Vor der Abreise erhält jedes Kind ein T-Shirt, auf das der Name gedruckt ist. Die Betreuer Jonas Malkowski, Nadine Polotzek und Marius Malkowski (von links) verteilen sie bei der Kofferabgabe (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Duisburg. Reisesegen von Pfarrer Thorsten Hendricks – Zwei Wochen Insel-Urlaub

Die Vorratsdosen mit Zitronentee-Granulat stehen bereit. Die Frühstücks-Flocken dürfen auch nicht fehlen. Und nach und nach stapeln sich auch Koffer und Schlafsäcke in der Garage, in deren Richtung die „Anmeldung für Ameland“-Schilder in Hochheide weisen. Marius Malkowski ist so zufrieden, dass selbst der Mund-Nasen-Schutz sein Lächeln nicht verbergen kann. „Wir sind bereit für die Abfahrt“, sagt der 33-Jährige. Es ist Freitagnachmittag, am nächsten Morgen um 8 Uhr wird er im Bus Richtung Ameland sitzen. Als Lagerleiter werden er und sein neunköpfiges Team in den kommenden beiden Wochen für die Betreuung von 48 Kindern zuständig sein.

Malkowski ist das, was man getrost als „alten Hasen“ bezeichnen kann. Seit 1999 fährt er auf die niederländische Insel, erst als Kind, dann als Betreuer, seit sieben Jahren inzwischen als Leiter. Schon sein Großvater war als Betreuer dabei und begleitete die Anfänge des Lagers Hochheide. „Das Ameland-Lager ist meine absolute Leidenschaft“, bekennt Malkowski. Und stellt heraus: „Unser ganzes Leitungsteam besteht aus ehemaligen Lagerkindern, das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“ Und alle sind spürbar erleichtert, dass es nach der Zwangspause im vergangenen Jahr nun endlich wieder nach Ameland geht.

Auch, wenn die Entscheidung bis zuletzt offengehalten wurde. „Ich habe seit Wochen jeden Tag genau verfolgt, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln“, erzählt Malkowski. Dann war klar, dass die Fahrt möglich sein würde – natürlich nur mit einem negativen Corona-Test. Den hat die 13-jährige Kiara hinter sich, mit dem Nachweis, nicht an Corona erkrankt zu sein, darf sie sich auf den Weg machen. „Im vergangenen Jahr war ich traurig, dass das Lager abgesagt werden musste. Deshalb freue ich mich jetzt sehr. Man hat einfach Spaß auf der Insel und findet neue Freunde. Und es ist schön, wieder so eine Fahrt machen zu können“, erzählt Kiara.

Lagerleiter Malkowski nickt. „Die Freundschaften, die beim Ameland-Lager geknüpft werden, halten lange“, weiß er aus Erfahrung, „die Gemeinschaft ist einzigartig und egal, wo die Betreuer für die Arbeit oder die Familie hingezogen sind, alle kommen für das Lager zurück nach Hochheide.“ Zurück bleibt in diesem Jahr allerdings einer: Pfarrer Thorsten Hendricks, eigentlich auch ein großer Ameland-Fan. Doch die Regeln für Besucher sind streng, deshalb kann der Pastor nicht zum Kurzbesuch auf die Insel fahren. Immerhin kann er die Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren bei der Abfahrt verabschieden und ihnen den Reisesegen spenden. Dann rollen sie los, der Bus mit den Kindern und Betreuern, der Bully mit den Lebensmitteln und der LKW mit Koffern und Schlafsäcken.

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