Mit der neuen Containerbrücke, die 2023 in Betrieb gehen soll, sollen Umstauvorgänge vermieden und der Umschlag um zehn bis 15 Prozent gesteigert werden (Foto: © Romen)

Emmerich am Rhein. Weil sich der Containerumschlag in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, erweitert der Hafen Emmerich, der zu den DeltaPort Niederrheinhäfen zählt, seine Flächen. Im ersten Schritt wird derzeit eine 4.000 Quadratmeter große Fläche ausgebaut. Im zweiten Schritt sollen im kommenden Jahr weitere 8.000 Quadratmeter hinzukommen. Zudem soll das Fundament der Kranbahn komplett erneuert und eine neue Kranbrücke angeschafft werden. Das Gesamtvolumen der Maßnahmen beträgt mehr als 6,5 Millionen Euro. Ziel ist es, Umschlagprozesse zu optimieren und den Hafen für die Zukunft gut aufzustellen.   

Die Geschäfte des Emmericher Hafens liefen in den vergangenen Jahren sehr gut. Der Umschlag mit Containern, auf den der Emmericher Hafen spezialisiert ist, boomt. Zwischen 85.000 und 125.000 TEU wurden seit 2015 rein wasserseitig umgeschlagen. Und auch wenn es Corona-bedingt eine Umschlagdelle zu verzeichnen gab, geht es wieder aufwärts und alle Prognosen sind positiv: Der Containerumschlag, da sind sich alle Experten einig, wird weiter steigen. Deswegen reagiert der Hafen Emmerich und erweitert seine Containerflächen von derzeit 45.000 Quadratmetern in zwei Schritten bis 2022 um 12.000 Quadratmeter. Ebenfalls im kommenden Jahr soll das Fundament der Kranbahn komplett erneuert werden. Als letzte der geplanten Maßnahmen steht dann für 2023 die Anschaffung eines neuen Kranes an.

„Die Containerschiffe auf den Weltmeeren werden immer größer. Das heißt, es kommen immer mehr Container auf einen Schlag. Davon sind zunächst die Seehäfen betroffen, in zweiter Instanz aber auch wir als Binnenhafen“, sagt Arndt Wilms, der als Prokurist der Port Emmerich Infrastruktur- und Immobilien GmbH für die Erweiterung der Containerflächen zuständig ist. Damit es sich beim Be- und Entladen der Schiffe nicht staut und es mehr Platz für die Zwischenlagerung der Container gibt, war die Flächenerweiterung unumgänglich. „Mit den Maßnahmen, die wir nun umsetzen, sind wir gut aufgestellt für die Containermengen der Zukunft“, ist sich Wilms sicher.

Neue Kranbrücke verbessert Containerumschlag

Der erste Schritt dieser Maßnahmen hat bereits begonnen. Aktuell wird eine 4.000 Quadratmeter große Fläche geschaffen. Diese soll zum einen für die Aufnahme von Containern dienen, zum anderen aber auch die Einfahrtsituation der LKW in das Terminal verbessern und einen schnelleren Durchfluss ermöglichen. Im Herbst soll der erste Schritt abgeschlossen sein. Voraussichtich Ende des zweiten Quartals 2022 soll die zweite Fläche, die mit 8.000 Quadratmetern doppelt so groß ist wie der erste Abschnitt, fertig gestellt werden. Im Sommer 2022 soll das Emmericher Hafenterminal, das aktuell rund vier Hektar umfasst, somit um 12.000 Quadratmeter oder 1,2 Hektar gewachsen sein.

Geplant ist zudem eine weitere Maßnahme: Im zweiten Halbjahr 2022 soll das Fundament der Kranbahn erneuert werden. Dies ist – im wahrsten Sinne des Wortes – die Grundlage für eine neue Kranbrücke, die 2023 in Betrieb gehen soll. „Mit der neuen Kranbrücke vermeiden wir Umstauvorgänge, wir verbessern unsere Performance und können mehr Container in derselben Zeit umschlagen“, sagt Projektleiter Wilms, der davon ausgeht, dass die Umschlaggeschwindigkeit um zehn bis 15 Prozent steigt.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf mehr als 6,5 Millionen Euro, von denen ein Teil aus Bundesmitteln gefördert wird. Nach der geplanten Fertigstellung aller Pläne im Jahre 2023 ist der Emmericher Hafen dann runderneuert und steht gut gerüstet für die Zukunft da. Doch nicht nur der Emmericher Hafen profitiert von den geplanten Schritten. Die Erweiterungs- und Erneuerungspläne geben auch dem gesamten Hafenverbund der DeltaPort Niederrheinhäfen weiteren Auftrieb. Zu dem Verbund haben sich der Hafen Emmerich, die Häfen der DeltaPort GmbH & Co. KG (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde) und der NIAG-Hafen Rheinberg-Orsoy zusammengeschlossen. Ziel ist es, die Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken und als gemeinsamer Standort nördlich von Duisburg aufzutreten. Dabei bilden die Standorte das gesamte logistische Portfolio ab. Emmerich bringt insbesondere seine Rolle für den grenzüberschreitenden Containerverkehr ein und punktet mit seiner trimodalen Anbindung. „Wir wollen den erfolgreichen Weg der Vergangenheit weiter gehen und haben nun die Weichen für eine viel versprechende Zukunft gestellt“, stellt Arndt Wilms fest.

Beitrag drucken
Anzeigen