zeit unausweichlich. Da die Herzschrittmacherelektroden sehr fest im Gefäßsystem und an der Herzinnenhaut einwachsen, lassen sie sich mit zunehmender Zeit seit Implantation nicht mehr durch einfaches Herausziehen entfernen. Zwar kann man sie durch die zusätzliche Implantation neuer Elektroden ersetzen, jedoch nimmt der „Ballast“ an Fremdmaterial am Herzen zu und kann in Einzelfällen symptomatische Verengungen der oberen Venen und erhöht das Risiko von Infektionen der Implantate. Bei Fremdkörper-Infektionen handelt es sich immer um lebensbedrohliche Erkrankungen. Eine Operation am offenen Herzen würde für die vielen meist älteren Patienten ein nicht vertretbares Risiko darstellen. Vor diesem Hintergrund und bestehenden Handlungsbedarf hat sich in den letzten Jahren ein eigener Fachbereich entwickelt, der sich unter minimal invasiven Aspekten komplexen Schrittmacher- und Sondenrevisionen annimmt.

Professor Dr. Brigitte Osswald ist eine Expertin in der Anwendung laserbasierter und mechanisch kontrollierter Extraktionsverfahren, bei denen keine Öffnung des Brustkorbes notwendig ist. Das Grundprinzip der Elektrodenextraktion besteht darin, dass das flexible System wie ein Strohhalm über die alte Elektrode gestülpt wird und diese entweder mit drehenden Bewegungen, spezieller mechanischer Fräsen oder mittels Lasertechnologie an der Schleusenspitze die Verwachsungen lösen und damit eine Entfernung der Elektrode ermöglichen.

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