(Foto: Thomas Binn (binn))

Geldern. Das Reflux-Zentrum im St.-Clemens-Hospital Geldern feiert in diesem Monat sein 3-jähriges Bestehen

Seit drei Jahren besteht das Reflux-Zentrum im Geldener St.-Clemens-Hospital. Pro Jahr werden hier rund 300 Patientinnen und Patienten behandelt, die unter den Symptomen und Folgen eines gesteigerten Rückflusses von saurem Magensaft in die Speiseröhre leiden.

„Ein Reflux ist nicht einfach nur unangenehm. Er kann schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben. Sie reichen von Schäden an den Zähnen über Heiserkeit und Atemwegsprobleme bis hin zu bösartigen Gewebeveränderungen in der Speiseröhre“, weiß Dr. med. Susanne Born. Die Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie leitet das Reflux-Zentrum gemeinsam mit Dr. med. Kerem Bulut. Eine gewinnbringende Verbindung, wie beide betonen. „Die Refluxerkrankung muss immer interdisziplinär gesehen werden, denn je nach Ursache und Ausprägung gibt es internistische oder chirurgische Behandlungsoptionen“, betont der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Zwar erhoffen sich viele Patientinnen und Patienten durch eine Operation schnelle Abhilfe von ihrem Leiden, doch das ist nicht immer sinnvoll und möglich. „Deshalb gehen wir in unserem Reflux-Zentrum einen Schritt nach dem anderen, machen uns erst ein differenziertes Bild, besprechen den Fall dann gemeinsam und finden so eine stadiengerechte Therapieempfehlung für jeden Betroffenen.“

Neben einer gründlichen Voruntersuchung gehören dazu eine Magenspiegelung und spezielle Messungen in der Speiseröhre zur Säurebelastung und zur Beweglichkeit der Speiseröhrenmuskulatur. „Oft finden wir dadurch schon die Ursache der Erkrankung“, so Dr. med. Susanne Born. Bei einer Zwerchfellhernie beispielsweise hilft eine Operation. Gleiches gilt, wenn die Speiseröhrenmuskulatur zwar voll funktionsfähig, der obere Magenpförtner aber erschlafft ist. „Wir bieten in Geldern als einiges von wenigen Behandlungszentren in Deutschland die sogenannte LINX-Operation an. Dabei wird der Mageneingangsverschluss durch ein Magnetband stabilisiert. Die Methode hat den Vorteil, dass wir nicht – wie bei anderen Verfahren – in die Anatomie des Körpers eingreifen.“

Ergeben die Voruntersuchungen keine Indikation für eine Operation, kümmern sich Dr. med. Kerem Bulut und sein Team um die weitere Behandlung. „Gemeinsam mit den Patienten können wir an verschiedenen Stellschrauben drehen, um das Problem zu beseitigen oder zumindest deutlich zu reduzieren.“ Oft helfe schon eine medikamentöse Therapie. Auch eine Ernährungsberatung mit anschließender Ernährungsumstellung und lebensstilverändernde Maßnahmen können erfolgreich angewandt werden. Ist das Speiseröhrengewebe bereits erheblich in Mitleidenschaft gezogen, werden Karzinomvorstufen im Gelderner St.-Clemens-Hospital in einer sogenannten RFA (Radiofrequenzablation) mittels hochfrequenter Radiowellen verödet. So lässt sich das Krebsrisiko erheblich senken.

Dass die anschließende Nachsorge ebenfalls gemeinsam erfolgt und bei Bedarf weitere Therapieschritte eingeleitet werden, versteht sich in dem interdisziplinär ausgerichteten Reflux-Zentrum von selbst.

 


Das Reflux-Zentrum im St.-Clemens-Hospital Geldern bietet eine standardisierte Diagnostik zur Abklärung der individuellen Erkrankungsursachen und eine gezielte, stadiengerechte Therapie bei allen Formen der gastroösophagealen Refluxerkrankung. Termine können mit der Koordinatorin des Reflux Zentrums, Steffi Tilch-Wagner, unter der Rufnummer 02831 390-2617 abgestimmt werden. Für die Behandlung ist eine Überweisung des behandelnden Haus- oder Facharztes erforderlich.

Beitrag drucken
Anzeigen