v.l. Louisa Roeder und Annika Schlechtendal (Vorstandsmitglieder) werden rund um die Outdoorkita von Kerstin Krispin (Abteilungsleitung Kindertagesbetreuung Jugendamt Stadt Marl) engmaschig begleitet und beraten (Foto: Stadt Marl/ Pressestelle)
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Marl. Initiative für Outdoorkita fand offene Türen im Jugendamt – Das Team der Kindertagesbetreuung steht allen Kita-Trägern mit Rat und Tat zur Seite

Wo ein Kind noch Kind sein darf: Mit einem außergewöhnlichen Kitakonzept traf eine Elterninitiative beim Jugendamt der Stadt Marl auf offene Ohren. Der Outdoorkindergarten Marl e.V. ist ein gutes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen Vereinen oder Trägern und dem Fachbereich Kindertagesbetreuung im Jugendamt der Stadt Marl.

Ein Erziehungsort an dem Naturerlebnis, Geborgenheit aber auch Selbstständigkeit und Forscherdrang geboten und gefördert werden – diese Idee entwickelte Annika Schlechtendal gemeinsam mit anderen Familien, als sie auf Kindergartenplatzsuche waren. 2017 startete der in Vereinsform geführte Kindergarten, dem aktuell 18 Familien mit insgesamt 22 Kindern im Alter von zwei Jahren bis Grundschulalter angehören.

Die Idee entstand nicht nur aus der Not heraus, einen Kitaplatz finden zu müssen. Die Eltern wünschten sich für ihre Kinder auch ein modernes naturnahes Betreuungskonzept, bei dem allen Kindern viel Raum gegeben wird zur freien Bewegung und Entfaltung. Bevor die Idee jedoch in die Umsetzung gehen konnte, ergaben sich für die Elterninitiative im Vorhinein allerlei Fragen. „Wir fingen ja quasi bei Null an und waren auf Beratung und Unterstützung angewiesen. Beim Jugendamt in Marl stießen wir direkt auf offene Ohren für unsere Idee. Dort wurden wir von Anfang an umfangreich unterstützt und konnten jederzeit mit unseren Fragen ankommen“, berichtet Annika Schlechtendahl, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der Outdoorkita.

Das Team des Fachbereichs Kindertagesbetreuung bietet im Zusammenwirken mit der Jugendhilfeplanung eine engmaschige Hilfe bei der Umsetzung solcher Vorhaben und steht den Einrichtungen auch darüber hinaus beratend zur Seite. „Wir beraten von Anfang an und helfen den Trägern oder Investoren zum Beispiel bei bei der Suche nach den passenden Örtlichkeiten und der räumlichen Planung. Aber auch im laufenden Betrieb gibt es immer wieder Informationsbedarf hinsichtlich Fördermitteln, Abrechnungen oder ganz aktuell zu Coronavorgaben“, erklärt Kerstin Krispin, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung.

Dank gemeinsamer Tatkraft und umfangreicher Unterstützung durch das Jugendamt, konnten die Eltern das moderne Outdoor-Konzept am Ende erfolgreich realisieren. Kerstin Krispin und ihr Team halfen bei der Aufstellung der Finanzierung durch Mittel der Kommune, des Bundes sowie des Landes genauso wie bei der Suche nach dem passenden Grundstück. Das Kita-Konzept hat sich bewährt und ist inzwischen gefragt. Die Nachfrage ist jedes Jahr weitaus größer als die Anzahl verfügbarer Plätze.

So konnte sich aus der anfänglichen Idee einer Outdoor-Idylle für Kinder ein durchdachtes Betreuungskonzept entwickeln, bei dem Kinder sich besonders naturnah erfahren und entfalten können. Auf einem großen Außengelände mit zwei Bauwagen, die für jedes Kind auch eine Rückzugsmöglichkeit und bei schlechtem Wetter Schutz bieten, können schon die Kleinsten ganz bewusst Natur und ihre Jahreszeiten spüren und erleben. Die Kinder sind aufgefordert, mitzugestalten und sich auszuprobieren. Genug Raum für freie Entfaltung, um Selbstwirksamkeit erleben zu können, ist ein zentraler Ansatz des Konzepts. Die Bedürfnisse der altersgemischten Kindergruppe stehen dabei im Vordergrund. „Jeder kann so sein, wie er ist und was er braucht. Ein Raum, wo ein Kind einfach mal Kind sein darf“, beschreibt Louisa Roeder, Vorstandsmitglied und Mutter, die Vorzüge der Kita-Einrichtung.

Der Elternverein gehört zu den 19 freien Trägern und Elterninitiativen in Marl, die vom Jugendamt unterstützt werden. Die Tätigkeit der Sachbearbeiter „Kindertagesbetreuung“ umfasst vor allem die aktuelle Informationsweitergabe und Beratung zu neuen Förderprogrammen, Antragsmöglichkeiten und Investitionsförderungen sowie dessen Umsetzung. Ebenso unterstützt das Team bei der Beantragung von KiBiz-Mitteln, der Erstellung von Verwendungsnachweisen sowie der Beantragung der Betriebserlaubnis. Die Einrichtungen haben somit immer einen Ansprechpartner, der ihnen eine gerade zu Beginn eine wertvolle Stütze sein kann, aber auch darüber hinaus jederzeit hilfreich zur Seite steht.

Dies trifft auch für die rund 70 selbstständigen Kindertagespflegepersonen zu, die in Marl gut 140 Kinder betreuen. Die Kindertagespflege ist neben den Kindertagesstätten eine weitere wichtige Säule in der Kindertagesbetreuung und stellt ein gleichwertiges Angebot dar, dass besonders für Kinder unter drei Jahren vorgehalten wird und sich in der Förderung am Entwicklungsstand des einzelnen Kindes orientiert. Auch hier stehen die Fachberater*innen des Jugendamtes den Pflegepersonen und Eltern begleitend zur Seite und sind Ansprechpartner bei kindbezogenen Fragestellungen oder unterstützen bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen. Mit Angeboten zu Qualifizierungsmaßnahmen, regelmäßigen Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie die Möglichkeiten zum Informations- und Erfahrungsaustausch stützen sie die pädagogische Qualität der Betreuung. Für Interessierte bieten die Mitarbeiter des Jugendamtes zudem ihre Beratung und Unterstützung bei der Aufnahme einer Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater an.

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